SK Halle 1946 eV

Das Muswell Hill FIDE Rapid in London

Bei der Planung des Familienurlaubs schauen wir auch immer, was in der zu besuchenden Gegend schachlich im Reisezeitraum so geht. Für die Weltstadt London hätte ich eigentlich mit einem reichhaltigen Angebot gerechnet, denn im Spitzensportbereich kennt man z.B. das „London Chess Classic“, da lag die Erwartung nah, dass es auch im Breitensportbereich ein reichhaltiges Angebot geben würde. Die Annahme erwies sich aber als falsch. Während man beispielsweise in Berlin an fast jedem beliebigen Tag irgendwo mindestens ein Blitzturnier findet, war das Angebot in London ziemlich dünn. Es gab nur eine Möglichkeit während unseres einwöchigen Aufenthalts dort ein Schachturnier zu spielen, und zwar in Muswell Hill, einem nördlich gelegenen Vorort von London. Es wurde parallel ein Rapidturnier (6 Runden 20 Min + 5 Sekunden/Zug) und ein klassisches 2-rundiges Turnier, welches Teil einer Serie war, aber auch für sich alleinstehend gespielt werden konnte. Wir wählten das Rapid. Der Spielort war das lokale Pub dort, das „Clissold Arms“. Das ist laut den von mir dazu befragten englischen Schachfreunden wohl eine sehr typische Örtlichkeit für die englische Amateurschachszene, um Turniere auszutragen oder Trainingsabende abzuhalten. Bei uns in Deutschland ist das Hinterzimmer der Dorfkneipe als Spielort zumindest in unserer Gegend fast ausgestorben, dort spielt das Pub aber als Treffpunkt für soziale Aktivitäten jeglicher Art noch eine zentrale Rolle. Es gab auch einen schönen Biergarten, wo die Angehörigen der Spieler sich die Zeit vertreiben konnten. Das Startgeld war gepfeffert: Mindestens 30 Pfund für jeden, für Nicht-Mitglieder des englischen Verbands gab es sogar noch einen Aufschlag in Höhe von 17 Pfund. Die 5€, die wir im Schachklub Halle für unsere nach Rapid-ELO ausgewerteten Turniere nehmen, erscheinen dagegen als Schnäppchen. Immerhin gab es aber einen Preisgeldfonds in Höhe von 250 Pfund.

Im Teilnehmerfeld selbst gab es grob drei Gruppen. Engländer im Seniorenalter, Ausländer und junge englische Spieler, oft mit Migrationshintergrund (meist russisch oder indisch). Lily und ich sortierten uns mit unseren ELO-Zahlen her oben ein. Die Turnierorganisation war gelinde gesagt nicht besonders professionell. Im klassischen Turnier gab es Paarungen von Anfängern gegen ELO 1800, obwohl in der Ausschreibung stand, dass möglichst gleichstark gepaart werden würde. Es wurde unter falschem Namen gespielt, was dann erst nach der Partie aufgedeckt wurde. Und auch bei uns im Rapid gab es ein Ärgernis: In der 4. Runde verteidigte Lily in der letzten noch laufenden Partie ein für sie schlechteres Endspiel mit Damen und ein paar Bauern auf beiden Seiten. Viele Zuschauer (ich eingeschlossen) standen am Brett, aber der Schiri saß in der Ecke an seinem Laptop. Lily reklamierte dreifache Stellungswiederholung, die Zuschauer bestätigten und erwarteten einen Remisausgang. Der Schiedsrichter erkannte die Reklamation aber zum Erstaunen aller nicht an, da er die Stellungswiederholung nicht mit eigenen Augen gesehen hatte. Auf unseren Protest hin, dass man als Schiedsrichter vor dem Treffen einer solchen Entscheidung allen Indizien nachgehen sollte, die einem zur Verfügung stehen, also in diesem Fall insbesondere die Zeugenaussagen der Zuschauer zu hören, wischte er mit dem generellen Argument vom Tisch, dass Zeugen immer unzuverlässig sind und deren Aussagen daher bei seinen Entscheidungen grundsätzlich keine Rolle spielen können. Eine sehr merkwürdige Auffassung, und das von einem IA, der aber zufällig im selben Club wie der Profiteur der Entscheidung war. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Lily, die bis dahin das Tunier angeführt hatte, wurde dadurch jedenfalls die Möglichkeit genommen das Turnier zu gewinnen. Daher musste ich die Familienehre retten und schaffte das auch, indem ich den Gegner besiegte, der gegen meine Tochter einen vollen Punkt bekam, und am Ende gewann ich auch das Turnier und 100 Pfund Preisgeld. Das war vielleicht das letzte Mal, dass ich mich in einem gemeinsamen Turnier vor meiner Tochter platzieren konnte.

