SK Halle 1946 eV

Geschichte des Vereins – Ingo-Liste aus 1988

Helmut Erdtmann ist es 1988 gelungen eine (fast) vollständige Ingo Liste der Schachspieler aus OWL zusammenzustellen. Ich weiß nicht, ob die Zahlen damals vollständig analog mit Stift und Papier ausgerechnet wurden, oder ob da schon eine irgendwie geartete elektronische Datenverarbeitung tätig war. Mich würde es interessieren, wie das Ingo System damals in der Praxis funktionierte. Viel Spaß wünsche ich jedenfalls bei der Suche nach alten Bekannten!

Geschichte des Vereins – Verhandlungen mit IGM Vlastimil Hort

Ich habe mal wieder einen alten Ordner aus dem Vereinsschrank gezogen und digitalisiert. Dort fand sich die Korrespondenz mit Vlastimil Hort im Vorfeld zu einer Simultanveranstaltung anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums von Halle (Westf.), bei der ich als 11-jähriger Nachwuchsspieler auch persönlich anwesend war (aber leider noch nicht mitspielen durfte). Der letzte Brief von Herrn Hort mit der Bestätigung des Engagements fand sich leider nicht in den Unterlagen. Ich finde es vor allem interessant, dass er schriftlich wie mündlich einen sehr ähnlichen Duktus hatte. Man kann sich beim Lesen fast vorstellen, wie er die Wörter spricht und betont.

Impressionen vom Schachgipfel in Dresden

Der Schachgipfel kam nach Dresden und wir waren dabei! Lily spielte das weibliche Kandidatenturnier. Ich war auch da, legte den Schwerpunkt allerdings eher auf Betreuungstätigkeiten und tauchte in die reiche Geschichte der sächsischen Metropole und der Umgebung ein. Das Kandidatenturnier war von der Spielstärke her für Lily sehr passend. 8 Spielerinnen >2000 ELO, sie knapp darunter auf Setzlistenposition 11. Ich las vor dem Turnier irgendwo die Meinung, dass das Turnier zu schwach besetzt sei. Diese teile ich nicht, ich finde den Abstand angemessen. Wenn man das Turnier mit dem Frauen-Masters vergleicht, ergibt sich eine durchschnittliche Spielstärke der Top-Ten Spielerinnen des Kandidatenturniers von 2035, im Vergleich zum Masters (2239) waren das ziemlich genau 200 Punkte Unterschied. In der offenen Klasse war der Abstand etwas, aber nicht wesentlich geringer (2538 im Masters zu 2398 im Kandidatenturnier). Hier muss man auch noch ins Kalkül ziehen, dass der Spielstärkeanstieg nicht linear verläuft, sondern nach oben hin die Luft immer dünner wird. In beiden Kandidatenturnieren zeigten die Jugendlichen was sie konnten und machten den Sieg unter sich aus. Das offene Turnier gewann John Heinrich, dem Verein nach ein Lokalmatador aus Dresden. Mein Respekt gilt aber auch den älteren Spielern, insbesondere den Großmeistern im offenen Turnier, die sich in das Haifischbecken wagten. Es wurde viel Schach mit offenem Visier gekämpft, es war wirklich eine Freude das beobachten zu dürfen. Die anderen Turniere habe ich nicht so sehr verfolgt. Auf der Schachgipfel Website kann man sehen, was so alles stattfand. Offene Angebote waren die Ausnahme, ich glaube mit Ausnahme des Schach960 Events musste man sich für alle Turniere irgendwie qualifizieren.

Für Lily war es im Grunde ein gutes Turnier. Den 4. Platz und ELO-Performance von 2108 ist objektiv ein gutes Ergebnis. Sie hat 63 ELO-Punkte gewonnen und wird in der nächsten Auswertung einen neuen persönlichen Peak erreichen. Zufrieden ist sie trotzdem nicht, es war deutlich mehr drin. Gewonnen hat Paula Czäczine. Sie darf im nächsten Jahr im Masters spielen. Mit ihr im Team hatte Lily vor ziemlich genau 3 Jahren Bronze bei der Team-Europameisterschaft U12w gewonnen. Glückwunsch von unserer Seite, auch an ihre Schwester Laura, die ebenfalls ein sehr gutes Turnier spielte. Zweite wurde Triona Eberle aus Hamburg und dritte Helena Neumann aus Gütersloh. Im Blitzturnier gab es dann noch einige persönliche Highlights für Lily zu feiern mit Siegen gegen die Masters-Spielerinnen Lara Schulze und Kateryna Dolzhykova, am Ende war es der 9. Platz für sie, gewonnen hat Josefine Safarli.

