SK Halle 1946 eV

Geschichte des Vereins – 4er Blitzmeisterschaft 1992

1992 gab es anscheinend noch eine Vierer-Blitz-Meisterschaft, die wir damals gewonnen haben. Wenn wer weiß, wer damals mitgespielt hat, darf der/diejenige mir das gerne mitteilen. Im Gegenzug gibts ne Einladung zum Eis :-).

Bronze für Deutschland bei der Jugend-Team-EM 2024 auf Rhodos

Letztes Jahr war es schon ein spannendes Erlebnis für Lily. Im rumänschen Iasi hatte sie an Brett 2 zusammen mit Paula Czäczine bei der Jugend-Team-EM 2023 die Bronzemedaille in der Altersklasse U12w geholt. Dieses Jahr durfte Lily wieder dabei sein und rückte sogar ans Spitzenbrett auf. Der Bundesnachwuchstrainer nominierte dieses Mal an Lilys Seite Alicia Kovalskyy aus Düsseldorf, ein Jahr älter als Lily und Deutsche Meisterin in der Altersklasse U10w 2022. Die Mädels wurden, wie auch schon letztes Jahr, von der NRW-Landestrainerin Carmen Voicu-Jagodzinsky schachlich betreut. Sie lud beide zwei Wochen vor dem Turnier zu den Team bildenden Maßnahmen nach Hemer ein – beste Vorraussetzungen also für eine erfolgreiche EM.

Unser Dream-Team

Besprechung vor der Runde mit dem Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler

Die Konkurrenz wird auch bei diesem Event von Jahr zu Jahr härter. Lily und Alicia waren an 3 gesetzt hinter Ungarn, die sogar mit 3 Spielerinnen mit einer ELO von 1800+ anreisten, und Polen, die mit Varvara Matskevich die nominell stärkste Spielerin der Gruppe stellten. In den ersten Runden ließen die beiden nichts anbrennen. Slowenien und die Ukraine wuden beide 2:0 souverän besiegt. In der dritten Runde stellte Lily dann in Zeitnot leider eine sehr vorteilhafte Stellung weg und verlor ihre Partie. Glücklicherweise rettete der Sieg von Alicia zumindest das Unentschieden. Auch die vierte Runde endete 1:1 gegen Rumänien nach zwei Remisschlüssen, wobei man auch hier eher von einem verlorenen Punkt für die beiden sprechen kann. In der Runde 5 ging es dann gegen das beste der drei Teams aus Rhodos. Die griechischen Mädels erwiesen sich als deutlich zäher als wir erwarteten. Lily hatte Mühe, Vorteile in ihrer Stellung zu finden und nachdem sie einen Bauern unnötig eingestellt hatte, stand sie zeitweise sogar schlechter. Glücklicherweise stellte ihre Gegnerin daraufhin das aktive Spiel ein und Lily gelang es die Partie zu drehen. Ein Unentschieden von Alicia sicherte den knappen Sieg ab. Nun ging das Turnier in die entscheidende Phase.

Die Setzlistenersten aus Ungarn warteten und wir hatten das erste Mal das Problem nicht genau zu wissen, wer beim Gegner aufgestellt werden würde, was die Vorbereitung etwas erschwerte. Trotzdem kamen unsere Mädels gut in ihre Partien. Alicia gewann zuerst und auch Lily hatte deutlichen Vorteil, sie nahm aber das Remisangebot der Gegnerin bei knapper Zeit an, um den Teamerfolg zu sichern. Vor der letzten Runde führte Deutschland damit sogar das Feld mit einem Punkt Vorsprung an. Der Gegner hieß allerdings Polen, die unbedingt gewinnen mussten, um noch Chancen auf eine Medaille zu haben. Leider kam es genau so. Beide Partien unserer Mädchen gingen verloren und die Bronzemedaille fühlte sich dann auch nach nicht mehr als nach einem Trostpreis an. Es hätte aber sogar noch schlimmer kommen können, wenn Rumänien gegen die Ukraine gewonnen hätte. Diese hielten ihre Stellungen aber zusammen und gewannen mit einem halben Punkt Vorsprung das Duell. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Schützenhilfe, damit war Lily und Alicia ein Platz auf dem Treppchen sicher. Erste wurde überraschend die Türkei, zweite – Polen.

