SK Halle 1946 eV
Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände 2026
Es ist mittlerweile für uns schon eine willkommene Tradition geworden, das Wochenende über Fronleichnam in Braunfels zu verbringen und Lily und das NRW-Team dabei bei dem Kampf um die Goldmedaille zu unterstützen. Diese Saison durfte sie sogar neben ihrer Trainerin WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky an Brett 2 platznehmen. Alle anderen Spielerinnen durften wir erstmalig kennenlernen, denn die NRW-Mannschaft setzte sich komplett neu zusammen im Vergleich zu den Vorjahren. Dies hatte verschiedene Gründe: Die Jugend-WM startet bald, in NRW wurde das Qualifikationsturnier zur DVM gespielt, private Verpflichtungen usw. Glücklicherweise sind wir ein großes Bundesland und können solche Ausfälle gut kompensieren. An Brett 3 spielte Sarah Fetahovic von der SG Solingen, zweifache U18w NRW-Jugendmeisterin. Familie Borriss, bestehend aus WFM Claudia Borriss und ihrer Tochter Emma besetzten die Bretter 4, respektive das Ersatzbrett 9 (wobei jede Spielerin maximal einmal aussetzte). Claudia war in ihrer Jugend mehrmals deutsche Meisterin, Emma nahm auch mehrmals an deutschen Jugendmeisterschaften teil. An Brett 5 spielte WFM Heike Vogel, eine „Powerfrau“ aus Kerpen. Sie ist dort Vereinsvorsitzende und gewann Ende der 80er mehrmals die deutsche Jugendeinzelmeisterschaft, u.a. (wenn man der KI glauben darf) als 12-jährige in der Altersklasse der unter 17-jährigen. Brett 6 spielte Marina Limbourg. Sie war u.a. Teil des siegreichen NRW-Teams von 2021 und wusste daher, wie es ging den Titel zu gewinnen. An Brett 7 stellte NRW Alica Hoevelmann vom Schachverein Turm Hohenlimburg auf, an Brett 8 Johanna Kraus aus Leverkusen, die für die Schachfreunde Essen-Werden spielt. Die klimatischen Bedingungen waren ebenfalls anders als gewohnt, die letzten beiden Jahre war es über Fronleichnam in Braunfels hochsommerlich, dieses Jahr wechselhaft und eher frühlingshaft, was für die Spielbedingungen im „Haus des Gastes“ in Braunfels aber eher von Vorteil war.
Das offizielle Mannschaftsfoto des NRW-Teams
Die NRW-Mannschaft war an 2 gesetzt, hinter Sachsen-Anhalt, die dieses Jahr 2 lettische WGMs aufstellten. Darauf folgte Bayern mit durchschnittlich 40 DWZ-Punkten Abstand. Carmens Wertungszahl verfälschte aber ein wenig den Vergleich. Die weiteren Bretter waren immer mehr oder weniger auf Augenhöhe mit den Mannschaften der anderen Landesverbände, die Ausgangssituation versprach daher einen spannenden Turnierverlauf. In der ersten Runde wurde das schon deutlich, gegen Hamburg gab es „nur“ ein knappes 4,5:3,5. Lily verlor ihre Partie gegen Carina Brandt, Sarah, Claudia und Johanna holten aber volle Punkte, welche am Ende zum knappen Mannschaftssieg reichten.
Vor der ersten Runde gegen Hamburg
Premiere an Brett 2 für Lily.
Der Start ins Turnier war also geglückt. Die zweite Runde gegen Schleswig-Holstein hätte nominell eigentlich schwieriger werden sollen, der Verlauf war dann aber eindeutig. Lily gewann mit Weiß mit einer starken Partie erstmals gegen eine internationale Meisterin, WIM Luba Kopylov wurde sauber überspielt. Auch an den anderen Brettern waren meist die NRW-Frauen die Siegerinnen. Die Mannschaft war endgültig im Turnier angekommen, rechtzeitig zur Nachmittagsrunde, die gegen den Favoriten Sachsen-Anhalt gespielt werden sollte. Es war „Crunchtime“, allen war klar, dass der Gewinner des Duells die allerbeste Karten haben würde, am Ende Gold zu holen. An allen Brettern wurde hart gekämpft. Lily spielte gegen WGM Ilze Berzina und gestaltete den Partieverlauf völlig offen. Zweimal hatte sie sogar die Chance in Vorteil zu kommen, entschied sich aber jeweils für die weniger erfolgsversprechende Fortsetzung:
Nach c4 ist Sf4 ein starker Zug. Die Pointe ist, dass nach De3 Sd4 funktioniert. Der Springer auf f4 ist durch die Gabeldrohung auf e2 taktisch gedeckt. So hätte Schwarz zwei starke Springer ins Zentrum installieren können. Lily spielt aber stattdessen Sb6 mit einer ausgeglichenen Stellung.
