SK Halle 1946 eV

Quickstep und Jugendopen kurz vor Weihnachten

Im Dezember haben wir dieses Jahr richtig Gas gegeben: Haller Stadtmeisterschaften im Schnellschach, Rapid-ELO und nun zum Abschluss kurz vor Weihnachten noch ein Jugendopen U12 und ein Quickstep-Turnier. In Halle wurde eine Menge Schach gespielt. Beide Turniere wurden gut angenommen und auch die Kombination passte: Eltern/Trainer im Quickstep, Nachwuchs im Jugendopen war eine viel genutzte Kombination. Das Jugendopen wurde von Martin souverän geleitet, für das Quickstep-Turnier war ich verantwortlich. Auch ein Catering haben wir organisiert. Der unermüdliche Frank bot auf dem Balkon der Mensa Gulaschsuppe, Snacks und Getränke an.

23 Spielerinnen und Spieler beim Jugendopen

Das Jugendopen war auf U12 Spieler beschränkt, damit wir mit verkürzter Bedenkzeit spielen und so 5 Runden an einem Tag anbieten konnten. Von unseren Jugendlichen haben Tobias und Ihor mitgespielt. Tobi kämpfte tapfer, erspielte aber nur einen halben Punkt (und einen kampflosen). Ihor war erfolgreicher, mit 3 Siegen belegte er den 6. Platz im Turnier. Gewonnen hat Maximilian Gorokhoff vom Bielefelder SK. Er gewann alle 5 Partien.

Im Quickstep-Turnier lief es ähnlich gut. In 10 Gruppen (A-J) mit je 4 Spieler (Gruppe J zu sechst) wurde der jeweilige Sieger ausgespielt. Besonders erfreulich aus unserer Sicht sind die Siege von Benni und Fabian, die ihre Gruppe gewinnen konnten. Fabian musste sogar ins Stechen und behielt dort die Nerven. Bennis Vater Steffen spielte auch zum ersten Mal eines unserer Turniere mit. Mit seinem halben Punkt wird er vermutlich seine erste DWZ erspielt haben.

Blick über das Turnierareal: Gute Spielbedingungen für alle Spieler, über Platzmangel beklagte sich niemand.

Benni mit seinem Pokal

Von Fabian gibt es leider kein Foto mit Pokal, weil für seine Gruppe noch kein Pokal bestellt war. Hier ist er aber in seiner Partie gegen Chiddarth Sasikumaran zu sehen, die Remis endete.

Bei der letzten Partie des Turniers ging es in der Gruppe C um den Turniersieg: Insa Marie Schwittay kämpfte Leah Schmidt nieder (beide im Inkrementbereich) und sicherte sich so den Turniersieg.

Der Sieg in Gruppe A ging ebenfalls nach Werther, Ekki vergurkte zwar seine Gewinnstellung in der zweiten Partie gegen Martin Makowski zum Remis, aber 2,5 Punkte reichten am Ende.

Gewonnen haben ferner:

Gruppe A: Ekkehard Hufendiek

Gruppe B: Maximilian Kusche

Gruppe C: Insa-Marie Schwittay

Gruppe D: Karlo Finn Hoffmann

Gruppe E: Benjamin Jahn

Gruppe F: Björn Hüther

Gruppe G: Alexander Lesnik

Gruppe H: Oliver Hartmann

Gruppe I: Ian-Dean Bauer

Gruppe J: Fabian Walter

Bleibt noch Danke zu sagen:

  • An Frank Bergmann für die Hilfe beim Auf- und Abbau und das Catering.
  • An Martin Schulte für die Turnierleitung des Jugendopens.
  • An Thomas Bergmann vom Rhedaer SV, der den Kontakt zur Schlachterei Mix in Rheda herstellte und auch noch den Transport übernahm.
  • An den SV Künsebeck und den Rhedaer SV für die Ausleihe der Uhren.
  • An die Volleyballer vom SC Halle, die verständnisvoll ihre Trommel temporär einpackten, als wir sie darauf hinwiesen, dass sie doch sehr störte.
  • An die Haller Jugendschachler, die nach dem Weihnachtsturnier am Freitagabend noch die Tische der Mensa mit Schachsets pflasterten.
  • An die Stadt Halle zur Verfügungstellung der Räumlichkeiten.
  • An alle unsere Gäste, die ein faires Turnier ausspielten und ihre Partien teilweise bis zum letzten Inkrement auskämpften. Ihr habt unserem geliebten Schachsport Ehre erwiesen.

