SK Halle 1946 eV

Doppelsieg für FM Robert Prieb beim ELO-Rapid

Zwei Rapid-ELO Turniere innerhalb von 2 Wochen waren wieder mal eine Premiere, der Kalender wollte es aber so, dass das Juniturnier in die letzte Juniwoche und das Juliturnier in die erste Juliwoche fallen sollten. Das Juniturnier war von den extremen Temperaturen geprägt, denen natürlich auch beim Schach nicht zu entkommen war. Die üblichen Handballtrainings in der benachbarten Turnhalle fielen aus, wir hatten das ganze Gebäude für uns und auch wenn ich im Vorfeld Sorgen hatte, dass die große Glasfassade der Mensa selbige zum Glühofen machen würde, erwies sich die Befürchtung glücklicherweise als unbegründet. Draußen war es deutlich unangenehmer als drinnen, es war natürlich auch ziemlich warm, aber noch erträglich. Leiden mussten alle sowieso, wieso das also nicht gemeinsam beim Schachspielen tun. So dachten auch die 26 Teilnehmer, die sich auf nach Halle machten und teilweise auch wieder weite Anreisen dafür in Kauf nahmen. Gewonnen hat beide Turniere FM Robert Prieb, beim zweiten Mal im Juli sogar mit voller Punkzahl. Wir haben also einen weiteren „Gentleman 5 aus 5“ zu feiern! Ich sollte vielleicht mal einen Sonderpreis dafür einführen ;-). Das Juniturnier wurde begleitet von einer Werbeaktion des Getränkeherstellers Christinenbrunnen. Zum 60-jährigen Geschäftsjubiläum haben sie sich die Aktion „60 Geschichten aus unserer Region“ überlegt, wobei sie 60 Orte besuchen, um dort kostenlos Getränke zu verteilen. Wir wurden ausgewählt ein solcher Ort zu sein, und das Timing hätte nicht besser sein können: Das Wasser floss Kistenweise in die durstigen Kehlen der schwitzenden Schachspieler und Turnierbesucher. Es wurden auch Videos und Fotos für einen Beitrag auf der Instagram Präsenz von Christinen Brunnen gemacht. Noch ist er nicht online, er wird aber sicherlich in Kürze unter diesem Link zu finden sein. Beim Juliturnier waren es dann noch 2 Teilnehmer mehr (28 statt 26). Die Anzahl passte ziemlich gut und die Spielstärke legte nochmal ordentlich zu. 10 Teilnehmer mit einer Zahl >1900 versprach Schach auf hohem Niveau. Die längste Anreise hatte sicherlich Alexaner Okrajek aus dem Rheinland. Er startete stark mit zwei Siegen, holte aus den letzten 3 Runden aber nur noch einen halben Punkt. Hinter Robert wurden Florian Schreiber und Martin Hofmann zweiter und Dritter, beide verloren nur ihre Partien gegen Robert.

Gleicher Ort, gleicher Mensch, anderer Pokal, genau 7 Tage und ca. 15 Grad Temperaturunterschied: Glückwunsch an FM Robert Prieb zum Doppelsieg! Fun-Fact: Lilys Freundin Mara Herden hat sich aufs Siegerbild geschlichen, wer findet sie?

Bild vom Juliturnier: Alle im Blick, Brett 1-12 digital vernetzt.

Bild vom Juliturnier: Lily hatte in der 1. Runde Robert an der Angel, ließ ihn aber in Zeitnot entwischen.

Bild vom Juliturnier: Spitzenpaarung in der letzten Runde. Mit einem Sieg hätte Niklas Schlangenotto (rechts) FM Robert Prieb noch überholen können, daraus wurde allerdings nichts, Robert gewann.

Bild vom Juliturnier: Daniel Johnen hatte ergebnistechnisch ein eher schwaches Turnier (3 aus 5). Die Partie der 1. Runde gegen Hendrik Hündlings vom SV Soest ging Remis aus. Hendrik spielte ein sehr starkes Turnier, 4 aus 5 und ELO-Performance von 2203 sind aller Ehren wert!