Wir hatten insgesamt eine schöne Zeit in Dresden und danken allen Organisatoren und Gastgebern für die tolle Veranstaltung. Ich finde es richtig, dass der DSB neben der DSAM ein weiteres Leuchtturmprojekt etabliert und dafür nun ja auch Sandra Schmidt eingestellt hat, die grundsätzlich bewiesen hat, dass sie weiß, wie man so etwas gut macht. Hoffentlich können sich nun die Mitarbeiter des DSB, die bisher in Ermangelung eines hauptamtlichen Projektmanagers diese Aufgaben übernommen haben, sich nun mehr auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Ein paar Gedanken hätte ich auch noch, wie man eine schon gelungene Veranstaltung noch gelungener machen könnte.

  • Bei der Kommentierung beschränkte man sich, soweit ich es mitbekommen habe, ausschließlich nur auf die Partien der Meisterklasse und der Seniorenturniere. Das war sicher so gewollt und hatte bestimmt auch gute Gründe. Der Schachgipfel bestand aber aus mehr (Meisterschaft der Menschen mit Behinderung, Kandidatenturniere, Pokalmeisterschaft, DSAM-Finale), das haben mutmaßlich Zuschauer, die nicht vor Ort waren, gar nicht richtig mitbekommen. Ich hätte auch spannend gefunden, wenn aus den anderen Turnieren Spieler in die Kommentierung einbezogen worden wären. Gerade in den Seniorenturnieren spielten viele interessanten Leute mit, die einiges erlebt und garantiert auch ein paar interessante Geschichten zu erzählen gehabt hätten. Nicht, dass ich des unerschöpflichen Anekdotenvorrats von Klaus Bischoff überdrüssig wäre, aber Abwechslung hätte auch nicht geschadet. Das hätte man natürlich mit zusätzlichem Aufwand vorbereiten müssen, der es aber meiner Meinung nach aber wert gewesen wäre.
  • Für die Otto-Normal-Schachspieler, die vorrangig zum Zuschauen oder Betreuen vor Ort waren, gab es leider nur sehr wenige Angebote, wo man mal spontan ein paar Klötzchen schieben konnte und das, was es theoretisch gab (DSAM-Blitzturnier), war ausgebucht, weil etwas künstlich auf 70 Bretter beschränkt wurde. Es waren im Saal sehr viele mehr für das Hauptturnier aufgebaut, der Mehraufwand, um aufgrund der großen Nachfrage 2 Turniere parallel zu veranstalten, wäre überschaubar gewesen. Beim Prager Schachfestival machen sie es so, dass parallel zu den Hauptturnieren allerhand kleine offene Turniere veranstaltet werden (z.B. Elo-Rapid, Elo-Blitz, Tandem, Team-Blitz usw.). Das könnten man bei der nächsten Ausgabe des Schachgipfels auch mal verstärkt versuchen.
  • Die Kulturangebote, wie Ausflüge zu Museen, würde ich auf Hinweise beschränken, was man auf eigene Faust so besuchen könnte. Die Interessen und Zeitpläne der Schachspieler sind einfach zu unterschiedlich, als dass man da Aufwand reinstecken sollte das zentral zu organisieren. Lieber sollte man sich darauf beschränken, was man gut kann, nämlich Schachturniere ausrichten.
  • Und last but not least: Bei der Siegerehrung hätte es sicher nicht weh getan auch im Kandidatenturnier alle Preisträger auf die Bühne zu holen und ein gemeinsames Foto zu machen.