Am Abreisetag kamen wir dann endlich auch dazu, uns die Insel etwas anzuschauen. Ich mietete ein Cabrio und zusammen mit Johannes von Mettenheim und Katerina Bräutigam, die den gleichen Flieger nach Hannover gebucht hatten, erkundeten wir noch etwas die Insel.

Mit ordentlich Verspätung kamen wir dann mitten in der Nacht hundemüde zuhause an. Fazit war: Tolles Turnier, tolle Location. Mit etwas mehr Glück in den entscheidenden Momenten wäre auch der Titel drin gewesen, aber auch Bronze ist eine tolle Leistung. Herzlichen Glückwunsch auch an Charis und Dora Peglau, die in der U18w für Deutschland ebenfalls die Bronzemedaille geholt haben und auch an alle deutschen Spieler, die aufgrund ihrer Einzelleistungen geehrt wurden. Die anderen deutschen Mannschaften landeten erwartungsgemäß im Mittelfeld. Ein ganz besonderer Dank gilt an unsere Trainerin Carmen Voicu-Jagodzisky, die schon wieder eine überragende Arbeit geleistet hat! Danke auch an die Veranstalter, die sich sehr viel Mühe bei der Organisation gegeben haben, und mit ihrer Gastfreundschaft ein Turnier auf die Beine gestellt haben, an das wir uns immer gerne erinnern werden. Wir würden uns freuen, wenn Lily im nächsten Jahr noch einmal die Chance bekommen würde, bei diesem Wettbewerb Deutschland vertreten zu dürfen und dann in ihrem Seniorjahr in der U12w ganz oben anzugreifen.

Die deutsche Mannschaft

Offizielle Website des Turniers mit ca 100.000 Fotos

Beitrag auf der Website der Europäischen Schachunion

Beitrag auf der Website des Deutschen Schachbunds

Teutopokal Juni in Halle – Martin vor Helena und Leo

Beim Teutopokal gab es in diesem Monat das erste mal eine Liveübertragung, 4 DGT-Bretter streamten die Partien live auf Lichess. Hier der Direktlink zur Übertragung.

Gewonnen hat bei seiner Premierenteilnahme ganz knapp Martin Hofmann vom Gütersloher SV vor Helena Neumann und Leo Deppe. Ich wurde etwas undankbarer Vierter, wobei ich durchaus stolz darauf bin auch das noch neben der ganzen Turnierverwalterei mit Swiss-Chess, den DGT Brettern und der Schiedsrichterei geschafft zu haben. Lily wurde 7., Hansa 8. und Charly 12. Alle Turnierdetails finden sich wie üblich auf Chess-Results.

Das nächste Turnier ist in den Sommerferien am 24.07. in Spenge. Dort ist der Platz begrenzter als anderswo, daher ist eine frühzeitige Anmeldung ratsam.

Ruslan ist Europameister im Schachboxen!