Juliturnier: Blick von der anderen Seite. Lorenz fuhr seinen einzigen Sieg gegen Samuel-Henri Rammert ein, der mit Jahrgang 2017 der jüngste Teilnehmer war.

Juliturnier: Hansa spielte auch mit, hier in der 1. Runde gegen Tomas Lamelza. Die Partie ging Remis aus, eine weitere gewann er gegen Lorenz Kowalzik.

Juliturnier: Florian Schröder stieg nach der 1. Runde aus, seine erste und einzige Partie gegen Lotta Kowalzik gewann er aber souverän. Lotta spielte ein gutes Turnier, 2,5 Punkte und eine ELO-Performance von 1735 ließen sie 42 ELO-Punkte gewinnen.

Bild vom Juniturnier. Viktor Gieles gegen Yuman Nueca. Yuman erzielte 3 Punkte (einen davon gegen Viktor) und holte sich mit 1809 seine erste Rapid-ELO Zahl.

Juniturnier: Meinolf Kemper gegen Thore Siebeneck. Thore spielte die ersten 3 Runden groß auf, Meinolf konnte ihn aber bremsen und die Partie gewinnen.

1. Runde Juniturnier: WCM Nora Heidemann gegen Florian Schreiber. Beide erwischten ein „normales“ Turnier mit Höhen und Tiefen. Das direkte Duell sollte Florian für sich entscheiden.

Damit enden die bisher terminierten Rapid-ELO Turniere vorerst. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs werden wir sie aber sicherlich fortsetzen, möglicherweise im August schon, mit Sicherheit dann aber im September. Die Termine werden voraussichtlich Ende kommender Woche veröffentlicht.

Ergebnisse auf Chess-Results Juni

Ergebnisse auf Chess-Results Juli

Teutopokal Juni – Nur einer blieb eiskalt

Das war überzeugend. Mit 13 aus 13 Punkten hieß auch bei der zweiten Ausgabe der diesjährigen Teutopokalserie in Lage der Sieger Fabian Schlottmann. Alle Partien zu gewinnen hat vor ihm noch niemand geschafft, herzlichen Glückwunsch dazu! Chess-Results zeigt eine ELO-Performance von 2784, und auch wenn die bei voller Punktzahl wenig bis nichts aussagt, steht sie erstmal da ;-). Zweiter wurde FM Rafael Torres Kuckel vor der in der Hitze des Lager Gemeindehauses stark aufspielenden Lily, die den dritten Platz belegte und damit auch in der Gesamtwertung wieder in die Preisränge rutscht. Da unser treuer Schiri Christian Jackl die Turnierleitung übernahm, konnte ich mal wieder mitspielen, belegte am Ende aber nur einen Platz im Mittelfeld. Weitere Haller waren leider nicht am Start. Besonders freuten wir uns aber über Christian Specht, der sein erstes Turnier am Brett bei uns spielte und gleich mal 4 Punkte einsackte. Ingo Althöfer stiftete als Motivationshilfe für weitere Teilnahmen einen Buchpreis, den Christian dankend entgegennahm. Letztes Mal war Ingo auch bester Lager, dieses Mal hatte Lorenz Kowalzik aber einen halben Punkt mehr (Platz 19). Herzlichen Glückwunsch, Lorenz!

Der Gesamtstand. Der Sieger der Serie steht schon fast fest, dahinter könnte es aber noch eng werden. Geldpreise gibt es (mindestens) bis zum 5. Platz.

Daniel Johnen gegen Ulrich Woestmann an Brett 3.

Lily spielt hier gegen Lucas Gratz vom SV Barntrup gerade eine der wenigen Partien, die sie gestern verlor. Sie stand wohl auf Gewinn, stellte die Partie am Ende aber ein. Bei meiner Partie gegen Lucas lief es genau andersherum, da stellte ich einen Bauern nach dem anderen ein, stand völlig pleite, hatte am Ende aber einen vollen Punkt. Neben ihnen spielen Janulis Vykintas vom SV Osnabrück gegen Lucas Vereinskollegen Trung Cang Lu ihre Partie, die am Ende Trung Cang gewinnen sollte. Vykintas überspielte mich in einer späteren Runde auch in der Eröffnung und hätte die Partie mit etwas mehr Routine auch gewinnen sollen. Auch so erspielte er sich 6 Punkte und landete am Ende auf dem 22. Rang.