Volles Haus beim Teutopokal in Verl

Und weiter reist der Teutopokal-„Zirkus“. Diesmal war der TV Verl Gastgeber, der Spielsaal war wieder ausgebucht. Gewonnen hat überlegen FM Holger Hebbinghaus, der nur gegen Mario Ortpaul eine Niederlage kassierte und gegen FM Rafael Torres-Kuckel ein Remis abgab. Zweiter wurde dieses Mal mit schon 2 Punkten Abstand FM Robert Prieb, den letzten Platz auf dem Treppchen eroberte WCM Lilian Schirmbeck mit Buchholzglück punktgleich vor WFM Helena Neumann und Nico Glatt. Die zwei FMs Rafael Torres-Kuckel und Milan Kandic teilten sich mit einem weiteren halben Punkt Abstand die Plätze 6 und 7. Auch ansonsten war im gesamten Feld die Schachbegeisterung wieder spürbar. Junge und alte, starke und weniger starke Schachspieler begegneten sich und teilten ihre Leidenschaft für das königliche Spiel. Erfreulicherweise waren auch viele Spieler des ausrichtenden Vereins am Start, die die Gelegenheit nutzten startgeldfrei mitspielen zu dürfen. Geleitet wurde das Turnier von Christian Jackl (in Shorts, aber mit Sakko ;-)), ich war mal wieder als (semi-erfolgreicher) Spieler selbst am Start.

Linus Rausch gegen WFM Helena Neumann. Helena spielte kürzlich die Jugend-WM im italienischen Montesilvano. Linus kam zusammen mit Jakub Praszczalek und Philipp Ye aus dem Kölner Raum. Der inoffizielle Preis für die weiteste Anreise gehört damit euch.

Christian Specht gegen Numan Yueca. Christian spielte nach dem Turnier in Lage wieder mit und holte an den unteren Brettern auch ein paar Punkte, Numan derer sogar noch ein paar mehr (ELO-Performance 1802). Mich hatte er in der ersten Runde auch in ein für mich verlorenes Endspiel getrieben, das spielte er allerdings suboptimal und ich konnte die Partie noch drehen.

Lorenz Kowalzik gegen Nils Döller. Lorenz spielte ein ordentliches Turnier (6 Punkte). Ganz so überragend wie zuhause in Lage beim letzten Mal war es allerdings nicht. Nils hatte sich sicherlich etwas mehr erhofft, die Partie gegen Lorenz konnte er allerdings gewinnen. Im Hintergrund schaut Joachim Bisjak vom TV Verl, den ich kurz zuvor am Nebenbrett besiegt hatte, der Partie zwischen Philipp Ye und Axel Bergstraeßer zu. Hinten links sieht man noch Lily, wie sie gerade den vollen Punkt gegen FM Robert Prieb macht. Das war ihr ein besonderes Anliegen, denn beim ELO-Rapid-Turnier letzte Woche stand sie gegen ihn schon besser, hatte sich am Ende aber noch betuppen lassen.

Blick auf die mittlere Tischreihe. Für WCM Nora Heidemann war das Turnier ein Auf- und Ab. Gegen Axel Bergstraeßer sollte es ein Sieg werden. Am Brett links daneben spielte Mario Ortpaul gegen Jan Blome. Marios Turnierhighlight war sicher wie oben schon erwähnt sein voller Punkt gegen den Turniersieger. Jan landete mit 6,5 Punkte und einer ELO-Performance von 1755 ziemlich genau da, wo er nominell hingehörte.

Hier durften Jakub Praszczalek gegen FM Holger Hebbinghaus antreten.

Lily bei ihrem Dauerduell gegen Nico Glatt. Die beiden pushen sich bei jedem Turnier gegenseitig, wer am Ende vor dem anderen landet. Dieses Mal war es Lily, obwohl sie nach einem Einsteller das direkte Duell verlor.

Martins Turnier war ähnlich wie meines: ein auf und ab mit vielen unnötigen Punktverlusten. Objektiv verlor er nur 3 ELO-Punkte, aber wie auch ich kann er mehr. Bei seiner Partie gegen Dieter Sehm in der 6. Runde schaute ich zu, konnte es aber kaum mit ansehen ;-). Bei seiner Partie auf dem Foto gegen Lotta Kowalzik sollte aus dem einigermaßen ausgeglichenen Endspiel, welches auf dem Brett zu sehen ist, noch ein Sieg werden.

Für FM Robert Prieb, hier gegen Linus Rausch, war es ein insgesamt erfolgreiches Turnier, 2. Platz, 13 ELO-Punkte gewonnen. Passt. Linus konnte mit einer Performance über 1900, meistens in der oberen Turnierhälfte spielend, ebenfalls zufrieden sein.