Abgesehen von dieser betrüblichen Erfahrung war es ein schöner Ausflug in die englische Schachwelt. Ich habe viel mit den Einheimischen gequatscht und noch einige interessante Dinge über die Schachszene dort erfahren. Zum Beispiel gibt es nur sehr wenige Turniere in England, bei denen mehrere Tage hintereinander Schach gespielt wird. Entweder spielt man als Team in einer Liga oder Turniere, die über mehrere unzusammenhängende Tage ausgetragen werden, wie bei uns die Stadtmeisterschaften, die aber zumindest in meiner Region nicht mehr den Stellenwert von früher genießen und auch häufig gar nicht mehr ausgetragen werden. Trotzdem ist Deutschland im Vergleich zu England, was Breitenschach angeht, ziemlich gesegnet mit einer lebendigen Szene und reichhaltigen Turnierangeboten auf hohem Niveau. Nicht umsonst kommt die halbe Schachwelt gerne zu Besuch, um die Turniere in Deutschland zu spielen.

Im Clissold Arms Pub hatten auch die Kinks ihren ersten Auftritt, denn die stammen wohl größtenteils aus Muswell. Ein Raum, dessen Wände mit Devotionalien dekoriert waren, erinnert daran.

Die „Lady 5 aus 5“ hat wieder zugeschlagen

Die (kleine) Sommerpause ist beendet. Gestern stand wieder Rapid-ELO auf dem Programm. Die Nachfrage war nicht ganz so groß, wie bei den letzten Ausgaben, aber auch dieses Mal durften wir viele alte und auch einige neue Gesichter begrüßen. Das Turnier bot auch eine Premiere hinter den Kulissen: Zum ersten Mal kam chessprofi.com als Turnierverwaltungssoftware zum Einsatz und hat sich bewährt. Im Vorfeld waren einige Stolpersteine auszuräumen, aber durch die großartige Unterstützung vom Entwickler Can Kiyici gelang dies rechtzeitig. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die hervorragende Zusammenarbeit! In Zukunft werden wir nach und nach die Turnierverwaltung, wo es sich anbietet eine ALLinONE-Lösung zu nutzen, darauf umstellen.

Das Turnier gewonnen hat Lily, sie besiegte nacheinander Bohdan Hetman, Filip Wierzbicki, Nico Glatt, meine schachliche Wenigkeit und in der letzten Runde Maximilian Wolek und sicherte sich mit dieser Maximalausbeute souverän zum zweiten Mal den Zusatztitel „Lady 5 aus 5“. Herzlichen Glückwunsch, dieses Mal gab es auch, anders als beim ersten Mal im letzten Jahr, einen Pokal für diese herausragende Leistung!

Ein Hingucker für die Siegerin!

Zweiter wurde ich nach Buchholzwertung punktgleich vor Nico Glatt. Man könnte auch sagen, dass er zweiter wurde, weil ich ein Armageddon gegen ihn verweigerte ;-). Ich wie er unterlagen gestern jedenfalls nur Lily. Ich hatte dabei aber deutlich mehr Glück, unter anderem gegen Florian Schröder, der mich in in der dritten Runde in Zeitnot aus einer totalen Verluststellung entkommen ließ und dann im Remisstellung auch noch die Zeit überschritt. Für Florian lief danach nicht mehr viel zusammen, es blieb bei den zwei Punkten. Von uns spielten auch noch Martin und Fabian mit, beide mit einem mäßigen Ergebnis.

