SK Halle 1946 eV
Vize-Schul-Europameisterin WCM Lily Schirmbeck
Wir waren wieder unterwegs, das Ziel dieses Mal Trogir, eine hübsche touristisch geprägte kroatische Kleinstadt, unweit von Split und direkt an der Adria gelegen. Es war noch recht ruhig an der Promenade, nur der große Hotelkomplex, in dem die europäische Schul-Europameisterschaft stattfinden sollte (Altersklassen U7-U17), war gefüllt mit Vertretern der europäischen Jugendschachszene. Nicht alle Länder waren vertreten und es war ein deutlich kleineres Event als die Massenveranstaltung der geraden Altersklassen der Jugend-EM, die letztes Jahr in Budva stattfand. Lily trat in der Altersklasse der unter 17-jährigen an, obwohl sie mit ihren 12 Jahren noch zwei Altersklassen tiefer hätte spielen können. Wir beantragten den Wechsel ein paar Tage vor Turnierbeginn, weil in der U17 einerseits stärkere Gegner unter den Jungen zu erwarten waren (Jungen und Mädchen spielten ein gemeinsames Turnier) und wir andererseits die Chancen auf den Titel der Mädchen ähnlich hoch einschätzten wie in der tieferen Altersklasse. Das ging so leidlich auf. Lily spielte nur ein durchschnittliches Turnier, gewann ein paar schöne Partien, spielte gegen die weiblichen Konkurentinnen aber nur Remis und verpasste auch Überraschungen gegen nominell stärkere Spieler. Das erhoffte Gold ging daher verdient an die Türkin Ela Mullakutukcu, die auch letztes Jahr in der G15 schon den Titel gewonnen hatte. Sie spielte ein sehr starkes Turnier, performte 300 Punkte über ihrer Wertungszahl und hatte in den 50/50 Situationen auch das Glück auf ihrer Seite. Glückwünsche gehen an dieser Stelle raus, natürlich auch an den Gesamtsieger des Turniers – CM Uros Brankovic aus Serbien.
Vom DSB fuhr leider nur eine sehr kleine Delegation nach Kroatien. Alle kamen witzigerweise aus NRW, Varvara Sigacheva aus Köln, Konstantin Müller aus Münster und wir eben aus Halle.
Blick in den Spielsaal. Die Altersklasse U7 bestand überwiegend aus Schülern einer isländischen Schule. Das sah zu Rundenbeginn immer total süß aus, wie die ganzen kleinen *dottirs und *sons sich an den Brettern lümmelten. Die Partien waren aber meist recht schnell vorbei, gewonnen hat dort die Grechin Sophia Kaliskami. Ihr Pokal war fast größer als sie selbst ;-).
Lily am Brett in ihrer Gewinnpartie gegen Renato Hranilovic. ©ECU
Lilys Auftritt bei der Siegerehrung.
Lily mit ihrem Pokal, ähnlicher Style wie bei der EM 2023 in Mamaia (©ECU)
und mit ihrem „Sekundanten“. Oben 2026, unten 2023 bei der EM G10 in Mamaia, kaum verändert ;-).
Die deutschen Pokalgewinnerinnen (©ECU). Varvara holte den dritten Platz in der Altersklasse G11. Konstantin verpasste leider das Treppchen.
„Völkerverständigung“ nach der Siegerehrung (©ECU).
Trogir war auch touristisch sehenswert, ich kam etwas herum, sah am Wochende die Altstadt von Trogir, die sich in Laufreichweite des Hotels befand, die beeindruckende Festung Klis, die mich als „Geschichts-Nerd“ natürlich besonders interessierte (Gegründet in der Antike von den Römern, aufgegeben nach wechselhafter Geschichte erst 1918 nach dem Zerfall Österreich-Ungarns) und das ebenfalls sehr hübsche Hafenstädtchen Omis. Lily war an ihrem freien Tag, an dem ich leider arbeiten musste, zudem noch mit den Müllers in Split. Es war noch Nebensaison und das Hotel beherbergte neben den Schachspielern nur kleine Touristengruppen aus Frankreich. Es gab nicht ständig und überall Trubel und Schlangen am Buffet. Die Organisation des kroatischen Schachverbands war wirklich vorbildlich, ich habe absolut nichts zu meckern und ich kann durchaus auch pingelig sein. Alles lief wie am Schnürchen. Wenn in Zukunft wieder in Kroatien etwas ausgerichtet wird, wäre diese Tatsache alleine für uns nun eher ein Grund hinzufahren als fernzubleiben.