Links:

Jugendopen bei Chess-Results

Quickstep Turnier bei Chess-Results

Geschichte des Vereins – Simultan mit Vlastimil Hort

Der untere Artikel erzählt vom Simultan mit Vlastimil Hort in Rheda. Nach seiner Emigration aus der Tschecheslowakei nach Deutschland, hat der damalige Weltklassespieler viele Simultans gegeben. In Halle fand Mitte der 90er auch noch eins statt, ich war als junger Bub persönlich zugegen. Dieses Jahr ist Vlastimil Hort gestorben, die Beerdigung fand Anfang Dezember unter großer Anteilnahme in Prag statt. Artikel des DSB In unserem Archiv habe ich noch die Korrespondenz gefunden, die damals zwischen ihm und Friedhelm Kahmann zur Organisation der Simultanveranstaltung in Halle geführt wurde. Vielleicht werde ich die auch noch einmal heraussuchen und hier etwas aufbereitet veröffentlichen.

Nico dominiert das Rapid-ELO im Dezember

Beim Rapid-ELO am Freitag fanden sich im Dezember 26 Spielerinnen und Spieler in der Haller Mensa zusammen. Einige waren schon zum dritten Mal dabei, es entwickelt sich so langsam ein harter Kern der Rapid-ELO-Liebhaber, den es immer wieder nach Halle zieht. Gestern war es das Turnier von Nico Glatt, 5 aus 5 sprechen eine deutliche Sprache. Tolle Leistung des Nachwuchsspielers aus Stukenbrock! Bester Haller war Martin Schulte auf Platz 7 mit 3 Punkten. Er stand gegen Nico ziemlich gut, aber am Ende…tja, Nico spielt in kurzen Bedenkzeiten einfach sehr ideenreich und fehlerarm.

Aus Martin Schulte gegen Nico Glatt: Weiß hat Vorteil, aber nur Th1 setzt den Angriff fort. Martin spielte Sd1: Falsche Idee, weil zu langsam.

Letzte Runde: Berkin Sekerci spielt gegen Nico Glatt um den Turniersieg, man kann schon auf dem Foto angesichts der weißen Übermacht im Zentrum optisch erahnen: Nico steht schon auf Gewinn.

Das obligatorische Foto von oben. Die Mensa war hübsch weihnachtlich dekoriert, ein Tannenbaum und diverse Weihnachtssterne trugen zur Stimmung bei.

Fabian ließ sich auch von einer harten Arbeitswoche und der kalten Witterung nicht davon abhalten mitzuspielen. Er landete einen Sieg.

Viktor holte zwei Siege.

Florian Schreiber im Brackweder Duell gegen Jan Döller.

Link zu den Ergebnissen

Die Serie wird im Januar fortgesetzt, 3 Termine bis einschließlich März haben wir bisher angesetzt: ELO-Rapid am Freitag Q1 2026

Haller Stadtmeisterschaften im Schnellschach 2025

Zum 22. Mal organisierte der Sportpark Halle die Stadtmeisterschaften. Der Deal bei dem Turnier ist der folgende: Der Sportpark stellt die Räumlichkeiten und die Logistik drumherum (Verpflegung, Sportanlagen, Verwaltung der Anmeldungen) und die Sportvereine der Stadt richten in diesem Rahmen ein Turnier ihrer jeweiligen Sportart aus. Wir waren als Schachverein immer dabei. Die ersten Jahre war Dieter Ahlemeyer (der gestern auch wieder mal mitspielte) der Turnierleiter, seit ein paar Jahren übernimmt unser Spielleiter Martin Schulte die Rolle. Der Spielmodus hat sich seit Beginn des Turniers Anfang der 0er Jahre nicht verändert, es wurde immer 15+0 gespielt. Damals in Ermangelung elektronischer Uhren im Verein, mittlerweile aus Tradition. Es gibt Liebhaber des Zeitmodus ohne Inkrement, die Gelegenheiten ihn zu spielen werden zunehmend weniger. Gestern kamen sie aber mal auf ihre Kosten. Vielleicht spielen wir nächstes Jahr sogar mal mit den alten analogen Uhren, mal schauen. 20 Teilnehmer waren kein Rekord, letztes Jahr waren es derer fast 40. Das lag möglicherweise daran, dass es dieses Jahr auf Seiten des Sportparks ein paar organisatorische Schwierigkeiten gab, aufgrund derer das Turnier erst im Dezember stattfinden konnte, anstelle wie sonst üblich im Oktober. Es folgen ein paar Bilder von Frank Bergmann, der kurz als Kiebitz hereinschaute.

Da ich keine sonstigen Pflichten hatte, spielte ich mal wieder mit, wenn auch nicht besonders erfolgreich. 3,5 Punkte waren nicht so dolle.

Gegen Lily musste ich auch antreten. Ich stand, glaube ich, auch ganz gut bis weit ins Mittelspiel. Sie kennt mich und meine Schwächten allerdings zu gut: Taktik übersehen, 1:0 für Lily.