Lily in der zweiten Runde gegen Filip. Ich siegte am unbesetzten Nebenbrett recht schnell gegen Martin Schulte (im Hintergrund zu erkennen, wie er den Frust über die Niederlage in einer Apfelschorle ertränkt ;-)).

Das erste Mal war Maximilian Wolek vom Blauen Springer Paderborn dabei. Er spielte ein gutes Turnier, hatte aber das Pech in der letzten Runde zu Lily hochgelost zu werden. 2,5 Punkte sind aber trotzdem ein anständiges Ergebnis.

Bei Fabian (hier gegen Bohdan Hetman) lief nicht viel zusammen. In Zeitnot stellte er viele Gewinnstellungen ein. Einmal in der letzten Runde konnte er aber mal eine verwerten und erspielte sich so noch einen Punkt.

Berkan Arslan verlor hier seine Partie gegen Henrik Siebeneck, der sich zwei Punkte erspielte und so langsam im Mittelfeld des Turniers ankam.

Hanno Bloemeke hatte die längste Anreise aus Warburg. Er zeigte gute Ansätze, zu einem Punkt reichte es aber noch nicht. Trotzdem schön, dass du da warst! Nico Kurz war mit seinen 2 Punkten (einer in der Partie gegen Hanno) sicher auch nicht ganz zufrieden.

Weiter geht es am 25.09. an gleicher Stelle, das Septemberturnier ist bei Chessprofi schon angelegt, man kann sich jederzeit anmelden. Wir freuen uns über alle Schachfreunde von nah und fern!

Link zum Augustturnier

Geschichte des Vereins – Ingo-Liste aus 1988

Helmut Erdtmann ist es 1988 gelungen eine (fast) vollständige Ingo Liste der Schachspieler aus OWL zusammenzustellen. Ich weiß nicht, ob die Zahlen damals vollständig analog mit Stift und Papier ausgerechnet wurden, oder ob da schon eine irgendwie geartete elektronische Datenverarbeitung tätig war. Mich würde es interessieren, wie das Ingo System damals in der Praxis funktionierte. Viel Spaß wünsche ich jedenfalls bei der Suche nach alten Bekannten!

Geschichte des Vereins – Verhandlungen mit IGM Vlastimil Hort

Ich habe mal wieder einen alten Ordner aus dem Vereinsschrank gezogen und digitalisiert. Dort fand sich die Korrespondenz mit Vlastimil Hort im Vorfeld zu einer Simultanveranstaltung anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums von Halle (Westf.), bei der ich als 11-jähriger Nachwuchsspieler auch persönlich anwesend war (aber leider noch nicht mitspielen durfte). Der letzte Brief von Herrn Hort mit der Bestätigung des Engagements fand sich leider nicht in den Unterlagen. Ich finde es vor allem interessant, dass er schriftlich wie mündlich einen sehr ähnlichen Duktus hatte. Man kann sich beim Lesen fast vorstellen, wie er die Wörter spricht und betont.