Die Gesamtwertung nach dem Juliturnier. Holger schob sich durch seinen Sieg auf den 5. Platz.

Ergebnisse auf Chess-Results

Beim nächsten Turnier, am 10.09.2026, feiert der Teutopokal mal wieder bei einem neuen Ausrichter Premiere. Der Schachklub Brackwede ist seit dieser Saison dabei. Turnierstart ist um 19:30, eine halbe Stunde später als gewöhnlich.

Doppelsieg für FM Robert Prieb beim ELO-Rapid

Zwei Rapid-ELO Turniere innerhalb von 2 Wochen waren wieder mal eine Premiere, der Kalender wollte es aber so, dass das Juniturnier in die letzte Juniwoche und das Juliturnier in die erste Juliwoche fallen sollten. Das Juniturnier war von den extremen Temperaturen geprägt, denen natürlich auch beim Schach nicht zu entkommen war. Die üblichen Handballtrainings in der benachbarten Turnhalle fielen aus, wir hatten das ganze Gebäude für uns und auch wenn ich im Vorfeld Sorgen hatte, dass die große Glasfassade der Mensa selbige zum Glühofen machen würde, erwies sich die Befürchtung glücklicherweise als unbegründet. Draußen war es deutlich unangenehmer als drinnen, es war natürlich auch ziemlich warm, aber noch erträglich. Leiden mussten alle sowieso, wieso das also nicht gemeinsam beim Schachspielen tun. So dachten auch die 26 Teilnehmer, die sich auf nach Halle machten und teilweise auch wieder weite Anreisen dafür in Kauf nahmen. Gewonnen hat beide Turniere FM Robert Prieb, beim zweiten Mal im Juli sogar mit voller Punkzahl. Wir haben also einen weiteren „Gentleman 5 aus 5“ zu feiern! Ich sollte vielleicht mal einen Sonderpreis dafür einführen ;-). Das Juniturnier wurde begleitet von einer Werbeaktion des Getränkeherstellers Christinenbrunnen. Zum 60-jährigen Geschäftsjubiläum haben sie sich die Aktion „60 Geschichten aus unserer Region“ überlegt, wobei sie 60 Orte besuchen, um dort kostenlos Getränke zu verteilen. Wir wurden ausgewählt ein solcher Ort zu sein, und das Timing hätte nicht besser sein können: Das Wasser floss Kistenweise in die durstigen Kehlen der schwitzenden Schachspieler und Turnierbesucher. Es wurden auch Videos und Fotos für einen Beitrag auf der Instagram Präsenz von Christinen Brunnen gemacht. Noch ist er nicht online, er wird aber sicherlich in Kürze unter diesem Link zu finden sein. Beim Juliturnier waren es dann noch 2 Teilnehmer mehr (28 statt 26). Die Anzahl passte ziemlich gut und die Spielstärke legte nochmal ordentlich zu. 10 Teilnehmer mit einer Zahl >1900 versprach Schach auf hohem Niveau. Die längste Anreise hatte sicherlich Alexaner Okrajek aus dem Rheinland. Er startete stark mit zwei Siegen, holte aus den letzten 3 Runden aber nur noch einen halben Punkt. Hinter Robert wurden Florian Schreiber und Martin Hofmann zweiter und Dritter, beide verloren nur ihre Partien gegen Robert.

Gleicher Ort, gleicher Mensch, anderer Pokal, genau 7 Tage und ca. 15 Grad Temperaturunterschied: Glückwunsch an FM Robert Prieb zum Doppelsieg! Fun-Fact: Lilys Freundin Mara Herden hat sich aufs Siegerbild geschlichen, wer findet sie?

Bild vom Juliturnier: Alle im Blick, Brett 1-12 digital vernetzt.

Bild vom Juliturnier: Lily hatte in der 1. Runde Robert an der Angel, ließ ihn aber in Zeitnot entwischen.

Bild vom Juliturnier: Spitzenpaarung in der letzten Runde. Mit einem Sieg hätte Niklas Schlangenotto (rechts) FM Robert Prieb noch überholen können, daraus wurde allerdings nichts, Robert gewann.