Schachboxen ist eine der interessanten Nischen, die unser Sport hervorgebracht hat. Was Biathlon für den Langlauf und Schießsport ist, ist das Schachboxen für das Schach und Boxen. Zwei grundverschiedene Sportarten werden kombiniert, der vielfältigste Spieler wird den Sieg davon tragen. Es wird abwechselnd Schach gespielt und geboxt. Derjenige, der zuerst den Gegner K.o. schlägt oder Schachmatt setzt, gewinnt den Kampf. Das gesamte Reglement ist im Schachboxartikel auf der Wikipedia erklärt.
Am 1.Juni fand in Dortmund eine international besetzte Schachbox-Veranstaltung statt, bei der auch um 2 Europameisterschaftsgürtel der WCBO (größter weltweiter Schachbox-Verband) gekämpft wurde. Ruslan ist bekanntermaßen nicht nur ein starker Schachspieler, sondern boxt auch im Verein. Was lag also näher als diese beiden Talente kombiniert in die Waagschale zu werfen. Er boxte in der Königsklasse, dem Schwergewicht gegen den Letten Ruslan Sahovs. Der Sieger das Kampfes würde Europameister werden.
Ein wenig Training im Vorfeld mit Georgios
Der komplette Kampf wurde live ins Internet gestreamt. Der große Grieche, ein bekannter Schachstreamer, wurde verpflichtet und kommentierte zusammen mit zwei Boxexperten die Partien auf Twitch. Auf dem Kanal von TBG kann man sich die komplette Veranstaltung kostenfrei anschauen. Der Schwergewichtskampf war der letzte des Abends.
In Runde 1 konnte Ruslan seine weißen Figuren besser entwickeln, hat seinem Gegner Material abgenommen und ihn stark unter Druck gesetzt. TBG sprach schon von einer gewonnenen Stellung, aber auch die muss man erst einmal gewinnen, denn der Lette sah schon von seiner Physis her so aus, als würde er im Boxring zurückschlagen können. Und so kam es dann auch. In Runde 2 hat der Lette dann stark und mit Tempo nach vorne geboxt und hat Ruslan gegen Ende der Runde mit 2 wuchtigen Schlägen so hart getroffen, dass er kurz zu Boden musste. Nach dem Anzählen ging es in die 1-minütige Pause und dann ans Schachbrett.
Ruslan musste leiden, er wurde sogar angezählt.
In der dritten Runde stand Ruslan dann auf dem Schachbrett klar auf Sieg, jedoch reichten die 3 Minuten nicht für eine Entscheidung. In Runde 4 im Boxring hatte er sich aber wieder gut erholt und konnte sich besser auf seinen schlagstarken Gegner einstellen und seinerseits gute Treffer landen. In Runde 5 konnte er dann den Sack zu machen und Ruslan Sahovs schachmatt setzten.
h4 gefolgt von Dh8#! – Sieg in der fünften Runde!
Damit krönte Ruslan sich zum WCBO-Europameister im Schwergewicht!
Herzlichen Glückwunsch unserem Europameister!

Bronze für NRW bei der Deutschen Frauenmannschaftsmeisterschaft der Landesverbände

Eigentlich wollten wir ja das Turm Open in Lippstadt spielen, aber es kam anders. Lily wurde kurzfristig eingeladen, zusammen mit den stärksten Schachspielerinnen des Bundeslandes NRW bei der Deutschen Frauenmannschaftsmeisterschaft der Landesverbände zu vertreten. Das Turnier fand im Hessischen Braunfels statt, einer malerischen Kleinstadt eine Stunde nördlich von Frankfurt, die sich um eine mittelalterliche Burg erstreckt. Dort im Haus des Gastes fand das Turnier in den letzten 20 Jahren wohl fast immer statt, so auch in diesem Jahr. Mannschaftskapitän Andreas Jagodzinsky stellte eine Mannschaft aus erfahrenen Spielerinnen und hoffnungsvollen Nachwuchstalenten zusammen. In den letzten Jahren hatte NRW das Turnier jeweils ohne Niederlage für sich entscheiden können. Auch dieses Mal hieß die Losung, Zitat Andreas: „NRW spielt immer auf Sieg!“

Die NRW-Mannschaft 2024: Von links nach rechts: WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky, Michelle Trunz, WFM Elena Trunz, Lisa-Marie Möller, Andreas Jagodzinsky, Eva Rudolph, WCM Lilian Schirmbeck, WGM Eva Kulovana, WIM Olena Hess, WFM Julia Freitag

Lily teilte sich das 8. Brett mit Eva Rudolph, die die Runden 3 und 4 spielte. Die erste Runde wurde Hamburg als Gegner gelost. Lily bekam es mit Nina Stappenbeck vom HSK zu tun, laut Wertungszahl eine Gegnerin auf Augenhöhe. Lily spielte gut und konnte im Endspiel die Partie für sich entscheiden.