Impressionen vom Schachgipfel in Dresden

Der Schachgipfel kam nach Dresden und wir waren dabei! Lily spielte das weibliche Kandidatenturnier. Ich war auch da, legte den Schwerpunkt allerdings eher auf Betreuungstätigkeiten und tauchte in die reiche Geschichte der sächsischen Metropole und der Umgebung ein. Das Kandidatenturnier war von der Spielstärke her für Lily sehr passend. 8 Spielerinnen >2000 ELO, sie knapp darunter auf Setzlistenposition 11. Ich las vor dem Turnier irgendwo die Meinung, dass das Turnier zu schwach besetzt sei. Diese teile ich nicht, ich finde den Abstand angemessen. Wenn man das Turnier mit dem Frauen-Masters vergleicht, ergibt sich eine durchschnittliche Spielstärke der Top-Ten Spielerinnen des Kandidatenturniers von 2035, im Vergleich zum Masters (2239) waren das ziemlich genau 200 Punkte Unterschied. In der offenen Klasse war der Abstand etwas, aber nicht wesentlich geringer (2538 im Masters zu 2398 im Kandidatenturnier). Hier muss man auch noch ins Kalkül ziehen, dass der Spielstärkeanstieg nicht linear verläuft, sondern nach oben hin die Luft immer dünner wird. In beiden Kandidatenturnieren zeigten die Jugendlichen was sie konnten und machten den Sieg unter sich aus. Das offene Turnier gewann John Heinrich, dem Verein nach ein Lokalmatador aus Dresden. Mein Respekt gilt aber auch den älteren Spielern, insbesondere den Großmeistern im offenen Turnier, die sich in das Haifischbecken wagten. Es wurde viel Schach mit offenem Visier gekämpft, es war wirklich eine Freude das beobachten zu dürfen. Die anderen Turniere habe ich nicht so sehr verfolgt. Auf der Schachgipfel Website kann man sehen, was so alles stattfand. Offene Angebote waren die Ausnahme, ich glaube mit Ausnahme des Schach960 Events musste man sich für alle Turniere irgendwie qualifizieren.

Für Lily war es im Grunde ein gutes Turnier. Den 4. Platz und ELO-Performance von 2108 ist objektiv ein gutes Ergebnis. Sie hat 63 ELO-Punkte gewonnen und wird in der nächsten Auswertung einen neuen persönlichen Peak erreichen. Zufrieden ist sie trotzdem nicht, es war deutlich mehr drin. Gewonnen hat Paula Czäczine. Sie darf im nächsten Jahr im Masters spielen. Mit ihr im Team hatte Lily vor ziemlich genau 3 Jahren Bronze bei der Team-Europameisterschaft U12w gewonnen. Glückwunsch von unserer Seite, auch an ihre Schwester Laura, die ebenfalls ein sehr gutes Turnier spielte. Zweite wurde Triona Eberle aus Hamburg und dritte Helena Neumann aus Gütersloh. Im Blitzturnier gab es dann noch einige persönliche Highlights für Lily zu feiern mit Siegen gegen die Masters-Spielerinnen Lara Schulze und Kateryna Dolzhykova, am Ende war es der 9. Platz für sie, gewonnen hat Josefine Safarli.

Wir hatten insgesamt eine schöne Zeit in Dresden und danken allen Organisatoren und Gastgebern für die tolle Veranstaltung. Ich finde es richtig, dass der DSB neben der DSAM ein weiteres Leuchtturmprojekt etabliert und dafür nun ja auch Sandra Schmidt eingestellt hat, die grundsätzlich bewiesen hat, dass sie weiß, wie man so etwas gut macht. Hoffentlich können sich nun die Mitarbeiter des DSB, die bisher in Ermangelung eines hauptamtlichen Projektmanagers diese Aufgaben übernommen haben, sich nun mehr auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Ein paar Gedanken hätte ich auch noch, wie man eine schon gelungene Veranstaltung noch gelungener machen könnte.

