SK Halle 1946 eV

Meinolf Kemper gewinnt ELO-Rapid im Mai

Ein Remis in der ersten Runde gegen Jan Döller, den Rest gewann Meinolf. Die letzte Runde gegen den Sieger des Aprilturniers Daniel Johnen war dabei eine besonders wilde Partie, in der Daniel nicht den Hebel von „Attacke!!!“ zu „Abwickeln in ein gewonnenes Endspiel“ umlegen konnte.

Daniel hätte hier die Dame tauschen und dann den Turm auf a1 schlagen müssen. Das Endspiel ist dann ein gewonnenes aufgrund der Mehrbauern. In hochgradiger Zeitnot spielte er aber Lxb3, was in der folgenden taktischen Abwicklung einfach eine Figur einstellt.

Verdienter Sieger des Maiturniers: Meinolf Kemper!

Ich hatte zuerst Zweifel, ob es klug wäre, das Turnier auf das Himmelfahrtswochenende zu legen. Einerseits laufen so viele andere Opens und Schnellschachturniere, andererseits sind viele vielleicht über das lange Wochenende verreist, aber der Mut wurde belohnt. Das Turnier an sich war eines der größeren Sorte. Einige Stammkräfte fehlten zwar feiertagsbedingt, dieses wurde aber mehr als kompensiert durch die Teilnahme von Spielern, die vielleicht gerade dies dazu ermutigte teilzunehmen. Der SV Quakenbrück schickte eine Delegation, zwei Schachfreunde kamen aus Bochum und auch unter den Schachspielern im näheren Umkreis waren einige das erste Mal dabei. Das freut mich umso mehr, denn, obwohl es auch reizvoll ist, öfter gegen dieselben Nasen ein paar Partien zu spielen, die man schon gut kennt, finde ich persönlich noch spannender gegen neue Gesichter anzutreten.

Von uns waren Lily, Viktor und Benjamin dabei und da Heval Kartal beim Start der ersten Runde noch nicht da war, spielte ich auch eine Partie, um das Feld zu begradigen. Lily hatte ein bisschen Lospech, da sie die ersten beiden Runden Schwarzpartien gegen starke Gegner bekam (u.a. gegen den späteren Turniersieger) und in der letzten Runde noch gegen Dhyanesh spielen musste, der mit seinen 1500 ELO komplett unterbewertet ist. 2,5 Punkte und ein Rang im Mittelfeld waren das Ergebnis. Benjamin spielte ein Klasseturnier, 3 Punkte gegen starke Gegner (ELO-Performance >2000). Ein Quäntchen Glück war sicher auch dabei, aber das muss man sich auch erstmal verdienen. Viktor erspielte einen Punkt.

Blick über das Gesamtfeld. 12x digital, 3x analog. Die Heizung in der Mensa war mal wieder defekt, im Sinne von „immer auf Maximum“. Daher waren zur Kompensation die Fenster die ganze Zeit auf.

Lily musste nach ihren zwei Auftaktniederlagen ganz nach hinten rutschen, gegen Viktor gewann sie aber sicher. Neben ihr sitzt Maja-Maria Becker, die zusammen mit Georg Brinkmann den langen Weg von Quakenbrück nach Halle auf sich genommen haben. Beeindruckend, Danke für euren Besuch!

Christian Vukadin, ein Österreicher in OWL, kam ganz spontan vorbei und konnte diese Partie gegen Henrik Siebeneck gewinnen. 3 Punkte wurden es am Ende, Henrik erspielte sich zwei.

Spitzenpaarung der dritten Runde. Dhyanesh Gopinath hatte sich mit zwei Siegen an Brett 1 gespielt. Daniel stoppte seine Siegesserie dann aber. Zwei Remis folgten, seine ELO-Performance von >1900 zeigt seine realistische Spielstärke aber mehr als seine aus Indien stammende ELO von 1532. Daniel spielte ein makelloses Turnier, bevor er in der letzten Runde dann (wie oben gezeigt) von Meinolf noch besiegt und überholt wurde.