Leon Hageresch gegen Lotta-Sophie Kowalzik, beobachtet von Peter Berger (links) und Noah Köhn (rechts stehend). Leon war das zweite Mal beim Teutopokal dabei, mit seinem Ergebnis war er mutmaßlich nicht ganz zufrieden, gegen Lotta gewann er allerdings im Endspiel.

Link zu Chess-Results

Das nächste Turnier ist schon in 3 Wochen am 10. Juli in Verl. Bis dann!

 

Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände 2026

Es ist mittlerweile für uns schon eine willkommene Tradition geworden, das Wochenende über Fronleichnam in Braunfels zu verbringen und Lily und das NRW-Team dabei bei dem Kampf um die Goldmedaille zu unterstützen. Diese Saison durfte sie sogar neben ihrer Trainerin WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky an Brett 2 platznehmen. Alle anderen Spielerinnen durften wir erstmalig kennenlernen, denn die NRW-Mannschaft setzte sich komplett neu zusammen im Vergleich zu den Vorjahren. Dies hatte verschiedene Gründe: Die Jugend-WM startet bald, in NRW wurde das Qualifikationsturnier zur DVM gespielt, private Verpflichtungen usw. Glücklicherweise sind wir ein großes Bundesland und können solche Ausfälle gut kompensieren. An Brett 3 spielte Sarah Fetahovic von der SG Solingen, zweifache U18w NRW-Jugendmeisterin. Familie Borriss, bestehend aus WFM Claudia Borriss und ihrer Tochter Emma besetzten die Bretter 4, respektive das Ersatzbrett 9 (wobei jede Spielerin maximal einmal aussetzte). Claudia war in ihrer Jugend mehrmals deutsche Meisterin, Emma nahm auch mehrmals an deutschen Jugendmeisterschaften teil. An Brett 5 spielte WFM Heike Vogel, eine „Powerfrau“ aus Kerpen. Sie ist dort Vereinsvorsitzende und gewann Ende der 80er mehrmals die deutsche Jugendeinzelmeisterschaft, u.a. (wenn man der KI glauben darf) als 12-jährige in der Altersklasse der unter 17-jährigen. Brett 6 spielte Marina Limbourg. Sie war u.a. Teil des siegreichen NRW-Teams von 2021 und wusste daher, wie es ging den Titel zu gewinnen. An Brett 7 stellte NRW Alica Hoevelmann vom Schachverein Turm Hohenlimburg auf, an Brett 8 Johanna Kraus aus Leverkusen, die für die Schachfreunde Essen-Werden spielt. Die klimatischen Bedingungen waren ebenfalls anders als gewohnt, die letzten beiden Jahre war es über Fronleichnam in Braunfels hochsommerlich, dieses Jahr wechselhaft und eher frühlingshaft, was für die Spielbedingungen im „Haus des Gastes“ in Braunfels aber eher von Vorteil war.

Das offizielle Mannschaftsfoto des NRW-Teams

Die NRW-Mannschaft war an 2 gesetzt, hinter Sachsen-Anhalt, die dieses Jahr 2 lettische WGMs aufstellten. Darauf folgte Bayern mit durchschnittlich 40 DWZ-Punkten Abstand. Carmens Wertungszahl verfälschte aber ein wenig den Vergleich. Die weiteren Bretter waren immer mehr oder weniger auf Augenhöhe mit den Mannschaften der anderen Landesverbände, die Ausgangssituation versprach daher einen spannenden Turnierverlauf. In der ersten Runde wurde das schon deutlich, gegen Hamburg gab es „nur“ ein knappes 4,5:3,5. Lily verlor ihre Partie gegen Carina Brandt, Sarah, Claudia und Johanna holten aber volle Punkte, welche am Ende zum knappen Mannschaftssieg reichten.

Vor der ersten Runde gegen Hamburg

Premiere an Brett 2 für Lily.