  • Bei der Kommentierung beschränkte man sich, soweit ich es mitbekommen habe, ausschließlich nur auf die Partien der Meisterklasse und der Seniorenturniere. Das war sicher so gewollt und hatte bestimmt auch gute Gründe. Der Schachgipfel bestand aber aus mehr (Meisterschaft der Menschen mit Behinderung, Kandidatenturniere, Pokalmeisterschaft, DSAM-Finale), das haben mutmaßlich Zuschauer, die nicht vor Ort waren, gar nicht richtig mitbekommen. Ich hätte auch spannend gefunden, wenn aus den anderen Turnieren Spieler in die Kommentierung einbezogen worden wären. Gerade in den Seniorenturnieren spielten viele interessanten Leute mit, die einiges erlebt und garantiert auch ein paar interessante Geschichten zu erzählen gehabt hätten. Nicht, dass ich des unerschöpflichen Anekdotenvorrats von Klaus Bischoff überdrüssig wäre, aber Abwechslung hätte auch nicht geschadet. Das hätte man natürlich mit zusätzlichem Aufwand vorbereiten müssen, der es aber meiner Meinung nach aber wert gewesen wäre.
  • Für die Otto-Normal-Schachspieler, die vorrangig zum Zuschauen oder Betreuen vor Ort waren, gab es leider nur sehr wenige Angebote, wo man mal spontan ein paar Klötzchen schieben konnte und das, was es theoretisch gab (DSAM-Blitzturnier), war ausgebucht, weil etwas künstlich auf 70 Bretter beschränkt wurde. Es waren im Saal sehr viele mehr für das Hauptturnier aufgebaut, der Mehraufwand, um aufgrund der großen Nachfrage 2 Turniere parallel zu veranstalten, wäre überschaubar gewesen. Beim Prager Schachfestival machen sie es so, dass parallel zu den Hauptturnieren allerhand kleine offene Turniere veranstaltet werden (z.B. Elo-Rapid, Elo-Blitz, Tandem, Team-Blitz usw.). Das könnten man bei der nächsten Ausgabe des Schachgipfels auch mal verstärkt versuchen.
  • Die Kulturangebote, wie Ausflüge zu Museen, würde ich auf Hinweise beschränken, was man auf eigene Faust so besuchen könnte. Die Interessen und Zeitpläne der Schachspieler sind einfach zu unterschiedlich, als dass man da Aufwand reinstecken sollte das zentral zu organisieren. Lieber sollte man sich darauf beschränken, was man gut kann, nämlich Schachturniere ausrichten.
  • Und last but not least: Bei der Siegerehrung hätte es sicher nicht weh getan auch im Kandidatenturnier alle Preisträger auf die Bühne zu holen und ein gemeinsames Foto zu machen.

Volles Haus beim Teutopokal in Verl

Und weiter reist der Teutopokal-„Zirkus“. Diesmal war der TV Verl Gastgeber, der Spielsaal war wieder ausgebucht. Gewonnen hat überlegen FM Holger Hebbinghaus, der nur gegen Mario Ortpaul eine Niederlage kassierte und gegen FM Rafael Torres-Kuckel ein Remis abgab. Zweiter wurde dieses Mal mit schon 2 Punkten Abstand FM Robert Prieb, den letzten Platz auf dem Treppchen eroberte WCM Lilian Schirmbeck mit Buchholzglück punktgleich vor WFM Helena Neumann und Nico Glatt. Die zwei FMs Rafael Torres-Kuckel und Milan Kandic teilten sich mit einem weiteren halben Punkt Abstand die Plätze 6 und 7. Auch ansonsten war im gesamten Feld die Schachbegeisterung wieder spürbar. Junge und alte, starke und weniger starke Schachspieler begegneten sich und teilten ihre Leidenschaft für das königliche Spiel. Erfreulicherweise waren auch viele Spieler des ausrichtenden Vereins am Start, die die Gelegenheit nutzten startgeldfrei mitspielen zu dürfen. Geleitet wurde das Turnier von Christian Jackl (in Shorts, aber mit Sakko ;-)), ich war mal wieder als (semi-erfolgreicher) Spieler selbst am Start.

Linus Rausch gegen WFM Helena Neumann. Helena spielte kürzlich die Jugend-WM im italienischen Montesilvano. Linus kam zusammen mit Jakub Praszczalek und Philipp Ye aus dem Kölner Raum. Der inoffizielle Preis für die weiteste Anreise gehört damit euch.

Christian Specht gegen Numan Yueca. Christian spielte nach dem Turnier in Lage wieder mit und holte an den unteren Brettern auch ein paar Punkte, Numan derer sogar noch ein paar mehr (ELO-Performance 1802). Mich hatte er in der ersten Runde auch in ein für mich verlorenes Endspiel getrieben, das spielte er allerdings suboptimal und ich konnte die Partie noch drehen.