Nina Stappenbeck – Lily Schirmbeck: Grüße an den HSK an dieser Stelle!

Schirmbeck, Lilian – Stappenbeck, Nina: Ke8 ist hier der einzige Zug für Schwarz, der das Remis hält. Alles andere verliert. Nina spielte Ke7 und nach f6 Ke8 ist Tg3 der Gewinner.

Die zweite Runde ging es gegen Sachsen, die 3 Mitglieder aus der Schachfamilie Peglau mitgebracht hatten. Lily spielte gegen die älteste Tochter Sarah, Deutsche Meisterin in der U18w 2021, und verlor die Partie leider nach einem taktischen Fehler.

Nach der Partie wurde Lily noch von Katharina Reinecke, der Öffentlichkeitsarbeiterin des Deutschen Schachbunds, interviewt und meisterte auch dies trotz spürbarer Nervosität souverän.

In der vierten Runde übernahm Eva Rudolph Lilys Brett und holte dort in den nächsten beiden Spielen gegen Hessen und Bayern jeweils den vollen Punkt. Wir hatten also 1,5 Tage frei und nutzten diese für einen Ausflug nach Frankfurt.

Lily vor der Zeil, durch die Taunusanlage mit ihren Hochhäusern sind wir auf der Rückfahrt auch durchgefahren. Der Ausflug weckte in mir schöne Erinnerungen an meine Zeit in Frankfurt!

Ein Hochspannungsmatch wurde in der vierten Runde gegen Bayern gespielt, die schon mit der Aufstellung der beiden Nationalspielerinnen WGM Hanna-Marie Klek und WGM Jana Schneider an den ersten Brettern ganz klar machten, dass sie dieses Jahr den Titel holen wollten. An Brett 7 und 8 holten Lisa-Marie und Eva zwei volle Punkte und der Mannschaftskampf stand Spitz auf Knopf. Michelle schaffte es schließlich eine objektiv verlorene Stellung noch ins Remis zu retten und damit war die Entscheidung um den Turniersieg auf die letzte Runde vertagt, in der Lily wieder mitwirken würde. Zuerst stand aber etwas Sightseeing auf dem Programm. Die Burg rief!

Wir hatten die komplette Führung durch den öffentlichen Teil der Burg gebucht. Die Anlage ist im Privatbesitz und die Besitzerfamilie wohnt auch dort in einem privaten Flügel. Leider durften wir nur draußen fotografieren, die Gemäldesammlung und der Rittersaal mit den vielen Rüstungen sind aber sehr für eine Besichtigung zu empfehlen.

Starke Schachspielerinnen unter sich.

In der letzten Runde ging es gegen Schleswig-Holstein. Britta Leib war Lilys Gegnerin, eine ganz erfahrene Spielerin, Deutsche Seniorenmeisterin und Mannschaftskapitän der Damen aus dem Norden. Lily spielte ganz solide und konnte ein sicheres Remis beisteuern. Der Mannschaftskampf entwickelte sich dagegen dramatisch. Carmen an Brett 1 stand lange besser und wollte gegen WFM Lisa Sickmann unbedingt gewinnen, überriss die Partie dabei aber und verlor. Eva an Brett 2 hatte eine Qualität mehr, fand aber den Gewinnweg nicht. Letztlich ging der Kampf ganz knapp verloren. Angesichts des Ausgangs der übrigen Spiele wäre bei einem Sieg auch die Goldmedaille nicht mehr erreichbar gewesen, nach der Niederlage wurde es dann aber anstatt Silber sogar nur Bronze.

Wie vertreiben sich Schachspielerinnen die Zeit des Wartens: Sie blitzen ein paar Runden!