Tobias Horter traute sich: Als mit Abstand jüngster Spieler gab es am Ende zwar keine Punkte, aber jeder fängt mal klein an ;-).

Lily (hier gegen Lotta Kowalzik aus Lage) konnte ihren Schnellschachtakt vom Rapid-ELO vor zwei Wochen nicht ganz halten, 100% wurden es dieses Mal nicht. Am Ende war es der 6. Platz mit 4 Punkten. Sie hatte aber starke Gegner, das passt also schon. Dahinter sieht man Helena Neumann gegen oben erwähnten Dieter Ahlemeyer, gegen den ich auch noch die Ehre hatte antreten zu dürfen.

Martin hatte doppelt so viel Spielmaterial eingepackt, wie am Ende wirklich gebraucht wurde. In den letzten Jahren war seine Erfahrung allerdings, dass trotz mäßiger Voranmeldezahlen dann doch noch viele Schachfreunde sich spontan zur Teilnahme entschlossen, und da wollte er vorbereitet sein. Vorbildlich :-).

Fabian haderte in den ersten Runden sehr mit sich und seinen verpassten Möglichkeiten. Am Ende holte er dann aber doch noch 2 Punkte. Gegen Werner Fechner, der wieder mal mit seinem Brunder Manfred vorbeischaute, setzte es in der ersten Runde allerdings eine Niederlage.

Gewonnen hat das Turnier Florian Schreiber mit starken 6 Punkten. Herzlichen Glückwunsch nach Brackwede! Weiterhin gewannen noch hübsche Pokale: Nico Glatt (<1800 DWZ) , Adam Popkiewicz (Jugend) und Dieter Ahlemeyer (<1600 DWZ).

Vielen Dank allen Besuchern und Teilnehmern des Turniers. Nächstes Jahr ist eine weitere Auflage vom Sportpark fest eingeplant, die dann auch wieder früher im Jahr stattfinden wird (vermutlich Oktober). Wir informieren, sobald die Rahmendaten festgezurrt sind. Beim SK Halle steht noch am nächsten Freitag das Rapid-ELO-Turnier an und am 20. Dezember das Quickstep-Turnier und das Jugendopen. Ausschreibungen finden sich in der Terminrubrik unserer Website. Anmeldungen zu allen Turnieren nehme ich gerne entgegen.

Link zur Chess-Results

Link zum Sportpark

Wanderehrenpreis der Firma Wilhelm Kisker

Irgendwann ist der Wanderehrenpreis der Firma Wilhelm Kisker bei uns im Schrank gestrandet. Vielleicht haben wir ihn mal gewonnen, vielleicht haben wir ihn auch vergeben. Man weiß es nicht. Der Pokal war jedenfalls massiv und nahm ordentlich Stellfläche ein. Nun ist er Altmetall.

Rapid-ELO am Freitag – Lily räumt ab

Auch das Novemberturnier des Rapid-ELO war ein voller Erfolg. 32 Spieler kamen zusammen, alleine der Brackweder SK veranstaltete mit 12 Spielern ein inoffizielles Vereinstreffen bei uns. Zusammen mit den 10 Haller Teilnehmern stellten wir 2/3 des Spielerpools. Das Turnier begann mit der Ehrung von Frank Bergmann. Er hat sich das Konzept des Teutopokals überlegt und wurde dafür geehrt. Herzlichen Dank, Frank!

Ich, Frank und Pokal. Nächstes Jahr wird der Gesamtsieger des Teutopokals auch so eine schicke Hermannsstatur bekommen.

Es war das Turnier von Lily. Nach der EM baute sie angesichts der dort verpassten Medaille ein bisschen Frust ab und gewann alle Runden. Sie zeigte dabei sehr starke Partien auch gegen nominell deutlich stärkere Spieler und erspielte sich eine ELO-Performance von >2700. Die ist zwar bei 100% ziemlich Banane und sagt fast nichts aus, aber sie steht jetzt halt für immer und ewig bei Chess-Results. Wenn Sie irgendwann mal wirklich so eine Performance spielen sollte ohne 100% der Partien zu gewinnen, werde ich allen zukünftigen Gratulanten die Anekdote von diesem Rapid-ELO-Turnier erzählen, wo sie das auch schon einmal geschafft hatte ;-).

Martins Leistung stand ein bisschen im Schatten von Lilys Performance, was etwas schade ist. Er schaffte mit 4 aus 5 gegen sehr starke Gegner eine ELO-Performance von >2000 und wurde dritter. Top! Hansa: Solide, 3 aus 5. Gegen schwächere gewonnen, gegen stärkere verloren.

Lily in der ersten Runde gegen Tim Maiwald. Nebenan spielte Florian Schreiber gegen Ekkehard Neumann, ein Wiedereinsteiger in den Schachsport nach erfolgreich abgeschlossenem Berufsleben.