Nico Glatt – Jeromin Rocklage. Nico erspielte sich 3,5 Punkte und landete im oberen Mittelfeld. Diese Partie gegen Jermonin sollte er gewinnen, Jermonin landete mit 2,5 Punkten im Mittelfeld.

Benjamin Jahn gegen Florian Schreiber. Florian hatte nicht seinen besten Tag und auch gegen Benjamin stellte er was ein und verlor die Partie.

Danke allen Teilnehmern, insbesondere denen, die mit geholten haben beim Auf- und Abbau. Die nächsten beiden Turniere der Serie (Juni und Juli) folgen direkt nacheinander am 26.06. und 03.07. Hier ein Vorgeschmack auf die dort zu gewinnenden Pokale.

Aufgrund des Erfolgs der Turnierserie werden wir sie sicherlich auch darüber hinaus fortsetzen, um die Termine kümmere ich mich dann in den Sommerferien. Bis dann!

Link zur Chess-Results

Vize-Schul-Europameisterin WCM Lily Schirmbeck

Wir waren wieder unterwegs, das Ziel dieses Mal Trogir, eine hübsche touristisch geprägte kroatische Kleinstadt, unweit von Split und direkt an der Adria gelegen. Es war noch recht ruhig an der Promenade, nur der große Hotelkomplex, in dem die europäische Schul-Europameisterschaft stattfinden sollte (Altersklassen U7-U17), war gefüllt mit Vertretern der europäischen Jugendschachszene. Nicht alle Länder waren vertreten und es war ein deutlich kleineres Event als die Massenveranstaltung der geraden Altersklassen der Jugend-EM, die letztes Jahr in Budva stattfand. Lily trat in der Altersklasse der unter 17-jährigen an, obwohl sie mit ihren 12 Jahren noch zwei Altersklassen tiefer hätte spielen können. Wir beantragten den Wechsel ein paar Tage vor Turnierbeginn, weil in der U17 einerseits stärkere Gegner unter den Jungen zu erwarten waren (Jungen und Mädchen spielten ein gemeinsames Turnier) und wir andererseits die Chancen auf den Titel der Mädchen ähnlich hoch einschätzten wie in der tieferen Altersklasse. Das ging so leidlich auf. Lily spielte nur ein durchschnittliches Turnier, gewann ein paar schöne Partien, spielte gegen die weiblichen Konkurentinnen aber nur Remis und verpasste auch Überraschungen gegen nominell stärkere Spieler. Das erhoffte Gold ging daher verdient an die Türkin Ela Mullakutukcu, die auch letztes Jahr in der G15 schon den Titel gewonnen hatte. Sie spielte ein sehr starkes Turnier, performte 300 Punkte über ihrer Wertungszahl und hatte in den 50/50 Situationen auch das Glück auf ihrer Seite. Glückwünsche gehen an dieser Stelle raus, natürlich auch an den Gesamtsieger des Turniers – CM Uros Brankovic aus Serbien.

Vom DSB fuhr leider nur eine sehr kleine Delegation nach Kroatien. Alle kamen witzigerweise aus NRW, Varvara Sigacheva aus Köln, Konstantin Müller aus Münster und wir eben aus Halle.

Blick in den Spielsaal. Die Altersklasse U7 bestand überwiegend aus Schülern einer isländischen Schule. Das sah zu Rundenbeginn immer total süß aus, wie die ganzen kleinen *dottirs und *sons sich an den Brettern lümmelten. Die Partien waren aber meist recht schnell vorbei, gewonnen hat dort die Grechin Sophia Kaliskami. Ihr Pokal war fast größer als sie selbst ;-).

 Lily am Brett in ihrer Gewinnpartie gegen Renato Hranilovic. ©ECU

Lilys Auftritt bei der Siegerehrung.

Lily mit ihrem Pokal, ähnlicher Style wie bei der EM 2023 in Mamaia (©ECU)

und mit ihrem „Sekundanten“. Oben 2026, unten 2023 bei der EM G10 in Mamaia, kaum verändert ;-).