Panoramablick auf Split von der Festung Klis aus.
Das unvermeidliche Selfie am Strand von Omis. Im Hintergrund auf dem Berg ist eine Ruine zu erahnen, zu der man über einen Kletterweg hochsteigen kann. Wir haben es versucht, sind aber auf halbem Wege aus Zeitgründen umgekehrt.
Unser „kleines Mädchen“ am Strand vor dem Hotel.
Bleibt Danke zu sagen, den Gastgebern und Organisatoren, den deutschen Delegationsmitgliedern, mit denen wir die gemeinsame Zeit an den Abenden nach der Partien sehr genossen haben, und natürlich Lilys Trainern WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky und FM Tobias Vöge, die, wenn meine schachlichen Fähigkeiten phasenweise ihre Grenzen erreichten, aus Deutschland und Indonesien unterstützt haben.
Link zu den Übertragungen auf Lichess
Geschichte des Vereins – Sieger Vierer-Pokal 1997/98
Kurzvortrag „Schottisches Gambit“
Beim Vereinsabend am Freitag hielt Florian für unsere Jugendschachler einen Kurzvortrag zum Thema „Schottisches Gambit“. Hier ein Link zum vertiefen des Themas.
Lily als deutsche Jugendspielerin des Jahres 2025 nominiert
Die Deutsche Schachjugend hat Lily nominiert! Hier kann für sie abgestimmt werden: Link zum Wahllokal Jede Stimme zählt!
Geschichte des Vereins – Schnellschachturnier um den Wanderpokal der Stadtsparkasse Versmold
Geschichte des Vereins – 1987: Skandal in der Regionalliga OWL?
Wieder mal ein Schmankerl aus dem Archiv des Schachklubs Halle. Vor knapp 40 Jahren fand in der 8. Runde der Regionalliga OWL ein Mannschaftskampf zwischen Minden und Halle statt, welcher an allen Brettern Remis ausging.
Daraufhin schrieb ein Haller Spieler einen Artikel in der örtlichen Zeitung. Er wurde zusammen mit dem Kommentar eines Lokalsportreporters der Zeitung veröffentlicht:
Dies brachte nun die Dinge ins Rollen, es gab wohl Unmut in der Schachszene und der Verbandsspielleiter begann eine Untersuchung der Geschehnisse. Er schrieb folgende Zeilen an die Mannschaftsführer der Vereine:
Die Stellungnahme des SK Halle fiel recht ausführlich aus, von Minden wird es sicherlich auch eine gegeben haben. Diese findet sich aber leider nicht in unseren Akten.
Im Ergebnis entschloss sich der Spielleiter die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen.
Ich finde es interessant, wie mit einer solchen Angelegenheiten damals umgegangen wurde. Es gab noch die Zeit, den Dingen in Ruhe auf den Grund zu gehen, um letztendlich zu einer möglichst ausgewogenen Entscheidung zu kommen, ohne dass das Dröhnen der sozialen Medien den Prozess des Erkenntnisgewinns übermäßig störte.
Geschichte des Vereins: Bezirks-Vierer Pokal Sieger 1995/96
Teutopokal in Herford – Eng wars an der Spitze und auch ganz allgemein
In Herford ging es eng zu, 32 Turnierteilnehmer füllten die ehemalige Hausmeisterwohnung des Königin Mathilde Gymnasiums gut aus. Im Vergleich zu Gütersloh im letzten Monat war das schon kuschelig, aber noch erträglich. Ebenfalls eng war es am Ende an der Spitze des Feldes. Gewonnen hat das Turnier FM Holger Hebbinghaus. Er verlor nur eine Partie gegen den stark aufspielenden Berkin Sekerci und hatte am Ende einen halben Punkt Vorsprung vor Fabian Schlottmann und FM Rafael Torres-Kuckel. Vierter wurde FM Milan Kandic und herauszuheben ist mal wieder die Performance von Nico Glatt, der einige nominell stärkere Spieler besiegte und am Ende den 5. Platz belegte. Aus Haller Sicht die Zusammenfassung: Lily begann stark und besiegte u.a. den Führenden der Gesamtwertung Fabian Schlottmann, gegen den sie bisher in einigen Versuchen noch nie etwas Zählbares hatte ausrichten können, hatte aber in der Mitte einen Durchhänger und landete am Ende auf dem 10. Platz. Viktor holte 5 Punkte, Platz 27. Danke für die Fotos an dieser Stelle, ohne diese wäre der Bericht deutlich textlastiger geworden, denn ich war mal wieder zu beschäftigt, um selbst in nennenswertem Umfang tätig zu werden.