Der Start ins Turnier war also geglückt. Die zweite Runde gegen Schleswig-Holstein hätte nominell eigentlich schwieriger werden sollen, der Verlauf war dann aber eindeutig. Lily gewann mit Weiß mit einer starken Partie erstmals gegen eine internationale Meisterin, WIM Luba Kopylov wurde sauber überspielt. Auch an den anderen Brettern waren meist die NRW-Frauen die Siegerinnen. Die Mannschaft war endgültig im Turnier angekommen, rechtzeitig zur Nachmittagsrunde, die gegen den Favoriten Sachsen-Anhalt gespielt werden sollte. Es war „Crunchtime“, allen war klar, dass der Gewinner des Duells die allerbeste Karten haben würde, am Ende Gold zu holen. An allen Brettern wurde hart gekämpft. Lily spielte gegen WGM Ilze Berzina und gestaltete den Partieverlauf völlig offen. Zweimal hatte sie sogar die Chance in Vorteil zu kommen, entschied sich aber jeweils für die weniger erfolgsversprechende Fortsetzung:

Nach c4 ist Sf4 ein starker Zug. Die Pointe ist, dass nach De3 Sd4 funktioniert. Der Springer auf f4 ist durch die Gabeldrohung auf e2 taktisch gedeckt. So hätte Schwarz zwei starke Springer ins Zentrum installieren können. Lily spielt aber stattdessen Sb6 mit einer ausgeglichenen Stellung.

Lily spielte also Remis, genau wie Alica und Emma an Brett 6 und 8. Claudia konnte ihre Partie gewinnen, aber die weiteren Bretter gingen leider verloren, sodass das Endergebnis recht deutlich ausfiel: 5,5:2,5. Die gedrückte Stimmung hielt allerdings nicht lange an, denn nach dem leckeren Abendessen (exquisite Schweinelendchen) in unserem Stammlokal, dem Solmser Hof, welches wir im Übrigen auch für nicht-schachliche Zwecke wärmstens empfehlen können, wartete am nächsten Tag mit Thüringen schon der nächste Gegner. Gold war so gut wie vergeben, aber Silber und Bronze sollten auf jeden Fall drin sein.

Guten Morgen Braunfels! Blick aus unserem Hotelzimmer im Solmser Hof auf den zentralen Platz der Altstadt.

Gegen Thüringen lief es dann wieder gut: Drei Gewinnpartien durch Carmen, Marina und Emma, Rest Remis. Das Ergebnis war ein nie gefährdeter 5,5:2,5 Sieg. Am Nachmittag tagte das „inoffizielle Treffen für Aktivistinnen des Frauenschachs“. Eine ziemlich verschwörerische Bezeichnung dafür, dass einfach viele Engagierte in dem Bereich an einem Ort weilten und sich zu dem Thema austauschen. Wie dem auch sei, wir besuchten währenddessen mal wieder den Park und die schöne Burg, ließen uns über die Geschichte des Gemäuers und ihrer Bewohner im Laufe der Jahrhunderte informieren oder genossen einfach die Aussicht.

Im Schlosspark von Braunfels von links nach rechts: Carmen Voicu-Jagodzinsky, Claudia Borriss, Johanna Kraus, Sarah Fetahovic, Lily Schirmbeck und Marina Limbourg

Lily mit den Tus und Olivia Lukas.

Lily auf der Kanone 2026.

Und zum Vergleich zwei Jahre zuvor: Gleicher Ort, andere Kanone, andere Perspektive, aber gleiche Lily und sogar gleiches Paar Schuhe (nur andere Größe) ;-).

Beim Abendessen gab es noch etwas zu feiern, Heikes „25.“ Geburtstag. Dafür gabs eine Karte, ein Eis und einen Turm – herzlichen Glückwunsch! In der letzten Runde ging es dann gegen Hessen. Heike beschenkte sich nachträglich gleich mal selbst mit einem schicken Sieg. Spannend wurde es dann am Ende. NRW führte nach weiteren Siegen von Carmen und Sarah 4:3. Es spielten noch Emma und Lily. Es brauchte nur noch ein Remis zum Mannschaftssieg und der damit verbundenen sicheren Silbermedaille. Beide verteidigten aber unangenehme Stellungen. Lily hatte im Endspiel die Chance auf Remis, fand in Zeitnot aber nicht die korrekte Fortsetzung und auch Emma stellte leider ihre Partie ein. Also hieß es Unentschieden und die allseits ungeliebte Buchholzwertung musste darüber entscheiden, wer welche Medaille erhalten sollte. Dieses Mal hatten wir Glück, landeten vor Bayern auf dem Silberplatz und wurden damit Vize-Mannschaftsmeister. Zudem erspielte sich WFM Claudia Borriss noch mit starken 4 aus 5 einen Brettpreis. Herzlichen Glückwunsch an Sachsen-Anhalt und Bayern zu Gold, respektive Bronze, herzlichen Glückwunsch allen NRW-Spielerinnen, dem „Management“ und allen die mitgefiebert haben!