Fabian gewann eine Partie (nicht diese) gegen Liv Girod, die hier gerade hinter ihm steht und zuschaut.

Florians Turnier war unauffällig, 3 aus 5. Es ist noch nicht lange her, dass eine Performance von >1700 eine außergewöhnliche Leistung von ihm wäre. Mittlerweile ist dies erfreulicherweise normal :-). Hansa Miller und Charly Krautkrämer, der in der ersten Runde gegen Florian den kürzeren zog, schauen seiner Partie gegen den einzigen Vertreter von 2hoch6 Bielefeld Nico Kurz zu.

In der zweiten Runde hatte Louis das Vergnügen Lily gegenüber zu sitzen. Sein Turnier war ganz ok, ELO-Performance >1600.

Das Gesamtfeld. Die linke Reihe sind die DGT-Bretter. Beim Novemberturnier hatten wir 9, im Dezemberturnier werden es 10 sein.

Maxims Einstand bei der Rapid-ELO war angemessen, 3 aus 5 und >1600. Benni schaffte sogar >1700, da er stärkere Gegner hatte.

Am 12. Dezember gehts weiter! Wir freuen uns über alle Gäste von nah und fern!

Ergebnisse auf Chess-Results

5. Platz bei der Jugend-EM in Budva Montenegro

Und wieder wurden die Koffer im Hause Schirmbeck gepackt. Das letzte internationale Turnier der Saison stand an und war gleichzeitig der Höhepunkt des Jahres – Die klassische Jugend-EM. Eigentlich hätten wir die WM bevorzugt, die dann aber nicht wie ursprünglich angekündigt in Orlando Florida ausgetragen wurde, sondern nach Kasachstan umgezogen ist. Daher also Montenegro, ein Direktflug aus Dortmund nach Podgorica versprach auch deutlich weniger Reisestrapazen als es nach Almaty gewesen wären.

Anflug auf Podgorica, man sieht landschaftlich schon, was Montenegro ausmacht: Viele Berge und Seen und in Budva kam dann noch die Adria dazu.

Und da ist sie schon: Im Meer kann man Lily mit Esam Sally Elsayed beim Baden zusehen. Auf der Insel im Hintergrund rechts findet man den „Hawaii“ Strand.

Dieses Jahr jettete die europäische Jugendschachwelt also nach Budva. Ein von Bergen eingerahmtes Touristenstädtchen an der Adria, welches für seine Strände und das klare Wasser bekannt ist. Ende Oktober war die Saison im Grunde zu Ende, das Wasser aber noch so warm, dass wir häufig kurz vor der Runde im Meer baden konnten, um einen klaren Kopf zu bekommen. Das war zwar frisch, aber nach etwas Gewöhnung erträglich. Untergebracht waren wir im Slovenska Plaza Hotel, einer schönen, sehr weitläufig angelegten Hotelanlage, die in verschiedene „Villas“ aufgeteilt war, großen Appartmentgebäuden mit Innenhof. Die Unterbringung war sehr gut, das Essen auch voll in Ordnung. Nach fast 2 Wochen wiederholt es sich natürlich, aber das ist überall so.

Es gibt in Budva die malerische Altstadt mit vielen kleinen Shops sowie Restaurants und Cafes, perfekt für Touristen zum Flanieren. Die Neustadt von Budva selbst ist dagegen ziemlich hässlich.

Der Spielsaal war ein Zeltkomplex, der direkt neben den Rohbau eines großen Hotels aufgebaut war. Bei der ersten Inspektion gab es ein paar Bedenken bezüglich Lärm von der Baustelle nebenan, abends wurde es auch schnell recht frisch und eine Heizung gab es nicht. Die Bedenken waren aber unbegründet, alles war gut organisiert. Das Turnier wurde in den Altersklassen U8-U18 gespielt, insgesamt gab es also 12 Turniere mit jeweils um die 100 Teilnehmern. Die Europäische Schachunion veranstaltet das alles zusammen, was den Stresslevel bei ca. 1200 Spielerinnen und Spielern für die Organisatoren mutmaßlich nochmal deutlich erhöht. Dagegen werden Weltmeisterschaften geteilt ausgetragen, einmal U8-U12 und U14-U18.

Kleiner Rundgang im noch nicht ganz fertig vorbereiteten Turnierareal

Die tägliche Prozession vom Hotel zum Turniersaal. Durch diese hohle Gasse mussten die Spieler auch alle wieder zurückkommen.