Bild von der Siegerehrung mit den Organisatoren Sebastian Swoboda und der Turnierleiterin Nadja Jussupow

Für Lily war es eine große Ehre, NRW vertreten zu dürfen und mit so vielen starken Frauen in einer Mannschaft zu spielen. Wir haben viele Kontakte geknüpft und schöne Stunden zusammen in Braunfels verbracht. Wir danken vielmals für die herzliche Aufnahme in diesem Kreis und würden uns sehr freuen, wenn Lily auch in Zukunft wieder die Chance bekäme, bei diesem tollen Turnier für NRW spielen zu dürfen.

Abschlussbericht des Deutschen Schachbunds

Alle Infos zum Turnier

 

Lily ist Spielerin des Jahres 2023 / Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft 2024

Es war wieder so weit: Willingen ruft! Mittlerweile ist die Reise über Pfingsten ins Sauerland schon fast familiäre Routine geworden. Lily hatte durch ihre Berufung in den Bundesnachwuchskader dieses Jahr schon im Dezember einen festen Startplatz bekommen und ging von der Setzlistennummer 4 aus ins Rennen. Es wurde für uns aber schon vor dem eigentlichen Turnierstart spannend, denn auf der Eröffnungsfeier wurde das Ergebnis zur Wahl zum Spieler des Jahres 2023 verkündet. Lily war neben drei weiteren Spielerinnen in der Kategorie U16w nominiert und gewann. Vielen Dank an alle, die für sie gestimmt haben!

Offizielles DSJ-Foto der strahlenden Gewinnerin!

Und noch einmal der Pokal mit ihrem gravierten Porträt. Wirklich sehr hübsch gemacht, ein Hingucker!

Einen Tag später ging es mit der ersten Runde los. Es ist immer wieder ein erhabenes Gefühl, durch den langen Tunnel in den großen Spielsaal zu kommen und Zeuge zu werden, wie die Spannung langsam ansteigt, bis die Bretter endlich freigegeben werden.

NRW war wieder das größte Team aller Landesverbände und auch mit Abstand das erfolgreichste. 153 Spieler errangen in 7 Altersklassen den Meistertitel. Alle anderen Länder kamen zusammen nur auf 8 weitere.

Lily spielte sehr gutes Schach, schaffte es aber nicht immer, ihre schachlichen Qualitäten auch in volle Punkte umzuwandeln. In Runde 3-5 gab sie jeweils einen halben Punkt ab. In der siebten Runde kam es dann zum Duell mit Audrey Tu, die sie in einer ausgeglichenen 5 Stunden Partie letztlich im Endspiel niederringen konnte.

Le3 sieht auf den ersten Blick nach einem logischen Zug aus, ist aber hier ein Fehler. Lily spielte c4 und konnte in der Folge ihre Figurenkonstellation entscheidend verbessern. Audrey hätte statt dessen selbst c4 spielen sollen, was die Stellung im Ausgleich gehalten hätte.

In der vorletzten Runde ergab die Auslosung das Duell mit Maria Bohatyrova. Mascha hatte bis dahin nur ein Remis abgegeben und somit einen ganzen Punkt Vorsprung, Lily musste also mit Schwarz unbedingt gewinnen. Wenn ihr das gelungen wäre, hätte sie Mascha einholen können und wäre vor der letzten Runde ganz nah am Meistertitel gewesen. Die Partie war sehr intensiv. Lily überspielte ihre Gegnerin positionell im Mittelspiel und erarbeitete sich eine objektiv gewonnene Stellung. Sie war aber in Zeitnot und konnte nicht alle Kandidatenzüge berechnen. Den Gewinner hatte sie daher nicht auf dem Zettel und am Ende verlor sie die Partie nach einem taktischen Fehler sogar noch. Manchmal werden Schachpartien, die mehrere Stunden dauern, in Sekunden entschieden. Sieht man eine Taktik oder sieht man sie eben nicht, da ist auch immer ein Quentchen Glück im richtigen Moment dabei. Mascha nutzte ihre Chance und stand nach dieser Runde als Deutsche Meisterin fest – Glückwunsch nach Erkenschwick an dieser Stelle. Conrad Schormann hat für seinen Youtube Kanal „Perlen vom Bodensee“ die Partie analysiert und sehr ausgewogen kommentiert. Vielen Dank dafür und Grüße an den Bodensee!