Silber für NRW!

Schließen möchte ich den Bericht mit einem Zitat des Mannschaftsführers Andreas Jagodzinsky aus seinem Abschlussbericht zum Turniers: „Der zweite Platz in Braunfels ist damit weit mehr als nur ein schönes Einzelergebnis. Er ist auch ein starkes Signal für die Breite, Qualität und Entwicklung des Frauenschachs in Nordrhein-Westfalen. Auf dieser Leistung lässt sich mit großem Optimismus aufbauen.“ Wohl gesprochen, wir schließen uns vollumfänglich an. Ein herzlicher Dank geht auch an die Organisatoren und Helfer von den Schachfreunden Braunfels. Wir haben eure Gastfreundschaft sehr genossen. Vielen Dank für euer jahrelanges Engagement!

Vorbericht des Schachbunds NRW

Abschlussbericht des Schachbunds NRW

Bericht des Hessischen Schachverbands

Bericht aus Sicht des Bayerischen Schachverbands

Bericht des Niedersächsischen Schachverbands

Bericht des Schachverbands Sachsen-Anhalt

Bericht des Schachverbands Württemberg

Link zu Chess-Results

Lichess-Übertragung

Abschlussbericht des DSBs

Bericht des SK Halle über das Turnier 2025

Bericht des SK Halle über das Turnier 2024

Geschichte des Vereins – Hängepartie in der Verbandsliga 1987

Aus dem Archiv des SK Halle möchte ich einen aus dem Jahr 1987 vorstellen. Im Verbandsligaspiel zwischen Halle und Brakel/Bad-Driburg gab es eine Hängepartie an Brett 5. Bis zum Aufkommen starker Schachcomputer war es gang und gäbe Turnierpartien nach einer gewissen Spielzeit abzubrechen. Ich bin mir nicht sicher, ob dies in der Spielordnung geregelt war nach welcher Zeit der Abbruch zu erfolgen hatte, oder ob es hierzu einen Antrag eines Spielers brauchte. Jedenfalls wurde die Stellung der Partie dann schriftlich festgehalten auf einem „Hängepartieformular“, welches ihr unten sehen könnt. Der Spieler, der am Zug war, musste vor Abbruch verdeckt einen Zug aufschreiben und ihn in einem verschlossenen Umschlag hinterlegen. Würde die Partie zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt werden, würde der Umschlag geöffnet, der Zug ausgeführt und die Partie fortgesetzt. Dies hat man vermutlich so geregelt, damit nicht derjenige, der am Zug war, einen Vorteil bei der zwischenzeitlichen häuslichen Analyse der Stellung hatte. Die Partie unten wurde aber nicht fortgesetzt, denn es gab noch einen Zwischenschritt. Die Hängepartieformulare wurden vom Spielleiter der Liga geprüft und die Stellung eingeschätzt. Nur wenn einer der Spieler gegen diese Einschätzung Einspruch erhob, wurde zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt.

Ich habe nie eine Hängepartie gespielt, ich weiß auch nicht wann sie genau abgeschafft wurden. Ich vermute mal das geschah irgendwann Anfang der 90er Jahre, als die Schachprogramme so stark und für jedermann verfügbar wurden, dass der Modus endgültig seinen Sinn verlor, die Bedenkzeiten in klassischen Partien verkürzt wurden und einfach immer bis zum Ende gespielt wurde.

Unser Ehrenvorsitzender Emil Schneck wird heute 90!