Lily spielte also Remis, genau wie Alica und Emma an Brett 6 und 8. Claudia konnte ihre Partie gewinnen, aber die weiteren Bretter gingen leider verloren, sodass das Endergebnis recht deutlich ausfiel: 5,5:2,5. Die gedrückte Stimmung hielt allerdings nicht lange an, denn nach dem leckeren Abendessen (exquisite Schweinelendchen) in unserem Stammlokal, dem Solmser Hof, welches wir im Übrigen auch für nicht-schachliche Zwecke wärmstens empfehlen können, wartete am nächsten Tag mit Thüringen schon der nächste Gegner. Gold war so gut wie vergeben, aber Silber und Bronze sollten auf jeden Fall drin sein.
Guten Morgen Braunfels! Blick aus unserem Hotelzimmer im Solmser Hof auf den zentralen Platz der Altstadt.
Gegen Thüringen lief es dann wieder gut: Drei Gewinnpartien durch Carmen, Marina und Emma, Rest Remis. Das Ergebnis war ein nie gefährdeter 5,5:2,5 Sieg. Am Nachmittag tagte das „inoffizielle Treffen für Aktivistinnen des Frauenschachs“. Eine ziemlich verschwörerische Bezeichnung dafür, dass einfach viele Engagierte in dem Bereich an einem Ort weilten und sich zu dem Thema austauschen. Wie dem auch sei, wir besuchten währenddessen mal wieder den Park und die schöne Burg, ließen uns über die Geschichte des Gemäuers und ihrer Bewohner im Laufe der Jahrhunderte informieren oder genossen einfach die Aussicht.
Im Schlosspark von Braunfels von links nach rechts: Carmen Voicu-Jagodzinsky, Claudia Borriss, Johanna Kraus, Sarah Fetahovic, Lily Schirmbeck und Marina Limbourg
Lily mit den Tus und Olivia Lukas.
Lily auf der Kanone 2026.
Und zum Vergleich zwei Jahre zuvor: Gleicher Ort, andere Kanone, andere Perspektive, aber gleiche Lily und sogar gleiches Paar Schuhe (nur andere Größe) ;-).
Beim Abendessen gab es noch etwas zu feiern, Heikes „25.“ Geburtstag. Dafür gabs eine Karte, ein Eis und einen Turm – herzlichen Glückwunsch! In der letzten Runde ging es dann gegen Hessen. Heike beschenkte sich nachträglich gleich mal selbst mit einem schicken Sieg. Spannend wurde es dann am Ende. NRW führte nach weiteren Siegen von Carmen und Sarah 4:3. Es spielten noch Emma und Lily. Es brauchte nur noch ein Remis zum Mannschaftssieg und der damit verbundenen sicheren Silbermedaille. Beide verteidigten aber unangenehme Stellungen. Lily hatte im Endspiel die Chance auf Remis, fand in Zeitnot aber nicht die korrekte Fortsetzung und auch Emma stellte leider ihre Partie ein. Also hieß es Unentschieden und die allseits ungeliebte Buchholzwertung musste darüber entscheiden, wer welche Medaille erhalten sollte. Dieses Mal hatten wir Glück, landeten vor Bayern auf dem Silberplatz und wurden damit Vize-Mannschaftsmeister. Zudem erspielte sich WFM Claudia Borriss noch mit starken 4 aus 5 einen Brettpreis. Herzlichen Glückwunsch an Sachsen-Anhalt und Bayern zu Gold, respektive Bronze, herzlichen Glückwunsch allen NRW-Spielerinnen, dem „Management“ und allen die mitgefiebert haben!
Silber für NRW!