In der letzten Runde ging es dann statt um den Turniersieg nur noch darum, wer die weiteren Plätze auf dem Treppchen belegen würde. Lily wurde gegen Yueyi Chen gelost und spielte wieder voll auf Sieg. Sie überspielte wiederum ihre Gegnerin im Mittelspiel, ließ dann aber für einen kurzen Moment noch einmal „Luft in die Stellung“.

Hier hätte Schwarz die Chance gehabt die Partie ins Remis zu retten. Nach Tg4 hat Weiß die Wahl zwischen Dauerschach und Matt.

Die Chance ergriff Yueyi glücklicherweise nicht und spielte stattdessen Tg2, was immerhin droht, den f2 Bauern zu schlagen. Schwarz ist aber zu langsam. Lily lies einfach ihre Bauern laufen und gewann die Partie letztlich sicher. Die Buchholzlotterie sah für sie dann am Ende den fünften Rang vor, immerhin also noch ein Platz auf der Bühne bei der Siegerehrung und das Recht, die Jugend-EM im klassischen Schach zu spielen. Die Siegerehrung wurde live übertragen, Lilys Auftritt beginnt bei 1h:50Min.

Insgesamt ist der 5. Platz objektiv gesehen kein schlechtes Ergebnis, aber es wäre deutlich mehr drin gewesen. Lily hat einfach viel zu viele Chancen liegen gelassen, um am Ende ganz oben zu stehen. Sie weiß es selbst und es wurmt sie sehr. Nächstes Jahr wird ihr Seniorjahr in der Altersklasse U12w sein, dann muss es auch einfach mal klappen mit dem Deutschen Meistertitel. Spielerin des Jahres ist sie dieses Jahr schon geworden, ihr ist auch neben dem Brett in Willingen viel Anerkennung der Schachfreunde zu Teil geworden. Das tut gut, motiviert und wird sie hoffentlich bei den anstehenden internationalen Turnieren (Team-EM auf Rhodos, Einzel-EM in Prag) beflügeln.

Vielen Dank an dieser Stelle noch an Lilys Sponsor, der Ofenakademie. Alle weiteren Infos über die Deutsche Jugendmeisterschaft gibt es auf dem Portal der Deutschen Schachjugend.

Karl-Friedrich-Wolff-Gedächtnisturnier

Trotz vieler anderer attraktiver Turnierangebote an diesem Feiertagswochenende, entschieden sich 28 Spieler, zu uns nach Halle zu kommen, um mit ihrer Teilnahme Charly Wolff zu gedenken. Der Todestag unseres ehemaligen Vorsitzenden jährt sich dieses Jahr das 5. Mal. Im Gedenken an ihn richteten wir in seinem Namen dieses Turnier aus.

Die Haller Remise bot mal wieder hervorragende Spielbedingungen. Viel Platz, kostenfreie Getränke und unsere digitalen Bretter haben sich aufgrund einer Förderung des Landessportbunds auch vermehrt. Vier Partien pro Runde wurden live ins Internet übertragen und sind hier zu finden. Die erste Runde fehlt leider. Ich übe noch das Handling, von Turnier zu Turnier wird es aber besser :-).

Um diese drei Pokale ging es. Der goldene war für den Sieger vorgesehen.

Die Riege der Livebretter (1. Runde). Am zweiten Brett von rechts sollte eigentlich auch ein Kabel hängen, das mussten wir allerdings kurzfristig aufgrund technischer Probleme umstellen und direkt an das Notebook anschließen.

DGT Brett 2, 2. Runde: Etwas außer der Reihe positioniert spielen hier Linus Rohm und Jannis Cremann gegeneinander.