Zur Feier des Tages hat mir Uwe Stadie einen alten Zeitungsartikel über unseren Ehrenvorsitzenden Emil Schneck zur Verfügung gestellt, der seine beruflichen Verdienste beleuchtet. Auch der SK Halle hat ihm unendlich viel zu verdanken. Auch nachdem er seine Ehrenämter seinen beiden Nachfolgern übergeben hatte, von denen ich der zweite bin, ist er immer noch fast jeden Freitag beim Vereinsspielabend und beim Seniorenschach beim roten Kreuz. Dort spielt er gegen seinen Freund Walter Lenhard oder gegen Jugendliche seine Partien, einmal im Jahr bei unserem Alt gegen Jung auch noch eine gewertete, hoffentlich klappt das auch dieses Jahr.

Herzlichen Glückwunsch, Emil. Ich fühle mich geehrt dich als Vereinskameraden und Freund an meiner Seite zu wissen, mögest Du noch viele weitere Partien in unserer Schachkreis spielen!

 

Lily ist Spielerin des Jahres 2025

Lily hat es wieder geschafft! Nach 2023 wurde sie zum zweiten Mal zur Spielerin des Jahres 2025 in der Altersklasse U16w gewählt. Ihre Erfolge: Silber bei der DEM U12w, starke Leistungen für NRW bei der Deutschen Ländermeisterschaft sowie Bronze mit dem deutschen U12w-Nationalteam und der 5. Platz bei der Einzel-Jugend-EM in der Altersklasse U12w waren ausschlaggebend dafür, dass sie von der Deutschen Schachjugend nominiert wurde. Gewonnen hat sie dank eurer Stimmen!

Wir danken unseren unzähligen Freunden, die für Lily gestimmt und um weitere Stimmen geworben haben, insbesondere:

Dem Stadtsportverband Halle, der Werbung bei den Haller Sportvereinen gemacht hat;

Thomas Bergmann, der Stimmen von Lilys Gastverein Rhedaer SV organisiert hat;

Lilys Mitschülerin und Freundin Mara Herden, die für Lily Plakate designt und eine Werbekampage organisiert hat;

Lilys Freundin Dunja Pohl, die ihre Schule mit Werbeplakaten „tapeziert“ hat;

Der ganzen Schulgemeinschaftdes KGH, die für sie abgestimmt hat;

Allen ihren Vereinskameraden vom SK Halle, insbesondere Florian und Benjamin, die auch außerhalb des Vereins für sie um Stimmen geworben haben;

Familie Marck, Familie Slupek, Familie Köpp;

Lilys Schachfreundin Klara Bayer, die in der Kategorie „Überraschung weiblich“ gewinnen konnte und Lily viele Stimmen aus Berlin gebracht hat;

Carsten Sturhann;

Ihren Trainern FM Tobias Vöge und WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky sowie Familie Voicu-Jagodzinsky;

Meinen Kollegen bei Dataport und den Kollegen von Lilys Mutter aus der Bosseschule;

Allen unseren Freunden und den vielen anderen unbekannten Menschen, die für sie ihre Stimmen abgegeben haben!

Herzlichen Glückwunsch, Lily! Wir sind megastolz auf Dich!

Lilys Trainerin WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky mit Lily vor dem Stern Hotel in Willingen

Deutscher „Schachoscar“ der Jugend

Link zur Deutschen Schachjugend

Meinolf Kemper gewinnt ELO-Rapid im Mai

Ein Remis in der ersten Runde gegen Jan Döller, den Rest gewann Meinolf. Die letzte Runde gegen den Sieger des Aprilturniers Daniel Johnen war dabei eine besonders wilde Partie, in der Daniel nicht den Hebel von „Attacke!!!“ zu „Abwickeln in ein gewonnenes Endspiel“ umlegen konnte.

Daniel hätte hier die Dame tauschen und dann den Turm auf a1 schlagen müssen. Das Endspiel ist dann ein gewonnenes aufgrund der Mehrbauern. In hochgradiger Zeitnot spielte er aber Lxb3, was in der folgenden taktischen Abwicklung einfach eine Figur einstellt.

Verdienter Sieger des Maiturniers: Meinolf Kemper!