Bild vom Juliturnier: Daniel Johnen hatte ergebnistechnisch ein eher schwaches Turnier (3 aus 5). Die Partie der 1. Runde gegen Hendrik Hündlings vom SV Soest ging Remis aus. Hendrik spielte ein sehr starkes Turnier, 4 aus 5 und ELO-Performance von 2203 sind aller Ehren wert!

Juliturnier: Blick von der anderen Seite. Lorenz fuhr seinen einzigen Sieg gegen Samuel-Henri Rammert ein, der mit Jahrgang 2017 der jüngste Teilnehmer war.

Juliturnier: Hansa spielte auch mit, hier in der 1. Runde gegen Tomas Lamelza. Die Partie ging Remis aus, eine weitere gewann er gegen Lorenz Kowalzik.

Juliturnier: Florian Schröder stieg nach der 1. Runde aus, seine erste und einzige Partie gegen Lotta Kowalzik gewann er aber souverän. Lotta spielte ein gutes Turnier, 2,5 Punkte und eine ELO-Performance von 1735 ließen sie 42 ELO-Punkte gewinnen.

Bild vom Juniturnier. Viktor Gieles gegen Yuman Nueca. Yuman erzielte 3 Punkte (einen davon gegen Viktor) und holte sich mit 1809 seine erste Rapid-ELO Zahl.

Juniturnier: Meinolf Kemper gegen Thore Siebeneck. Thore spielte die ersten 3 Runden groß auf, Meinolf konnte ihn aber bremsen und die Partie gewinnen.

1. Runde Juniturnier: WCM Nora Heidemann gegen Florian Schreiber. Beide erwischten ein „normales“ Turnier mit Höhen und Tiefen. Das direkte Duell sollte Florian für sich entscheiden.

Damit enden die bisher terminierten Rapid-ELO Turniere vorerst. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs werden wir sie aber sicherlich fortsetzen, möglicherweise im August schon, mit Sicherheit dann aber im September. Die Termine werden voraussichtlich Ende kommender Woche veröffentlicht.

Ergebnisse auf Chess-Results Juni

Ergebnisse auf Chess-Results Juli

Teutopokal Juni – Nur einer blieb eiskalt

Das war überzeugend. Mit 13 aus 13 Punkten hieß auch bei der zweiten Ausgabe der diesjährigen Teutopokalserie in Lage der Sieger Fabian Schlottmann. Alle Partien zu gewinnen hat vor ihm noch niemand geschafft, herzlichen Glückwunsch dazu! Chess-Results zeigt eine ELO-Performance von 2784, und auch wenn die bei voller Punktzahl wenig bis nichts aussagt, steht sie erstmal da ;-). Zweiter wurde FM Rafael Torres Kuckel vor der in der Hitze des Lager Gemeindehauses stark aufspielenden Lily, die den dritten Platz belegte und damit auch in der Gesamtwertung wieder in die Preisränge rutscht. Da unser treuer Schiri Christian Jackl die Turnierleitung übernahm, konnte ich mal wieder mitspielen, belegte am Ende aber nur einen Platz im Mittelfeld. Weitere Haller waren leider nicht am Start. Besonders freuten wir uns aber über Christian Specht, der sein erstes Turnier am Brett bei uns spielte und gleich mal 4 Punkte einsackte. Ingo Althöfer stiftete als Motivationshilfe für weitere Teilnahmen einen Buchpreis, den Christian dankend entgegennahm. Letztes Mal war Ingo auch bester Lager, dieses Mal hatte Lorenz Kowalzik aber einen halben Punkt mehr (Platz 19). Herzlichen Glückwunsch, Lorenz!

Der Gesamtstand. Der Sieger der Serie steht schon fast fest, dahinter könnte es aber noch eng werden. Geldpreise gibt es (mindestens) bis zum 5. Platz.

Daniel Johnen gegen Ulrich Woestmann an Brett 3.

Lily spielt hier gegen Lucas Gratz vom SV Barntrup gerade eine der wenigen Partien, die sie gestern verlor. Sie stand wohl auf Gewinn, stellte die Partie am Ende aber ein. Bei meiner Partie gegen Lucas lief es genau andersherum, da stellte ich einen Bauern nach dem anderen ein, stand völlig pleite, hatte am Ende aber einen vollen Punkt. Neben ihnen spielen Janulis Vykintas vom SV Osnabrück gegen Lucas Vereinskollegen Trung Cang Lu ihre Partie, die am Ende Trung Cang gewinnen sollte. Vykintas überspielte mich in einer späteren Runde auch in der Eröffnung und hätte die Partie mit etwas mehr Routine auch gewinnen sollen. Auch so erspielte er sich 6 Punkte und landete am Ende auf dem 22. Rang.