Schließen möchte ich den Bericht mit einem Zitat des Mannschaftsführers Andreas Jagodzinsky aus seinem Abschlussbericht zum Turniers: „Der zweite Platz in Braunfels ist damit weit mehr als nur ein schönes Einzelergebnis. Er ist auch ein starkes Signal für die Breite, Qualität und Entwicklung des Frauenschachs in Nordrhein-Westfalen. Auf dieser Leistung lässt sich mit großem Optimismus aufbauen.“ Wohl gesprochen, wir schließen uns vollumfänglich an. Ein herzlicher Dank geht auch an die Organisatoren und Helfer von den Schachfreunden Braunfels. Wir haben eure Gastfreundschaft sehr genossen. Vielen Dank für euer jahrelanges Engagement!
Vorbericht des Schachbunds NRW
Abschlussbericht des Schachbunds NRW
Bericht des Hessischen Schachverbands
Bericht aus Sicht des Bayerischen Schachverbands
Bericht des Niedersächsischen Schachverbands
Bericht des Schachverbands Sachsen-Anhalt
Bericht des Schachverbands Württemberg
Geschichte des Vereins – Hängepartie in der Verbandsliga 1987
Aus dem Archiv des SK Halle möchte ich einen aus dem Jahr 1987 vorstellen. Im Verbandsligaspiel zwischen Halle und Brakel/Bad-Driburg gab es eine Hängepartie an Brett 5. Bis zum Aufkommen starker Schachcomputer war es gang und gäbe Turnierpartien nach einer gewissen Spielzeit abzubrechen. Ich bin mir nicht sicher, ob dies in der Spielordnung geregelt war nach welcher Zeit der Abbruch zu erfolgen hatte, oder ob es hierzu einen Antrag eines Spielers brauchte. Jedenfalls wurde die Stellung der Partie dann schriftlich festgehalten auf einem „Hängepartieformular“, welches ihr unten sehen könnt. Der Spieler, der am Zug war, musste vor Abbruch verdeckt einen Zug aufschreiben und ihn in einem verschlossenen Umschlag hinterlegen. Würde die Partie zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt werden, würde der Umschlag geöffnet, der Zug ausgeführt und die Partie fortgesetzt. Dies hat man vermutlich so geregelt, damit nicht derjenige, der am Zug war, einen Vorteil bei der zwischenzeitlichen häuslichen Analyse der Stellung hatte. Die Partie unten wurde aber nicht fortgesetzt, denn es gab noch einen Zwischenschritt. Die Hängepartieformulare wurden vom Spielleiter der Liga geprüft und die Stellung eingeschätzt. Nur wenn einer der Spieler gegen diese Einschätzung Einspruch erhob, wurde zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt.
Ich habe nie eine Hängepartie gespielt, ich weiß auch nicht wann sie genau abgeschafft wurden. Ich vermute mal das geschah irgendwann Anfang der 90er Jahre, als die Schachprogramme so stark und für jedermann verfügbar wurden, dass der Modus endgültig seinen Sinn verlor, die Bedenkzeiten in klassischen Partien verkürzt wurden und einfach immer bis zum Ende gespielt wurde.

Lily – 3. Platz bei der DJEM 2026
Unser Ehrenvorsitzender Emil Schneck wird heute 90!
Zur Feier des Tages hat mir Uwe Stadie einen alten Zeitungsartikel über unseren Ehrenvorsitzenden Emil Schneck zur Verfügung gestellt, der seine beruflichen Verdienste beleuchtet. Auch der SK Halle hat ihm unendlich viel zu verdanken. Auch nachdem er seine Ehrenämter seinen beiden Nachfolgern übergeben hatte, von denen ich der zweite bin, ist er immer noch fast jeden Freitag beim Vereinsspielabend und beim Seniorenschach beim roten Kreuz. Dort spielt er gegen seinen Freund Walter Lenhard oder gegen Jugendliche seine Partien, einmal im Jahr bei unserem Alt gegen Jung auch noch eine gewertete, hoffentlich klappt das auch dieses Jahr.
Herzlichen Glückwunsch, Emil. Ich fühle mich geehrt dich als Vereinskameraden und Freund an meiner Seite zu wissen, mögest Du noch viele weitere Partien in unserer Schachkreis spielen!