Die deutschen Pokalgewinnerinnen (©ECU). Varvara holte den dritten Platz in der Altersklasse G11. Konstantin verpasste leider das Treppchen.

„Völkerverständigung“ nach der Siegerehrung (©ECU).

Trogir war auch touristisch sehenswert, ich kam etwas herum, sah am Wochende die Altstadt von Trogir, die sich in Laufreichweite des Hotels befand, die beeindruckende Festung Klis, die mich als „Geschichts-Nerd“ natürlich besonders interessierte (Gegründet in der Antike von den Römern, aufgegeben nach wechselhafter Geschichte erst 1918 nach dem Zerfall Österreich-Ungarns) und das ebenfalls sehr hübsche Hafenstädtchen Omis. Lily war an ihrem freien Tag, an dem ich leider arbeiten musste, zudem noch mit den Müllers in Split. Es war noch Nebensaison und das Hotel beherbergte neben den Schachspielern nur kleine Touristengruppen aus Frankreich. Es gab nicht ständig und überall Trubel und Schlangen am Buffet. Die Organisation des kroatischen Schachverbands war wirklich vorbildlich, ich habe absolut nichts zu meckern und ich kann durchaus auch pingelig sein. Alles lief wie am Schnürchen. Wenn in Zukunft wieder in Kroatien etwas ausgerichtet wird, wäre diese Tatsache alleine für uns nun eher ein Grund hinzufahren als fernzubleiben.

Panoramablick auf Split von der Festung Klis aus.

Das unvermeidliche Selfie am Strand von Omis. Im Hintergrund auf dem Berg ist eine Ruine zu erahnen, zu der man über einen Kletterweg hochsteigen kann. Wir haben es versucht, sind aber auf halbem Wege aus Zeitgründen umgekehrt.

Unser „kleines Mädchen“ am Strand vor dem Hotel.

Bleibt Danke zu sagen, den Gastgebern und Organisatoren, den deutschen Delegationsmitgliedern, mit denen wir die gemeinsame Zeit an den Abenden nach der Partien sehr genossen haben, und natürlich Lilys Trainern WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky und FM Tobias Vöge, die, wenn meine schachlichen Fähigkeiten phasenweise ihre Grenzen erreichten, aus Deutschland und Indonesien unterstützt haben.

Link zu den Übertragungen auf Lichess

Link zu Chess-Results

Link zu der Website der Veranstaltung

Bericht auf der Website des Deutschen Schachbunds

Geschichte des Vereins – 1987: Skandal in der Regionalliga OWL?

Wieder mal ein Schmankerl aus dem Archiv des Schachklubs Halle. Vor knapp 40 Jahren fand in der 8. Runde der Regionalliga OWL ein Mannschaftskampf zwischen Minden und Halle statt, welcher an allen Brettern Remis ausging.

Daraufhin schrieb ein Haller Spieler einen Artikel in der örtlichen Zeitung. Er wurde zusammen mit dem Kommentar eines Lokalsportreporters der Zeitung veröffentlicht:

Dies brachte nun die Dinge ins Rollen, es gab wohl Unmut in der Schachszene und der Verbandsspielleiter begann eine Untersuchung der Geschehnisse. Er schrieb folgende Zeilen an die Mannschaftsführer der Vereine:

Die Stellungnahme des SK Halle fiel recht ausführlich aus, von Minden wird es sicherlich auch eine gegeben haben. Diese findet sich aber leider nicht in unseren Akten.

Im Ergebnis entschloss sich der Spielleiter die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen.

Ich finde es interessant, wie mit einer solchen Angelegenheiten damals umgegangen wurde. Es gab noch die Zeit, den Dingen in Ruhe auf den Grund zu gehen, um letztendlich zu einer möglichst ausgewogenen Entscheidung zu kommen, ohne dass das Dröhnen der sozialen Medien den Prozess des Erkenntnisgewinns übermäßig störte.