Max Kummrow spielte in seiner Jugend beim SK Halle und war Teil der Jugendmannschaft, die sich einmal für die NRW-Meisterschaft qualifizierte. Er war auch Charlys Patensohn und setzte sich passend zum Anlass nach Jahren der Schachabstinenz mal wieder ans Brett und hatte sichtlich Spaß bei seinen Partien.

Gleich in der zweiten Runde wurde Max gegen Lily gelost. Er sponsort mit seinem Unternehmen www.ofenakademie.de auch Lilys Teilnahme bei der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft, die nächste Woche startet. Lily hat in diesem Turnier in ihren Partien leider viel liegen gelassen und hatte trotzdem eine starke Performance und einen ordentlichen ELO-Gewinn zu verzeichnen. Man sah aber, dass da auch noch deutlich mehr geht. Max hat auch seinen Sieg gefeiert, aber nicht gegen Lily ;-).

Oleh spielte ein gutes Turnier. 3 Punkte und eine ELO-Performance von 1496 sprechen für seine Fähigkeiten im Schnellschach. Die Partie gegen Jannis verlor er allerdings.

Dafür gewann er die gegen Florentine drei Runden später.

Laurenz (hier gegen Manfred Fechner, der wieder mit seinem Bruder Werner angereist war) war mit seinem Turnier wohl nicht ganz zufrieden. Obwohl er in der ersten Runde gegen Magnus Winter gewinnen konnte, der immerhin fast 1800 Punkte stark ist, ging in den Runden danach nichts mehr. Am Ende standen immerhin noch zwei Pflichtsiege auf dem Tableau. Trotzdem: Da wäre auch noch mehr drin gewesen.

Florian spielte auch mit, in der zweiten Runde gegen Jan Amir Schilling aus Versmold. Am Ende der Setzliste positioniert holte er leider keinen Punkt, war aber trotzdem immer gut gelaunt und hatte viel Spaß und das ist doch auch was :-).

Unser ehemaliger Spielleiter Dieter Ahlemeyer begann stark mit einem Sieg gegen Michael Henkemeier, danach kam aber leider nur noch ein Punkt dazu. Auch gegen Lily wehrte er sich letztlich vergeblich gegen die Niederlage.

Nicht nur Jannis Creman von Rochade Emsdetten kam vorbei, auch sein Vater Markus (hier im Duell gegen Aaron Vesszö) spielte mit. Grüße ins Münsterland, man sieht sich in Willingen in der nächsten Woche wieder.

Am Ende nahm Markus Henkemeier als Turniersieger den goldenen Pott mit nach Hause, obwohl er den direkten Vergleich gegen Linus Rohm verlor. Dritter wurde Dima Marchenko, der ein eher unauffälliges Turnier spielte, aber in den entscheidenen Momenten die Punkte machte und mit dem dritten Platz belohnt wurde.

Vielen Dank allen Teilnehmern von nah und von fern. Hier der Endstand auf ChessResults. Bis zum nächsten Mal im schönen Halle!

 

 

 

 

Geschichte des Vereins: Bezirks-Vierer-Blitz-Meister 1995/96

1995/1996 gab es anscheinend noch eine Vierer-Blitz-Meisterschaft, die wir damals gewonnen haben.

Danke, Uwe!

Die Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag war eine besondere. Uwe Stadie gab sein Amt als Kassierer nach 41 Jahren treuen Dienstes für den Verein auf. Als Nachfolgerin wurde für 2 Jahre Cinzia Tiemann gewählt. Sie wird in Kürze seine Aufgaben übernehmen. Generationen von Schachspielern des SK Halle hat Uwe durch seine langjährige ehrenamtliche Arbeit ermöglicht, ihr Interesse am Schachsport auszuleben. Er war immer für den Verein da, eine Ära hat am letzten Freitag ihr würdiges Ende gefunden. Nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch einige Ehemalige drückten mit Grußworten ihre Dankbarkeit und Anerkennung aus. Wir wählten Uwe einstimmig zum Ehrenmitglied. Emil Schneck hat nun Gesellschaft in diesem illustren Kreis bekommen. Uwe, gerührt von der Anteilnahme, versicherte, dass er den Verein auch weiterhin im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen wird. Er betonte, dass er die Arbeit immer gerne gemacht habe.