Lorenz Kowalzik gegen Nils Döller. Lorenz spielte ein ordentliches Turnier (6 Punkte). Ganz so überragend wie zuhause in Lage beim letzten Mal war es allerdings nicht. Nils hatte sich sicherlich etwas mehr erhofft, die Partie gegen Lorenz konnte er allerdings gewinnen. Im Hintergrund schaut Joachim Bisjak vom TV Verl, den ich kurz zuvor am Nebenbrett besiegt hatte, der Partie zwischen Philipp Ye und Axel Bergstraeßer zu. Hinten links sieht man noch Lily, wie sie gerade den vollen Punkt gegen FM Robert Prieb macht. Das war ihr ein besonderes Anliegen, denn beim ELO-Rapid-Turnier letzte Woche stand sie gegen ihn schon besser, hatte sich am Ende aber noch betuppen lassen.

Blick auf die mittlere Tischreihe. Für WCM Nora Heidemann war das Turnier ein Auf- und Ab. Gegen Axel Bergstraeßer sollte es ein Sieg werden. Am Brett links daneben spielte Mario Ortpaul gegen Jan Blome. Marios Turnierhighlight war sicher wie oben schon erwähnt sein voller Punkt gegen den Turniersieger. Jan landete mit 6,5 Punkte und einer ELO-Performance von 1755 ziemlich genau da, wo er nominell hingehörte.

Hier durften Jakub Praszczalek gegen FM Holger Hebbinghaus antreten.

Lily bei ihrem Dauerduell gegen Nico Glatt. Die beiden pushen sich bei jedem Turnier gegenseitig, wer am Ende vor dem anderen landet. Dieses Mal war es Lily, obwohl sie nach einem Einsteller das direkte Duell verlor.

Martins Turnier war ähnlich wie meines: ein auf und ab mit vielen unnötigen Punktverlusten. Objektiv verlor er nur 3 ELO-Punkte, aber wie auch ich kann er mehr. Bei seiner Partie gegen Dieter Sehm in der 6. Runde schaute ich zu, konnte es aber kaum mit ansehen ;-). Bei seiner Partie auf dem Foto gegen Lotta Kowalzik sollte aus dem einigermaßen ausgeglichenen Endspiel, welches auf dem Brett zu sehen ist, noch ein Sieg werden.

Für FM Robert Prieb, hier gegen Linus Rausch, war es ein insgesamt erfolgreiches Turnier, 2. Platz, 13 ELO-Punkte gewonnen. Passt. Linus konnte mit einer Performance über 1900, meistens in der oberen Turnierhälfte spielend, ebenfalls zufrieden sein.

Die Gesamtwertung nach dem Juliturnier. Holger schob sich durch seinen Sieg auf den 5. Platz.

Ergebnisse auf Chess-Results

Beim nächsten Turnier, am 10.09.2026, feiert der Teutopokal mal wieder bei einem neuen Ausrichter Premiere. Der Schachklub Brackwede ist seit dieser Saison dabei. Turnierstart ist um 19:30, eine halbe Stunde später als gewöhnlich.