Leon Hageresch gegen Lotta-Sophie Kowalzik, beobachtet von Peter Berger (links) und Noah Köhn (rechts stehend). Leon war das zweite Mal beim Teutopokal dabei, mit seinem Ergebnis war er mutmaßlich nicht ganz zufrieden, gegen Lotta gewann er allerdings im Endspiel.

Link zu Chess-Results

Das nächste Turnier ist schon in 3 Wochen am 10. Juli in Verl. Bis dann!

 

Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände 2026

Es ist mittlerweile für uns schon eine willkommene Tradition geworden, das Wochenende über Fronleichnam in Braunfels zu verbringen und Lily und das NRW-Team dabei bei dem Kampf um die Goldmedaille zu unterstützen. Diese Saison durfte sie sogar neben ihrer Trainerin WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky an Brett 2 platznehmen. Alle anderen Spielerinnen durften wir erstmalig kennenlernen, denn die NRW-Mannschaft setzte sich komplett neu zusammen im Vergleich zu den Vorjahren. Dies hatte verschiedene Gründe: Die Jugend-WM startet bald, in NRW wurde das Qualifikationsturnier zur DVM gespielt, private Verpflichtungen usw. Glücklicherweise sind wir ein großes Bundesland und können solche Ausfälle gut kompensieren. An Brett 3 spielte Sarah Fetahovic von der SG Solingen, zweifache U18w NRW-Jugendmeisterin. Familie Borriss, bestehend aus WFM Claudia Borriss und ihrer Tochter Emma besetzten die Bretter 4, respektive das Ersatzbrett 9 (wobei jede Spielerin maximal einmal aussetzte). Claudia war in ihrer Jugend mehrmals deutsche Meisterin, Emma nahm auch mehrmals an deutschen Jugendmeisterschaften teil. An Brett 5 spielte WFM Heike Vogel, eine „Powerfrau“ aus Kerpen. Sie ist dort Vereinsvorsitzende und gewann Ende der 80er mehrmals die deutsche Jugendeinzelmeisterschaft, u.a. (wenn man der KI glauben darf) als 12-jährige in der Altersklasse der unter 17-jährigen. Brett 6 spielte Marina Limbourg. Sie war u.a. Teil des siegreichen NRW-Teams von 2021 und wusste daher, wie es ging den Titel zu gewinnen. An Brett 7 stellte NRW Alica Hoevelmann vom Schachverein Turm Hohenlimburg auf, an Brett 8 Johanna Kraus aus Leverkusen, die für die Schachfreunde Essen-Werden spielt. Die klimatischen Bedingungen waren ebenfalls anders als gewohnt, die letzten beiden Jahre war es über Fronleichnam in Braunfels hochsommerlich, dieses Jahr wechselhaft und eher frühlingshaft, was für die Spielbedingungen im „Haus des Gastes“ in Braunfels aber eher von Vorteil war.

Das offizielle Mannschaftsfoto des NRW-Teams

Die NRW-Mannschaft war an 2 gesetzt, hinter Sachsen-Anhalt, die dieses Jahr 2 lettische WGMs aufstellten. Darauf folgte Bayern mit durchschnittlich 40 DWZ-Punkten Abstand. Carmens Wertungszahl verfälschte aber ein wenig den Vergleich. Die weiteren Bretter waren immer mehr oder weniger auf Augenhöhe mit den Mannschaften der anderen Landesverbände, die Ausgangssituation versprach daher einen spannenden Turnierverlauf. In der ersten Runde wurde das schon deutlich, gegen Hamburg gab es „nur“ ein knappes 4,5:3,5. Lily verlor ihre Partie gegen Carina Brandt, Sarah, Claudia und Johanna holten aber volle Punkte, welche am Ende zum knappen Mannschaftssieg reichten.

Vor der ersten Runde gegen Hamburg

Premiere an Brett 2 für Lily.