Herzlichen Dank für alles, Uwe!

Das Protokoll der Versammlung ist hier zu finden. Wir haben untere anderem beschlossen, dass es dieses Jahr wieder einmal eine offene Stadtmeisterschaft geben wird. Die Ausschreibung dazu folgt.

Blitz- und Schnellschach WM 2024 in Durres

Dieses Mal ging die Reise nach Albanien, genauer gesagt nach Durres. In diesem Badeort, nur eine knappe Stunde von der Hauptstadt Tirana entfernt, richtete der albanische Schachverband dieses Jahr die Jugend WM im Blitz- und Schnellschach aus. Letztes Jahr mussten wir dafür nach Batumi reisen und das Programm dauerte volle 5 Tage plus Ruhetag. Link zum Bericht Dieses Jahr waren es nur drei Spieltage, kein Ruhetag und die Anreise war deutlich weniger beschwerlich: Direktflug Dortmund – Tirana, eine Stunde nach Durres und wir waren da. In der Nachbarschaft des Hotels wurde noch ordentlich gebaut, die Aussicht aus dem Zimmer war daher nicht berauschend und der Außenpool war noch nicht betriebsbereit, aber der Rest stimmte: Gute Unterbringung, gutes Essen, gute Spielbedingungen. Die Albaner gaben sich sichtlich Mühe gute Gastgeber zu sein und waren stolz darauf die WM auszurichten. Sogar der Staatspräsident parkte seine gepanzerte S-Klasse vor der Hotellobby und gab sich zur Eröffnungsfeier die Ehre.

Die deutsche Delegation war schmal: nur drei Spieler, Konstantin Müller (U10), Lily (G12) und Phillipp Allen (U12) vertraten den weltweit größten Schachverband. Polen schickte als größte Nation nach den einheimischen Albanern 41 Spieler und selbst aus Vietnam reisten 15 Spieler an. Insgesamt waren 377 Teilnehmer aus 44 Nationen vertreten, was schon ganz beachtlich ist. Phillipp gehörte zu den „Senioren“ seines Jahrgangs U12, Konstantin und Lily waren Junioren in der U10 bzw. U12, die meisten Gegner waren also ein Jahr älter als sie.

Aufbau vor der ersten Runde

Blick in den Turniersaal, es gab derer zwei. 58 Bretter wurden ins Internet übertragen.

Sportlich erreichten alle deutschen Teilnehmer nur Plätze im Mittelfeld. Im Rapid startete Lily mit 5 aus 7 und spielte eigentlich gutes Schach, verlor aber zu viele ihrer Partien in Zeitnot. Die vagen Hoffnungen auf einen Platz auf dem Treppchen erfüllten sich leider nicht. Man merkte, dass wir uns in den letzten Monaten nicht zielgerichtet auf diese WM vorbereitet hatten, sondern mehr klassisches Schach im Fokus stand. Der ungewohnte Zeitmodus von 15+5 tat das Übrige. In Batumi letztes Jahr wurde noch 15+10 gespielt, aber anscheinend hat die FIDE das geändert. Auch im Blitz fand Lily nicht die richtige Balance, 5+3 war auch hier ein ungewohntes Format.

Nichtsdestotrotz war die WM ein tolles Erlebnis, auf der offiziellen Website der Veranstaltung gibt es weitere Infos, Fotos und Videos der Veranstaltung. Angesichts der positiven Erfahrungen würden wir uns freuen, wenn in Durres weitere internationale Schachwettbewerbe stattfinden würden und wir Albanien in Zukunft noch einmal besuchen dürfen.

Info

Jeden Freitag:
Vereinsabend im Spiellokal

18.00 – 20.00 Uhr  Kinder- und Jugendschach
ab 20.00 Uhr  Seniorenschach

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