Das G12-Feld vor der 4. Runde. Lily spielt gegen ihre Freundin Olivia Lukas ©2025, Mark Livshitz, ECU

Typische Gesamtsituation im Vorraum des Turniersaals. Einige Eltern und Betreuer haben dort stundenlang ausgeharrt und auf ihre Kinder gewartet. Links geht es durch die Metalldetektoren in den Spielbereich.

Die deutsche Delegation bestand aus 43 Spielern. Das klingt nach viel und war es auch. Ich habe bis zum Schluss nicht alle Namen der Kinder und Begleiter gelernt, das war bei den anderen internationalen Meisterschaften anders. Wir waren damit aber trotzdem bei weitem nicht die größte Delegation. Polen beispielsweise war mit 68 Spielern vertreten und gleichzeitig die erfolgreichste Nation – 5 Medaillen gingen an unsere freundlichen Nachbarn im Osten. Die machen im Jugendschach anscheinend viel richtig. Das deutsche Gesamtergebnis war dagegen enttäuschend, mittelgroße bis riesige ELO-Verluste waren die Regel, selbst Lily verlor trotz eines Ergebnisses von 7 aus 9 etwas ELO. Die einzige Medaille holte FM Mykola Korchynskyi, der seit diesem Jahr für Deutschland spielberechtigt ist.

Die deutsche Delegation im schönen Hotelgarten – Auf dem Foto fehlen einige Spielerinnen und Spieler

Analyse der OWL-Trainingsgruppe am Halloween. Lily zeigt gerade eine ihrer Partien. Trainer Matthias Krallmann, Maurin Möller, Hussain Besou und Jad Besou (leider verdeckt durch seinen großen Bruder) kommentieren

Lilys Turnier war ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem sicheren Sieg in der ersten Runde folgte eine ärgerliche Niederlage gegen die Französin Cyrielle Duchatel, die Lily schon frühzeitig die Chancen auf eine gute Buchholzwertung am Turnierende verhagelte. Es folgte dann eine Siegesserie bis zur Runde 7, wo Lily eine Gewinnstellung gegen die Polin Alicja Gruszecka einzügig wegwarf. Danach war klar, dass es nur mit sehr viel Glück noch eine Medaille werden würde. Lily raffte sich auf, gewann die beiden letzten Partien, doch am Ende reichte ihre Buchholzwertung nicht für eine Medaille. Für Platz 5 versprach die Ausschreibung trotzdem einen Pokal, den gab es dann aber leider doch nicht.

Spaß mit Flagge bei der Siegerehrung: v.l.n.r Olivia Lukas, Klara Bayer, Meara Classen, Lily Schirmbeck

Das Deutschlandlied für FM Mykola Korchynskyi – Gold in der U16, Herzlichen Glückwunsch auch zur IM-Norm!

Unser persönliches Fazit ist ein gemischtes. Lily hat den 5. Platz unter 107 Spielerinnen in ihrer Altersklasse belegt. Das ist objektiv gesehen eine sehr gute Leistung, auch angesichts dessen, dass wirklich alle guten Europäerinnen teilgenommen haben. Lily ist aber eigentlich trotzdem enttäuscht, dass es letztlich nicht ganz gereicht hat. Wenn man nach Wertungszahlen die Nummer 1 in Europa und Nummer 6 auf der aktuellen Weltrangliste in der eigenen Altersklasse ist, ist alles andere als Gold gefühlt irgendwie zu wenig. Stolz macht es uns allerdings vor allem, wie sie sich nach dem bitteren Einsteller in der 7. Partie zurückgekämpft und am Ende noch die zwei letzten Partien souverän gewonnen hat. Das waren objektiv sogar ihre besten, die Gegnerinnen hatten keine Chance, und die können auch ziemlich gut Schach spielen. Lilys Gegnerin aus Runde 9, Melis Duru Kaygun aus der Türkei, hat bis zur Runde 7 das Turnier sogar angeführt. Wir nehmen mit, dass Lily in jeder einzelnen der 9 Partien auf Gewinn stand, davon aber eben nur 7 gewonnen hat. Man braucht einfach auch etwas Fortune, um bei einem solchen Turnier am Ende ganz oben zu stehen. Manchmal werden Fehler beim Schach bestraft, manchmal nicht. Lilys wurden leider einmal zu viel bestraft.

Die aktuelle Weltrangliste der U12w. Die Europäerinnen hinter Lily, Clio Alessi, Zuzanna Kaminska und Marianta Lampou belegten die Plätze 9, 12 und 20. Europameisterin wurde Lilys Freundin Alona Tolmaceva (Platz 5 in Europa, Platz 16 der Weltrangliste). Herzlichen Glückwunsch nach Lettland!

Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle Lilys Trainerin WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky, die ganz kurzfristig mehrere Tage lang alles stehen und liegen ließ, um zusammen mit Lily Pläne für ihre Partien der nächsten Runden auszuarbeiten. Du warst unsere Retterin in der Not. Vielen Dank für deine Loyalität, das werden wir nicht vergessen!