CM Frank Bellers gegen IM Gerd-Peter Grün am Spitzenbrett
Die untere Turnierhälfte. Im Vordergrund Domenic Nidenz gegen Noah Köhn. Daneben die Duelle Jay Winter gegen Lotta-Sophie Kowalzik und Nareg-Niko Boyagian gegen Waldemar Neb.
Berkin Sekerci gegen Nico Glatt und WCM Lily Schirmbeck gegen FM Milan Kandic. Im Hintergrund verdeckt schaut Stascha Milivojevic zu, die von Ulrich Woestmann in ihrer Siegesserie gestoppt wurde. Sie gewann fünf Mal in Folge und stieß damit ins obere Mittelfeld vor. Am Ende landete sie mit einer ELO-Performance von 1685 auf dem 24. Rang. Starke Leistung angesichts ihrer DWZ, die nur knapp über 1000 liegt.
Das Mittelfeld der Runde 12: Das Duell der Doktoren: Dr. Volker König vom gastgebenden Verein gewinnt gerade gegen Dr. Ekkehard Neumann, dahinter Dr. Bernhard Nußbaumer gegen Peter Berger. Peter ist lustigerweise der einzige Spieler auf dem Bild ohne Doktortitel, er spielte aber ein sehr gutes Turnier. Mit seiner ELO von 1641 erspielte er eine Performance von 1822, und das in seinem Alter, wo die Fähigkeiten im Blitzschach eher etwas nachlassen. Beeindruckend, herzlichen Glückwunsch dazu!
Am Brett 15 hatte Lorenz seinen Stammplatz, den er nur einmal verlassen musste, um gegen den anderen Stammplatzinhaber Frank an Brett 1 zu spielen. Brett 17 und 18 im Hintergrund blieben leider unbesetzt, da 4 angemeldete Teilnehmer nicht kamen. Das ist normalerweise kein Problem, dieses Mal hatten wir aber die Obergrenze von 36 Spieler, weswegen ich spielwilligen Schachfreunden absagen musste. Hätten sich die Leute abgemeldet, hätten diese zum Zuge kommen können. Schade.
Die Gesamtwertung Stand April
Im Mai macht der Teutopokal Pause. Das nächste Turnier findet am 19.06.2026 in Lage statt.
Jugendvereinsmeisterschaft 2026 und Rapid-ELO
Freitag war Großkampftag beim Schachklub Halle. Da der Aufwand für den Auf- und Abbau unseres DGT-Bretterzoos immer einige Zeit und Mühen in Anspruch nimmt, kombinierten wir dieses Jahr die Ausrichtung zweier Turniere. Ungewohnt früh, um 15:00, trafen sich daher die Haller Jugendschachler, die um den Titel „Jugendvereinsmeister“, die Pokale und die Schokohasen konkurrieren wollten. Ich hätte mir ein paar mehr Teilnehmer gewünscht, aber vermutlich trug der Termin Ende der Ferien zur verhaltenen Teilnehmerzahl bei. Nichtsdestotrotz: Die sieben, die sich hochmotiviert an die Bretter setzten, gaben alles. Das Turnier wurde erst im Stechen zwischen Florian, Oleh und Lily entschieden, die nach 6 Runden Schnellschach 10+5 jeweils 5 Punkte hatten.
Die Preise des Tages, der Pokal ganz links war für das Rapid-ELO Turnier bestimmt.
Die finale Blitzpartie zwischen Lily und Florian, der sich zuvor im Halbfinale gegen Oleh durchgesetzt hatte.
Der Endstand:
1. Lily
2. Florian
3. Oleh
4. Benjamin
5. Ihor
6. Fabian
7. Tobias
Leider habe ich schlichtweg vergessen, ein schönes Siegerfoto zu machen. Alle Teilnehmer werden am 4. September einen Startplatz beim diesjährigen „Alt gegen Jung“ bekommen. Ich fange in den nächsten Wochen damit an, ihnen adäquate Gegner zu suchen :-). Das Turnier wurde live auf Lichess übertragen, die Partien können hier nachgespielt werden.