Lily ist Spielerin des Jahres 2025
Lily hat es wieder geschafft! Nach 2023 wurde sie zum zweiten Mal zur Spielerin des Jahres 2025 in der Altersklasse U16w gewählt. Ihre Erfolge: Silber bei der DEM U12w, starke Leistungen für NRW bei der Deutschen Ländermeisterschaft sowie Bronze mit dem deutschen U12w-Nationalteam und der 5. Platz bei der Einzel-Jugend-EM in der Altersklasse U12w waren ausschlaggebend dafür, dass sie von der Deutschen Schachjugend nominiert wurde. Gewonnen hat sie dank eurer Stimmen!
Wir danken unseren unzähligen Freunden, die für Lily gestimmt und um weitere Stimmen geworben haben, insbesondere:
Dem Stadtsportverband Halle, der Werbung bei den Haller Sportvereinen gemacht hat;
Thomas Bergmann, der Stimmen von Lilys Gastverein Rhedaer SV organisiert hat;
Lilys Mitschülerin und Freundin Mara Herden, die für Lily Plakate designt und eine Werbekampage organisiert hat;
Lilys Freundin Dunja Pohl, die ihre Schule mit Werbeplakaten „tapeziert“ hat;
Der ganzen Schulgemeinschaftdes KGH, die für sie abgestimmt hat;
Allen ihren Vereinskameraden vom SK Halle, insbesondere Florian und Benjamin, die auch außerhalb des Vereins für sie um Stimmen geworben haben;
Familie Marck, Familie Slupek, Familie Köpp;
Lilys Schachfreundin Klara Bayer, die in der Kategorie „Überraschung weiblich“ gewinnen konnte und Lily viele Stimmen aus Berlin gebracht hat;
Carsten Sturhann;
Ihren Trainern FM Tobias Vöge und WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky sowie Familie Voicu-Jagodzinsky;
Meinen Kollegen bei Dataport und den Kollegen von Lilys Mutter aus der Bosseschule;
Allen unseren Freunden und den vielen anderen unbekannten Menschen, die für sie ihre Stimmen abgegeben haben!
Herzlichen Glückwunsch, Lily! Wir sind megastolz auf Dich!
Lilys Trainerin WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky mit Lily vor dem Stern Hotel in Willingen
Deutscher „Schachoscar“ der Jugend
Geschichte des Vereins – Simultan mit Dr. Hübner
Meinolf Kemper gewinnt ELO-Rapid im Mai
Ein Remis in der ersten Runde gegen Jan Döller, den Rest gewann Meinolf. Die letzte Runde gegen den Sieger des Aprilturniers Daniel Johnen war dabei eine besonders wilde Partie, in der Daniel nicht den Hebel von „Attacke!!!“ zu „Abwickeln in ein gewonnenes Endspiel“ umlegen konnte.
Daniel hätte hier die Dame tauschen und dann den Turm auf a1 schlagen müssen. Das Endspiel ist dann ein gewonnenes aufgrund der Mehrbauern. In hochgradiger Zeitnot spielte er aber Lxb3, was in der folgenden taktischen Abwicklung einfach eine Figur einstellt.
Verdienter Sieger des Maiturniers: Meinolf Kemper!
Ich hatte zuerst Zweifel, ob es klug wäre, das Turnier auf das Himmelfahrtswochenende zu legen. Einerseits laufen so viele andere Opens und Schnellschachturniere, andererseits sind viele vielleicht über das lange Wochenende verreist, aber der Mut wurde belohnt. Das Turnier an sich war eines der größeren Sorte. Einige Stammkräfte fehlten zwar feiertagsbedingt, dieses wurde aber mehr als kompensiert durch die Teilnahme von Spielern, die vielleicht gerade dies dazu ermutigte teilzunehmen. Der SV Quakenbrück schickte eine Delegation, zwei Schachfreunde kamen aus Bochum und auch unter den Schachspielern im näheren Umkreis waren einige das erste Mal dabei. Das freut mich umso mehr, denn, obwohl es auch reizvoll ist, öfter gegen dieselben Nasen ein paar Partien zu spielen, die man schon gut kennt, finde ich persönlich noch spannender gegen neue Gesichter anzutreten.