Der Start ins Turnier war also geglückt. Die zweite Runde gegen Schleswig-Holstein hätte nominell eigentlich schwieriger werden sollen, der Verlauf war dann aber eindeutig. Lily gewann mit Weiß mit einer starken Partie erstmals gegen eine internationale Meisterin, WIM Luba Kopylov wurde sauber überspielt. Auch an den anderen Brettern waren meist die NRW-Frauen die Siegerinnen. Die Mannschaft war endgültig im Turnier angekommen, rechtzeitig zur Nachmittagsrunde, die gegen den Favoriten Sachsen-Anhalt gespielt werden sollte. Es war „Crunchtime“, allen war klar, dass der Gewinner des Duells die allerbeste Karten haben würde, am Ende Gold zu holen. An allen Brettern wurde hart gekämpft. Lily spielte gegen WGM Ilze Berzina und gestaltete den Partieverlauf völlig offen. Zweimal hatte sie sogar die Chance in Vorteil zu kommen, entschied sich aber jeweils für die weniger erfolgsversprechende Fortsetzung:

Nach c4 ist Sf4 ein starker Zug. Die Pointe ist, dass nach De3 Sd4 funktioniert. Der Springer auf f4 ist durch die Gabeldrohung auf e2 taktisch gedeckt. So hätte Schwarz zwei starke Springer ins Zentrum installieren können. Lily spielt aber stattdessen Sb6 mit einer ausgeglichenen Stellung.

Lily spielte also Remis, genau wie Alica und Emma an Brett 6 und 8. Claudia konnte ihre Partie gewinnen, aber die weiteren Bretter gingen leider verloren, sodass das Endergebnis recht deutlich ausfiel: 5,5:2,5. Die gedrückte Stimmung hielt allerdings nicht lange an, denn nach dem leckeren Abendessen (exquisite Schweinelendchen) in unserem Stammlokal, dem Solmser Hof, welches wir im Übrigen auch für nicht-schachliche Zwecke wärmstens empfehlen können, wartete am nächsten Tag mit Thüringen schon der nächste Gegner. Gold war so gut wie vergeben, aber Silber und Bronze sollten auf jeden Fall drin sein.

Guten Morgen Braunfels! Blick aus unserem Hotelzimmer im Solmser Hof auf den zentralen Platz der Altstadt.

Gegen Thüringen lief es dann wieder gut: Drei Gewinnpartien durch Carmen, Marina und Emma, Rest Remis. Das Ergebnis war ein nie gefährdeter 5,5:2,5 Sieg. Am Nachmittag tagte das „inoffizielle Treffen für Aktivistinnen des Frauenschachs“. Eine ziemlich verschwörerische Bezeichnung dafür, dass einfach viele Engagierte in dem Bereich an einem Ort weilten und sich zu dem Thema austauschen. Wie dem auch sei, wir besuchten währenddessen mal wieder den Park und die schöne Burg, ließen uns über die Geschichte des Gemäuers und ihrer Bewohner im Laufe der Jahrhunderte informieren oder genossen einfach die Aussicht.

Im Schlosspark von Braunfels von links nach rechts: Carmen Voicu-Jagodzinsky, Claudia Borriss, Johanna Kraus, Sarah Fetahovic, Lily Schirmbeck und Marina Limbourg

Lily mit den Tus und Olivia Lukas.

Lily auf der Kanone 2026.

Und zum Vergleich zwei Jahre zuvor: Gleicher Ort, andere Kanone, andere Perspektive, aber gleiche Lily und sogar gleiches Paar Schuhe (nur andere Größe) ;-).