Lilys größter Erfolg in ihrer U12w-Karriere bleibt damit nominell die Bronzemedaille bei der Team-EM in Terme Catez, wobei der 5. Platz in Budva wahrscheinlich sportlich sogar höher zu bewerten ist. Nächstes Jahr wechselt sie in die U14w, die neuen Herausforderungen warten bereits.

Website des Veranstalters

Übertragung der Partien auf Lichess

Ergebnisse bei Chess-Results

Vorbericht des Deutschen Schachbunds

Zwischenbericht des Deutschen Schachbunds

Abschlussbericht des Deutschen Schachbunds

Bericht über die Eröffnung im deutschsprachigen Bereich eines montenegrinischen Nachrichtenportals

Bericht von Brigitte Große-Honebrink – eine deutsche Schiedsrichterin vor Ort

Vorbericht bei Chessbase

Zwischenbericht bei Chessbase

Abschlussbericht bei Chessbase

Teutopokal November – Abschluss 2025, Ausblick 2026

Ein paar Schwierigkeiten mussten überwunden werden beim Abschlussturnier der Teutopokalserie 2025. Der Beamer ließ sich nicht richtig verbinden, daher mussten die Paarungen bei jeder Runde laut vorgelesen werden. Zudem war ein Heinzungsventil in der Sportanlage Masch defekt, sodass sich diese nicht herunterregeln ließ und etwas Saunaatmosphäre aufkam. Alle Fenster wurden aufgerissen und zwischen den Runden ausgiebig der Balkon aufgesucht. Beirren von den leichten Unwirtlichkeiten ließ sich dieses Mal nicht FM Rafael Torres-Kuckel, der das Turnier mit einem knappen Buchholzvorsprung vor Fabian Schlottmann gewann. Beide gaben 2 Punkte ab. Beste Spielerin des Bezirks Bielefeld und damit Bezirksblitzeinzelmeisterin wurde WFM Helena Neumann. Sie hat damit ihren Titel aus 2024 verteidigt. Die Turnierleitung oblag in meiner Abwesenheit Martin Schulte, der von Christian Jackl als Schiedsrichter unterstützt wurde. Ich hörte, ihr wart am Ende ordentlich durchgeschwitzt ;-). Vielen Dank an dieser Stelle für euren Einsatz und auch den der Haller Vereinsmitglieder, die beim Auf- und Abbau mitgeholfen haben und ein guter Gastgeber für die Teutopokalgemeinde waren.

Ergebnisse auf Chess Results

Das zufriedene Treppchen (v.l.n.r.) CM Frank Bellers, FM Rafael Torres-Kuckel, WFM Helena Neumann und Fabian Schlottmann

Bester Haller Spieler wurde Benjamin Jahn (links im Deutschlandtrikot gegen Thomas Platz). 7 Punkte, 10. Platz und eine ELO-Performance von 1754 sind eine starke Leistung!

Zwei Haller Teutopokalpremieren gab es auch. Louis Stiller wird mit seiner Platzierung im unteren Drittel nicht ganz zufrieden sein, wobei das Feld sehr eng war. Der Unterschied zwischen Top 10 und Platz 30 betrug gerade mal 2 Punkte.

Der zweite Premiere war die von Maxim Steffen, der es auch endlich mal geschafft hat sich eine FIDE-ID zu organisieren ;-). Hier gegen Johannes Neuwald zog er am Ende den Kürzeren.

Die Spitzenbretter: Im Vordergrund WFM Helena Neumann – Fabian Schlottmann

Blick über das gesamte Teilnehmerfeld: Wären es noch ein paar Spieler mehr gewesen, hätte man tatsächlich in die Mensa ausweichen müssen.

So ging die Teutopokalsaison 2025 zu Ende. Die Planungen für 2026 sind derweil in vollem Gange. Es wird ein paar Veränderungen geben: Der Gütersloher SV, der Brackweder SK und der SK Turm Lage kommen als Veranstalter hinzu, das Turnier in Spenge fällt aufgrund der dort sehr begrenzten Kapazität leider weg. Vielen Dank an dieser Stelle an die Familie Heidemann für euer Engagement in den letzten Jahren! Es wird außerdem eine Gesamtwertung mit einem hübschen Pokal und Preisgeld geben (Preisfonds 525€). Die Details zu den Terminen sind gerade in der Abstimmung, Ende November ist mit einer finalen Ausschreibung zu rechnen.

Das Hermannsdenkmal in Miniatur. Perfekte Siegestrophäe für den Teutopokal 2026!