Von uns waren Lily, Viktor und Benjamin dabei und da Heval Kartal beim Start der ersten Runde noch nicht da war, spielte ich auch eine Partie, um das Feld zu begradigen. Lily hatte ein bisschen Lospech, da sie die ersten beiden Runden Schwarzpartien gegen starke Gegner bekam (u.a. gegen den späteren Turniersieger) und in der letzten Runde noch gegen Dhyanesh spielen musste, der mit seinen 1500 ELO komplett unterbewertet ist. 2,5 Punkte und ein Rang im Mittelfeld waren das Ergebnis. Benjamin spielte ein Klasseturnier, 3 Punkte gegen starke Gegner (ELO-Performance >2000). Ein Quäntchen Glück war sicher auch dabei, aber das muss man sich auch erstmal verdienen. Viktor erspielte einen Punkt.
Blick über das Gesamtfeld. 12x digital, 3x analog. Die Heizung in der Mensa war mal wieder defekt, im Sinne von „immer auf Maximum“. Daher waren zur Kompensation die Fenster die ganze Zeit auf.
Lily musste nach ihren zwei Auftaktniederlagen ganz nach hinten rutschen, gegen Viktor gewann sie aber sicher. Neben ihr sitzt Maja-Maria Becker, die zusammen mit Georg Brinkmann den langen Weg von Quakenbrück nach Halle auf sich genommen haben. Beeindruckend, Danke für euren Besuch!
Christian Vukadin, ein Österreicher in OWL, kam ganz spontan vorbei und konnte diese Partie gegen Henrik Siebeneck gewinnen. 3 Punkte wurden es am Ende, Henrik erspielte sich zwei.
Spitzenpaarung der dritten Runde. Dhyanesh Gopinath hatte sich mit zwei Siegen an Brett 1 gespielt. Daniel stoppte seine Siegesserie dann aber. Zwei Remis folgten, seine ELO-Performance von >1900 zeigt seine realistische Spielstärke aber mehr als seine aus Indien stammende ELO von 1532. Daniel spielte ein makelloses Turnier, bevor er in der letzten Runde dann (wie oben gezeigt) von Meinolf noch besiegt und überholt wurde.
Nico Glatt – Jeromin Rocklage. Nico erspielte sich 3,5 Punkte und landete im oberen Mittelfeld. Diese Partie gegen Jermonin sollte er gewinnen, Jermonin landete mit 2,5 Punkten im Mittelfeld.
Benjamin Jahn gegen Florian Schreiber. Florian hatte nicht seinen besten Tag und auch gegen Benjamin stellte er was ein und verlor die Partie.
Danke allen Teilnehmern, insbesondere denen, die mit geholten haben beim Auf- und Abbau. Die nächsten beiden Turniere der Serie (Juni und Juli) folgen direkt nacheinander am 26.06. und 03.07. Hier ein Vorgeschmack auf die dort zu gewinnenden Pokale.
Aufgrund des Erfolgs der Turnierserie werden wir sie sicherlich auch darüber hinaus fortsetzen, um die Termine kümmere ich mich dann in den Sommerferien. Bis dann!
Geschichte des Vereins – Kontroverse zum Rauchverbot am Brett
Vize-Schul-Europameisterin WCM Lily Schirmbeck
Wir waren wieder unterwegs, das Ziel dieses Mal Trogir, eine hübsche touristisch geprägte kroatische Kleinstadt, unweit von Split und direkt an der Adria gelegen. Es war noch recht ruhig an der Promenade, nur der große Hotelkomplex, in dem die europäische Schul-Europameisterschaft stattfinden sollte (Altersklassen U7-U17), war gefüllt mit Vertretern der europäischen Jugendschachszene. Nicht alle Länder waren vertreten und es war ein deutlich kleineres Event als die Massenveranstaltung der geraden Altersklassen der Jugend-EM, die letztes Jahr in Budva stattfand. Lily trat in der Altersklasse der unter 17-jährigen an, obwohl sie mit ihren 12 Jahren noch zwei Altersklassen tiefer hätte spielen können. Wir beantragten den Wechsel ein paar Tage vor Turnierbeginn, weil in der U17 einerseits stärkere Gegner unter den Jungen zu erwarten waren (Jungen und Mädchen spielten ein gemeinsames Turnier) und wir andererseits die Chancen auf den Titel der Mädchen ähnlich hoch einschätzten wie in der tieferen Altersklasse. Das ging so leidlich auf. Lily spielte nur ein durchschnittliches Turnier, gewann ein paar schöne Partien, spielte gegen die weiblichen Konkurentinnen aber nur Remis und verpasste auch Überraschungen gegen nominell stärkere Spieler. Das erhoffte Gold ging daher verdient an die Türkin Ela Mullakutukcu, die auch letztes Jahr in der G15 schon den Titel gewonnen hatte. Sie spielte ein sehr starkes Turnier, performte 300 Punkte über ihrer Wertungszahl und hatte in den 50/50 Situationen auch das Glück auf ihrer Seite. Glückwünsche gehen an dieser Stelle raus, natürlich auch an den Gesamtsieger des Turniers – CM Uros Brankovic aus Serbien.