Beim Abendessen gab es noch etwas zu feiern, Heikes „25.“ Geburtstag. Dafür gabs eine Karte, ein Eis und einen Turm – herzlichen Glückwunsch! In der letzten Runde ging es dann gegen Hessen. Heike beschenkte sich nachträglich gleich mal selbst mit einem schicken Sieg. Spannend wurde es dann am Ende. NRW führte nach weiteren Siegen von Carmen und Sarah 4:3. Es spielten noch Emma und Lily. Es brauchte nur noch ein Remis zum Mannschaftssieg und der damit verbundenen sicheren Silbermedaille. Beide verteidigten aber unangenehme Stellungen. Lily hatte im Endspiel die Chance auf Remis, fand in Zeitnot aber nicht die korrekte Fortsetzung und auch Emma stellte leider ihre Partie ein. Also hieß es Unentschieden und die allseits ungeliebte Buchholzwertung musste darüber entscheiden, wer welche Medaille erhalten sollte. Dieses Mal hatten wir Glück, landeten vor Bayern auf dem Silberplatz und wurden damit Vize-Mannschaftsmeister. Zudem erspielte sich WFM Claudia Borriss noch mit starken 4 aus 5 einen Brettpreis. Herzlichen Glückwunsch an Sachsen-Anhalt und Bayern zu Gold, respektive Bronze, herzlichen Glückwunsch allen NRW-Spielerinnen, dem „Management“ und allen die mitgefiebert haben!

Silber für NRW!

Schließen möchte ich den Bericht mit einem Zitat des Mannschaftsführers Andreas Jagodzinsky aus seinem Abschlussbericht zum Turniers: „Der zweite Platz in Braunfels ist damit weit mehr als nur ein schönes Einzelergebnis. Er ist auch ein starkes Signal für die Breite, Qualität und Entwicklung des Frauenschachs in Nordrhein-Westfalen. Auf dieser Leistung lässt sich mit großem Optimismus aufbauen.“ Wohl gesprochen, wir schließen uns vollumfänglich an. Ein herzlicher Dank geht auch an die Organisatoren und Helfer von den Schachfreunden Braunfels. Wir haben eure Gastfreundschaft sehr genossen. Vielen Dank für euer jahrelanges Engagement!

Vorbericht des Schachbunds NRW

Abschlussbericht des Schachbunds NRW

Bericht des Hessischen Schachverbands

Bericht aus Sicht des Bayerischen Schachverbands

Bericht des Niedersächsischen Schachverbands

Bericht des Schachverbands Sachsen-Anhalt

Bericht des Schachverbands Württemberg

Link zu Chess-Results

Lichess-Übertragung

Abschlussbericht des DSBs

Bericht des SK Halle über das Turnier 2025

Bericht des SK Halle über das Turnier 2024

Geschichte des Vereins – Hängepartie in der Verbandsliga 1987

Aus dem Archiv des SK Halle möchte ich einen aus dem Jahr 1987 vorstellen. Im Verbandsligaspiel zwischen Halle und Brakel/Bad-Driburg gab es eine Hängepartie an Brett 5. Bis zum Aufkommen starker Schachcomputer war es gang und gäbe Turnierpartien nach einer gewissen Spielzeit abzubrechen. Ich bin mir nicht sicher, ob dies in der Spielordnung geregelt war nach welcher Zeit der Abbruch zu erfolgen hatte, oder ob es hierzu einen Antrag eines Spielers brauchte. Jedenfalls wurde die Stellung der Partie dann schriftlich festgehalten auf einem „Hängepartieformular“, welches ihr unten sehen könnt. Der Spieler, der am Zug war, musste vor Abbruch verdeckt einen Zug aufschreiben und ihn in einem verschlossenen Umschlag hinterlegen. Würde die Partie zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt werden, würde der Umschlag geöffnet, der Zug ausgeführt und die Partie fortgesetzt. Dies hat man vermutlich so geregelt, damit nicht derjenige, der am Zug war, einen Vorteil bei der zwischenzeitlichen häuslichen Analyse der Stellung hatte. Die Partie unten wurde aber nicht fortgesetzt, denn es gab noch einen Zwischenschritt. Die Hängepartieformulare wurden vom Spielleiter der Liga geprüft und die Stellung eingeschätzt. Nur wenn einer der Spieler gegen diese Einschätzung Einspruch erhob, wurde zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt.

Ich habe nie eine Hängepartie gespielt, ich weiß auch nicht wann sie genau abgeschafft wurden. Ich vermute mal das geschah irgendwann Anfang der 90er Jahre, als die Schachprogramme so stark und für jedermann verfügbar wurden, dass der Modus endgültig seinen Sinn verlor, die Bedenkzeiten in klassischen Partien verkürzt wurden und einfach immer bis zum Ende gespielt wurde.

Info

Immer Freitags ab 18:00 Vereinsabend in unserem Spiellokal

Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!

Anstehende Veranstaltungen

Besucher-Zähler

Besuche seit 2018