Ich hatte zuerst Zweifel, ob es klug wäre, das Turnier auf das Himmelfahrtswochenende zu legen. Einerseits laufen so viele andere Opens und Schnellschachturniere, andererseits sind viele vielleicht über das lange Wochenende verreist, aber der Mut wurde belohnt. Das Turnier an sich war eines der größeren Sorte. Einige Stammkräfte fehlten zwar feiertagsbedingt, dieses wurde aber mehr als kompensiert durch die Teilnahme von Spielern, die vielleicht gerade dies dazu ermutigte teilzunehmen. Der SV Quakenbrück schickte eine Delegation, zwei Schachfreunde kamen aus Bochum und auch unter den Schachspielern im näheren Umkreis waren einige das erste Mal dabei. Das freut mich umso mehr, denn, obwohl es auch reizvoll ist, öfter gegen dieselben Nasen ein paar Partien zu spielen, die man schon gut kennt, finde ich persönlich noch spannender gegen neue Gesichter anzutreten.

Von uns waren Lily, Viktor und Benjamin dabei und da Heval Kartal beim Start der ersten Runde noch nicht da war, spielte ich auch eine Partie, um das Feld zu begradigen. Lily hatte ein bisschen Lospech, da sie die ersten beiden Runden Schwarzpartien gegen starke Gegner bekam (u.a. gegen den späteren Turniersieger) und in der letzten Runde noch gegen Dhyanesh spielen musste, der mit seinen 1500 ELO komplett unterbewertet ist. 2,5 Punkte und ein Rang im Mittelfeld waren das Ergebnis. Benjamin spielte ein Klasseturnier, 3 Punkte gegen starke Gegner (ELO-Performance >2000). Ein Quäntchen Glück war sicher auch dabei, aber das muss man sich auch erstmal verdienen. Viktor erspielte einen Punkt.

Blick über das Gesamtfeld. 12x digital, 3x analog. Die Heizung in der Mensa war mal wieder defekt, im Sinne von „immer auf Maximum“. Daher waren zur Kompensation die Fenster die ganze Zeit auf.

Lily musste nach ihren zwei Auftaktniederlagen ganz nach hinten rutschen, gegen Viktor gewann sie aber sicher. Neben ihr sitzt Maja-Maria Becker, die zusammen mit Georg Brinkmann den langen Weg von Quakenbrück nach Halle auf sich genommen haben. Beeindruckend, Danke für euren Besuch!

Christian Vukadin, ein Österreicher in OWL, kam ganz spontan vorbei und konnte diese Partie gegen Henrik Siebeneck gewinnen. 3 Punkte wurden es am Ende, Henrik erspielte sich zwei.

Spitzenpaarung der dritten Runde. Dhyanesh Gopinath hatte sich mit zwei Siegen an Brett 1 gespielt. Daniel stoppte seine Siegesserie dann aber. Zwei Remis folgten, seine ELO-Performance von >1900 zeigt seine realistische Spielstärke aber mehr als seine aus Indien stammende ELO von 1532. Daniel spielte ein makelloses Turnier, bevor er in der letzten Runde dann (wie oben gezeigt) von Meinolf noch besiegt und überholt wurde.

Nico Glatt – Jeromin Rocklage. Nico erspielte sich 3,5 Punkte und landete im oberen Mittelfeld. Diese Partie gegen Jermonin sollte er gewinnen, Jermonin landete mit 2,5 Punkten im Mittelfeld.

Benjamin Jahn gegen Florian Schreiber. Florian hatte nicht seinen besten Tag und auch gegen Benjamin stellte er was ein und verlor die Partie.

Danke allen Teilnehmern, insbesondere denen, die mit geholten haben beim Auf- und Abbau. Die nächsten beiden Turniere der Serie (Juni und Juli) folgen direkt nacheinander am 26.06. und 03.07. Hier ein Vorgeschmack auf die dort zu gewinnenden Pokale.

Aufgrund des Erfolgs der Turnierserie werden wir sie sicherlich auch darüber hinaus fortsetzen, um die Termine kümmere ich mich dann in den Sommerferien. Bis dann!

Link zur Chess-Results

Info

Immer Freitags ab 18:00 Vereinsabend in unserem Spiellokal

Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!

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