Direkt im Anschluss wurde es dann deutlich voller in der Mensa. 34 Teilnehmer zählte das Aprilturnier der Rapid-ELO-Serie. Wiederum durften wir 3 Schachspieler, nämlich Tomas Lamelza, Pascal Pörtner sowie Falko Hildebrandt begrüßen, die ihr erstes (oder zweites) Schachturnier am Brett spielten. Herzlich willkommen im organisierten Schachsport, mögen viele spannende Turniere folgen! Geleitet wurde das Turnier wieder von Florian, der souverän mit den verschiedenen Programmen zur Verwaltung des Turniers und der Bretter jonglierte.
Der Turnierleiter und seine Helfer. Daniel Johnen meldet gerade einen seiner Siege.
Ich konnte auch mal wieder mitspielen, 3 aus 5 fühlte sich als Ergebnis etwas wenig an, aber objektiv entsprach das sogar ziemlich genau meiner ELO-Zahl. Gegen den späteren Turniersieger Daniel verlor ich völlig verdient, Lily sollte es später etwas besser machen.
Benny scheint die Doppelbelastung auch eher beflügelt zu haben. Er holte 4 Punkte und landete am Ende auf dem 4. Platz. Unter anderem ein Sieg gegen Jens Placke stand am Ende auf dem Tableau, starke Leistung!
Maxim holte solide 3 aus 5. Von uns spielten zudem noch Hansa, Fabian und Viktor mit.
Der Turniersieg wurde in der vorletzten Runde entschieden. Lily lag durch ihr Remis in der Vorrunde gegen Florian Schreiber einen halben Punkt hinter Daniel, der bisher alle Partien gewinnen konnte. Daniel erspielte sich in der Eröffnung Vorteil, lief aber in einen Konter:
Daniel spielte mit Schwarz Sc4, was auf den ersten Blick wie ein logischer Zug aussieht. Es greift immerhin die weiße Dame an. Es gibt aber einen Konter: Lf1! mit Fesselung. Wenn Schwarz trotzdem die Dame schlägt, würde es folgendermaßen weitergehen: Sxb2 Txc8+ Lxc8 Lxb5.
Ups, plötzlich dominiert der weiße Läufer den schwarzen Springer und der a-Bauer kann gepusht werden. Weiß hätte entscheidenden Vorteil. So kam es aber nicht, Daniel spielte statt Sxb2 Db4, was den Schaden etwas begrenzt. Aber auch in der Variante spielt nur Weiß auf den vollen Punkt.
Am Ende hatte Lily ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett, beide lebten aber nur noch von ihrem Inkrement. Sie sah den Gewinn nicht und die Partie ging Remis aus. Da beide auch ihre Partien in der letzten Runde gewannen, hieß der Sieger des Turniers Daniel Johnen. Dieses Mal gab es niemanden mit 5 aus 5, der zugehörige Spezialtitel wurde daher nicht verliehen, dafür gab es aber erstmals einen Pokal für den stolzen Sieger! Lily wurde zweite, Ekkehard Neumann Dritter. Vierter wurde, etwas überraschend aber völlig verdient, Thore Siebeneck (Jahrgang 2012) vom BSK, der sehr starkes Schach spielte (wie unter anderem ich leidvoll erfahren durfte).
Herzlichen Glückwunsch Daniel Johnen!
Das nächste Turnier findet am 15.05. statt, ab sofort dürfen alle Tagessieger einen Pokal mit nach Hause nehmen. Sie stehen schon vorbereitet im Schrank, der des Juli-Turniers ist ein besonders großer ;-).
Geschichte des Vereins – Jugendkreismeister 1955
Aus Anlass der anstehenden Jugendvereinsmeisterschaft am kommenden Freitag noch ein Schmankerl aus unserem Urkundenarchiv: Unterschrieben von Bezirksspielleiter Fritz Matthias hat die Jugendmannschaft des SK Halle vor mehr als 70 Jahren den Kreismeistertitel des damaligen Kreises Halle (Westf.) errungen.Das Finale fand wohl in Werther statt. Herzlichen Glückwunsch nachträglich!









