Vom DSB fuhr leider nur eine sehr kleine Delegation nach Kroatien. Alle kamen witzigerweise aus NRW, Varvara Sigacheva aus Köln, Konstantin Müller aus Münster und wir eben aus Halle.
Blick in den Spielsaal. Die Altersklasse U7 bestand überwiegend aus Schülern einer isländischen Schule. Das sah zu Rundenbeginn immer total süß aus, wie die ganzen kleinen *dottirs und *sons sich an den Brettern lümmelten. Die Partien waren aber meist recht schnell vorbei, gewonnen hat dort die Grechin Sophia Kaliskami. Ihr Pokal war fast größer als sie selbst ;-).
Lily am Brett in ihrer Gewinnpartie gegen Renato Hranilovic. ©ECU
Lilys Auftritt bei der Siegerehrung.
Lily mit ihrem Pokal, ähnlicher Style wie bei der EM 2023 in Mamaia (©ECU)
und mit ihrem „Sekundanten“. Oben 2026, unten 2023 bei der EM G10 in Mamaia, kaum verändert ;-).
Die deutschen Pokalgewinnerinnen (©ECU). Varvara holte den dritten Platz in der Altersklasse G11. Konstantin verpasste leider das Treppchen.
„Völkerverständigung“ nach der Siegerehrung (©ECU).
Trogir war auch touristisch sehenswert, ich kam etwas herum, sah am Wochende die Altstadt von Trogir, die sich in Laufreichweite des Hotels befand, die beeindruckende Festung Klis, die mich als „Geschichts-Nerd“ natürlich besonders interessierte (Gegründet in der Antike von den Römern, aufgegeben nach wechselhafter Geschichte erst 1918 nach dem Zerfall Österreich-Ungarns) und das ebenfalls sehr hübsche Hafenstädtchen Omis. Lily war an ihrem freien Tag, an dem ich leider arbeiten musste, zudem noch mit den Müllers in Split. Es war noch Nebensaison und das Hotel beherbergte neben den Schachspielern nur kleine Touristengruppen aus Frankreich. Es gab nicht ständig und überall Trubel und Schlangen am Buffet. Die Organisation des kroatischen Schachverbands war wirklich vorbildlich, ich habe absolut nichts zu meckern und ich kann durchaus auch pingelig sein. Alles lief wie am Schnürchen. Wenn in Zukunft wieder in Kroatien etwas ausgerichtet wird, wäre diese Tatsache alleine für uns nun eher ein Grund hinzufahren als fernzubleiben.
Panoramablick auf Split von der Festung Klis aus.
Das unvermeidliche Selfie am Strand von Omis. Im Hintergrund auf dem Berg ist eine Ruine zu erahnen, zu der man über einen Kletterweg hochsteigen kann. Wir haben es versucht, sind aber auf halbem Wege aus Zeitgründen umgekehrt.
Unser „kleines Mädchen“ am Strand vor dem Hotel.
Bleibt Danke zu sagen, den Gastgebern und Organisatoren, den deutschen Delegationsmitgliedern, mit denen wir die gemeinsame Zeit an den Abenden nach der Partien sehr genossen haben, und natürlich Lilys Trainern WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky und FM Tobias Vöge, die, wenn meine schachlichen Fähigkeiten phasenweise ihre Grenzen erreichten, aus Deutschland und Indonesien unterstützt haben.
Link zu den Übertragungen auf Lichess








