Teutopokal in Herford – Eng wars an der Spitze und auch ganz allgemein

In Herford ging es eng zu, 32 Turnierteilnehmer füllten die ehemalige Hausmeisterwohnung des Königin Mathilde Gymnasiums gut aus. Im Vergleich zu Gütersloh im letzten Monat war das schon kuschelig, aber noch erträglich. Ebenfalls eng war es am Ende an der Spitze des Feldes. Gewonnen hat das Turnier FM Holger Hebbinghaus. Er verlor nur eine Partie gegen den stark aufspielenden Berkin Sekerci und hatte am Ende einen halben Punkt Vorsprung vor Fabian Schlottmann und FM Rafael Torres-Kuckel. Vierter wurde FM Milan Kandic und herauszuheben ist mal wieder die Performance von Nico Glatt, der einige nominell stärkere Spieler besiegte und am Ende den 5. Platz belegte. Aus Haller Sicht die Zusammenfassung: Lily begann stark und besiegte u.a. den Führenden der Gesamtwertung Fabian Schlottmann, gegen den sie bisher in einigen Versuchen noch nie etwas Zählbares hatte ausrichten können, hatte aber in der Mitte einen Durchhänger und landete am Ende auf dem 10. Platz. Viktor holte 5 Punkte, Platz 27. Danke für die Fotos an dieser Stelle, ohne diese wäre der Bericht deutlich textlastiger geworden, denn ich war mal wieder zu beschäftigt, um selbst in nennenswertem Umfang tätig zu werden.

CM Frank Bellers gegen IM Gerd-Peter Grün am Spitzenbrett

Die untere Turnierhälfte. Im Vordergrund Domenic Nidenz gegen Noah Köhn. Daneben die Duelle Jay Winter gegen Lotta-Sophie Kowalzik und Nareg-Niko Boyagian gegen Waldemar Neb.

Berkin Sekerci gegen Nico Glatt und WCM Lily Schirmbeck gegen FM Milan Kandic. Im Hintergrund verdeckt schaut Stascha Milivojevic zu, die von Ulrich Woestmann in ihrer Siegesserie gestoppt wurde. Sie gewann fünf Mal in Folge und stieß damit ins obere Mittelfeld vor. Am Ende landete sie mit einer ELO-Performance von 1685 auf dem 24. Rang. Starke Leistung angesichts ihrer DWZ, die nur knapp über 1000 liegt.

Das Mittelfeld der Runde 12: Das Duell der Doktoren: Dr. Volker König vom gastgebenden Verein gewinnt gerade gegen Dr. Ekkehard Neumann, dahinter Dr. Bernhard Nußbaumer gegen Peter Berger. Peter ist lustigerweise der einzige Spieler auf dem Bild ohne Doktortitel, er spielte aber ein sehr gutes Turnier. Mit seiner ELO von 1641 erspielte er eine Performance von 1822, und das in seinem Alter, wo die Fähigkeiten im Blitzschach eher etwas nachlassen. Beeindruckend, herzlichen Glückwunsch dazu!

Am Brett 15 hatte Lorenz seinen Stammplatz, den er nur einmal verlassen musste, um gegen den anderen Stammplatzinhaber Frank an Brett 1 zu spielen. Brett 17 und 18 im Hintergrund blieben leider unbesetzt, da 4 angemeldete Teilnehmer nicht kamen. Das ist normalerweise kein Problem, dieses Mal hatten wir aber die Obergrenze von 36 Spieler, weswegen ich spielwilligen Schachfreunden absagen musste. Hätten sich die Leute abgemeldet, hätten diese zum Zuge kommen können. Schade.

Die Gesamtwertung Stand April

Link zu Chess Results

Im Mai macht der Teutopokal Pause. Das nächste Turnier findet am 19.06.2026 in Lage statt.

Info

Immer Freitags ab 18:00 Vereinsabend in unserem Spiellokal

Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!

Anstehende Veranstaltungen

Besucher-Zähler

Besuche seit 2018