5 Tage Haller Schachwerkstatt

Bericht von Trainer Viktor-Alexander Gieles

„Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Phantasie und Initiative hat oder nicht.“
(Christian Morgenstern)

Vom 20.-24. Oktober haben wir uns in der 1. Haller Schachwerkstatt täglich 5 Stunden lang mit den verschiedenen Aspekten des Schachspiel auseinander gesetzt.

Was ist eigentlich Schach?

„Schach ist eine Mischung aus Spiel, Sport, Wissenschaft und Kunst. Es bietet demjenigen, der es näher kennen gelernt hat, etwas geheimnisvolles, das der breiten Öffentlichkeit versagt bleibt – z.B. muss man das Bild eines Vincent van Goghs eine längere Zeit betrachten, um seine volle Schönheit zu entdecken. Bei einer Schachpartie findet ebenso eine freie Entfaltung der eigenen Persönlichkeit statt.“

Äußerlich ist Schach bloß ein Spiel mit ein paar Holzfiguren, die von zwei Spielern mal hier und da umhergezogen werden, aber was geht wohl in den Köpfen vor? In den Köpfen werden unzähligen Varianten berechnet bis der Kopf schon fast raucht. Nur wer bis in die tiefen Geheimnisse des Schachs vorgedrungen ist, kann dieses herrliche Gefühl beschreiben. Schach ist immer auch mit Kampf verbunden, man will sich mit anderen messen und zeigen, was man so alles drauf hat.

Schon Goethe sagte: „Schach ist ein Probierstein des Gehirns“. Nirgendwo sonst sieht man so deutlich, dass der Geist eines Menschen über die Materie siegen kann.

Tag 1

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde trafen wir uns zum ersten Turnierspiel mit einer halben Stunde Bedenkzeit in zweier Teams an den Brettern zusammen. Somit hatten die jungen Schachspieler gleich einen Experten an ihrer Seite. Dieses Turnier haben wir die ganze Woche mit insgesamt 7 Partien ausgetragen. Weiter ging es mit „Hand und Brain“, wobei auch das Schreiben der Notation integriert wurde.Als nächstes wurden die Schachfreunde in zwei Mannschaften aufgeteilt, um beim Staffellauf Mattbilderrätsel (in 2,3, oder 4 Zügen) auf das Brett in Position zu stellen und anschließend gemeinsam zu lösen. Anschließend haben wir uns eine der schönsten Partien der Schachgeschichte angeschaut, die sogenannte „Immergrüne Partie“. Sie wurde zwischen Adolf Andersen und Jean Dufresne 1852 in Berlin gespielt. Zum Abschluss begannen wir ein Blitz Turnier mit nur 5 Minuten Bedenkzeit. Dies haben wir dann an jedem weiteren Tag die ganze Woche lang fortgesetzt.

Tag 2

Am zweiten Tag hat unser Jugendschachspieler Benny Jahn eine seiner Partien mit dem angenommenen Damengambit am Demobrett vorgestellt. Wir haben mit unseren zwei Großschachfiguren auf zwei Feldern Kombischach in zwei Mannschaften gespielt und ich habe eine historische Partie von Kurt Richter vs. Abraham Baratz 1931 Prag mit der nach ihm benannten Richter Veressow Eröffnung vorgestellt.

Tag 3

Am dritten Tag der Schachwerkstatt haben wir uns Mattbilder angeschaut (u.a. das Reti Matt, welches aus einer kurzen Partie zwischen Richard Reti vs. Savielly Tartakower Wien 1910 stammt). Danach spielten wir Tandem Schach, wobei wir viel Spaß hatten! Als Gastreferent kam Klaus Blümel in die Schachwerkstatt, um uns ausgiebig in verschiedene Varianten der Französischen Verteidigung einzuführen. Das war super Interessant. Noch Mal ein Danke an Klaus! Zum Abschluss wurden spezielle Regeln im Schach erklärt, wie z.B. das En-Passant schlagen funktioniert, sowie die richtige Umwandlung eines Bauern zur Dame. Dann endete der Tag wieder einmal mit einem munteren Blitzduell mit 5 Minuten Bedenkzeit.

Tag 4

Am vierten Tag haben wir zu zweit Lernkarten mit dem Abzugsschach angeschaut. Danach wurde Tri-Schach und Quatro-Schach ausprobiert. Klaus Blümel hat uns spezielle Fortsetzungen in der Französischen Verteidigung erklärt, denn so manche Falle lauert im Wald dieser Eröffnung (z.B. das Millner-Barry-Gambit sollte man kennen). Danach haben die Schachfreunde von mir eine Bildergalerie mit Schachspielern aus 175 Jahren Schachgeschichte vorgelegt bekommen. Die Aufgabe war es, sich ein Bild eines Schachspielers aus zu suchen, um Zuhause etwas über die Biographie dieses Schachspielers zu erfahren und die Information am nächsten Tag mit in die Schachwerkstatt zu bringen. Dann wurde wieder geblitzt; dieses Mal mit 3 Minuten Bedenkzeit und 2 Sekunden Inkrement.

Tag 5

Am letzten Tag der 1. Haller Schachwerkstatt 2025 haben wir die letzten Runden unseres Turniers mit 30 Minuten Bedenkzeit gespielt. Die interessante Biographie des Engländer Joseph Henry Blackburne wurde zusammen mit einer von ihm gespielten Partie vorgestellt, in der die nach ihm benannten „Blackburne Falle“ vorkommt. Dann haben wir untereinander „Schlagschach oder auch Räuberschach bekannt, gespielt. Anschließend haben wir das Blitzschachturnier zu Ende gespielt, welches Benny knapp vor Leon und Luca gewonnen hat. Dann bekamen alle Teilnehmer der 1. Haller Schachwerkstatt eine Medaille ausgehändigt und wir haben gemeinsam die Werkstatt aufgeräumt.

Mein Fazit

Mit der Schachwerkstatt habe ich einen neuen Tätigkeitsbereich beim SK Halle 1946 e.V. erkundet, den ich bestimmt im nächsten Jahr fortsetzen werde.


Klaus Blümel erklärt die Französische Verteidigung.

Premiere: Rapid-ELO am Freitag

Mal wieder ein erstes Mal, Rapid-ELO an DGT-Brettern beim SK Halle. Man kann das Experiment als geglückt bezeichnen, sogar ein wenig zu geglückt. Der unerwartet große Zuspruch erlaubte es anders als in der Ausschreibung angegeben leider nicht, dass alle Partien aufgezeichnet wurden. Wir aktivierten alle 8 DGT Brettern, 7 Bretter mussten leider ohne Partieaufzeichnung spielen. 30 Spieler spielten das Turnier, wobei davon 20 Besucher waren. 10 unserer Vereinsmitglieder nutzten die Gelegenheit und spielten mit. Ein Motiv, das mich bewegt hat, das Turnier anzubieten ist, unsere Mitglieder zum vermehrten Besuch des Vereinsabends zu motivieren. Das hat soweit gut funktioniert. Das Ziel des Turniers ist es 5 Partien gegen Gegner mit ähnlicher Wertungszahl zu bekommen und entweder mit vielen Siegen seine ELO-Zahl zu steigern oder auch eröffnungstechnisch mal etwas auszuprobieren, um nachher die aufgezeichnete Partie analysieren zu können. Der Turniersieg ist dabei nicht ganz so aussagekräftig, bei nur 5 Runden mit doppelt beschleunigtem Schweizer System ist da einiges an Zufall dabei.

Blick in die Mensa von oben (Dank an Frank Bergmann für das Foto). Eigentlich wollten wir uns die Schlepperei sparen und im Spiellokal direkt neben dem Materialschrank spielen, dort funktionierte aber plötzlich das Licht nicht mehr und das ist im Winter natürlich ein KO-Kriterium. Glücklicherweise war die Mensa frei und wir konnten ausweichen. Links waren die DGT-Bretter in Reihe geschaltet, rechts die ohne Aufzeichnungsfunktion.

Fabian gegen Ihor, mit dem besseren Ende für Fabian.

Louis gegen Benjamin: Louis gewann die ersten beiden Runden und bekam dementsprechend in den letzten 3 Runden starke Gegner, dem Sieg gegen Benjamin folgten dann drei Niederlagen. Benjamin spielte erst später im Turnier groß auf und besiegte u.a. Martin Hofmann (ELO knapp 2000). Starke Leistung! Lily (links neben Louis) spielte eigentlich ziemlich gut, bis auf die Partie gegen Jannis, in der sie in Gewinnstellung einzügig die Dame einstellte. Trotzdem gab es einen kleinen ELO-Gewinn.

Viktor, hier in der 2. Runde gegen Oleh, war nach einer Woche Leitung der Schachwerkstatt immer noch nicht müde. Ergebnistechnisch war das Turnier für beide nicht berauschend.

Das Spitzenbrett, an dem Claudius seinen Stammplatz hatte. Die 2. Runde gegen Florian Schreiber vom SK Brackwede gewann er, am Ende gab er noch 2 Remis ab.

Das zweite Turnier der 3er Serie findet am 14.11.2025 an gleicher Stelle statt, das heißt nicht ganz: Vorrausgesetzt das Licht wird bis dahin repariert (wovon ich ausgehe), werden wir wohl in unserem Spiellokal, im Konferrenzraum neben der Mensa, spielen.

Ergebnisse auf Chess-Results

Info

Immer Freitags ab 18:00 Vereinsabend in unserem Spiellokal

Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!

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