Doppelsieg für FM Robert Prieb beim ELO-Rapid

Zwei Rapid-ELO Turniere innerhalb von 2 Wochen waren wieder mal eine Premiere, der Kalender wollte es aber so, dass das Juniturnier in die letzte Juniwoche und das Juliturnier in die erste Juliwoche fallen sollten. Das Juniturnier war von den extremen Temperaturen geprägt, denen natürlich auch beim Schach nicht zu entkommen war. Die üblichen Handballtrainings in der benachbarten Turnhalle fielen aus, wir hatten das ganze Gebäude für uns und auch wenn ich im Vorfeld Sorgen hatte, dass die große Glasfassade der Mensa selbige zum Glühofen machen würde, erwies sich die Befürchtung glücklicherweise als unbegründet. Draußen war es deutlich unangenehmer als drinnen, es war natürlich auch ziemlich warm, aber noch erträglich. Leiden mussten alle sowieso, wieso das also nicht gemeinsam beim Schachspielen tun. So dachten auch die 26 Teilnehmer, die sich auf nach Halle machten und teilweise auch wieder weite Anreisen dafür in Kauf nahmen. Gewonnen hat beide Turniere FM Robert Prieb, beim zweiten Mal im Juli sogar mit voller Punkzahl. Wir haben also einen weiteren „Gentleman 5 aus 5“ zu feiern! Ich sollte vielleicht mal einen Sonderpreis dafür einführen ;-). Das Juniturnier wurde begleitet von einer Werbeaktion des Getränkeherstellers Christinenbrunnen. Zum 60-jährigen Geschäftsjubiläum haben sie sich die Aktion „60 Geschichten aus unserer Region“ überlegt, wobei sie 60 Orte besuchen, um dort kostenlos Getränke zu verteilen. Wir wurden ausgewählt ein solcher Ort zu sein, und das Timing hätte nicht besser sein können: Das Wasser floss Kistenweise in die durstigen Kehlen der schwitzenden Schachspieler und Turnierbesucher. Es wurden auch Videos und Fotos für einen Beitrag auf der Instagram Präsenz von Christinen Brunnen gemacht. Noch ist er nicht online, er wird aber sicherlich in Kürze unter diesem Link zu finden sein. Beim Juliturnier waren es dann noch 2 Teilnehmer mehr (28 statt 26). Die Anzahl passte ziemlich gut und die Spielstärke legte nochmal ordentlich zu. 10 Teilnehmer mit einer Zahl >1900 versprach Schach auf hohem Niveau. Die längste Anreise hatte sicherlich Alexaner Okrajek aus dem Rheinland. Er startete stark mit zwei Siegen, holte aus den letzten 3 Runden aber nur noch einen halben Punkt. Hinter Robert wurden Florian Schreiber und Martin Hofmann zweiter und Dritter, beide verloren nur ihre Partien gegen Robert.

Gleicher Ort, gleicher Mensch, anderer Pokal, genau 7 Tage und ca. 15 Grad Temperaturunterschied: Glückwunsch an FM Robert Prieb zum Doppelsieg! Fun-Fact: Lilys Freundin Mara Herden hat sich aufs Siegerbild geschlichen, wer findet sie?

Bild vom Juliturnier: Alle im Blick, Brett 1-12 digital vernetzt.

Bild vom Juliturnier: Lily hatte in der 1. Runde Robert an der Angel, ließ ihn aber in Zeitnot entwischen.

Bild vom Juliturnier: Spitzenpaarung in der letzten Runde. Mit einem Sieg hätte Niklas Schlangenotto (rechts) FM Robert Prieb noch überholen können, daraus wurde allerdings nichts, Robert gewann.

Bild vom Juliturnier: Daniel Johnen hatte ergebnistechnisch ein eher schwaches Turnier (3 aus 5). Die Partie der 1. Runde gegen Hendrik Hündlings vom SV Soest ging Remis aus. Hendrik spielte ein sehr starkes Turnier, 4 aus 5 und ELO-Performance von 2203 sind aller Ehren wert!

Juliturnier: Blick von der anderen Seite. Lorenz fuhr seinen einzigen Sieg gegen Samuel-Henri Rammert ein, der mit Jahrgang 2017 der jüngste Teilnehmer war.

Juliturnier: Hansa spielte auch mit, hier in der 1. Runde gegen Tomas Lamelza. Die Partie ging Remis aus, eine weitere gewann er gegen Lorenz Kowalzik.

Juliturnier: Florian Schröder stieg nach der 1. Runde aus, seine erste und einzige Partie gegen Lotta Kowalzik gewann er aber souverän. Lotta spielte ein gutes Turnier, 2,5 Punkte und eine ELO-Performance von 1735 ließen sie 42 ELO-Punkte gewinnen.

Bild vom Juniturnier. Viktor Gieles gegen Yuman Nueca. Yuman erzielte 3 Punkte (einen davon gegen Viktor) und holte sich mit 1809 seine erste Rapid-ELO Zahl.

Juniturnier: Meinolf Kemper gegen Thore Siebeneck. Thore spielte die ersten 3 Runden groß auf, Meinolf konnte ihn aber bremsen und die Partie gewinnen.

1. Runde Juniturnier: WCM Nora Heidemann gegen Florian Schreiber. Beide erwischten ein „normales“ Turnier mit Höhen und Tiefen. Das direkte Duell sollte Florian für sich entscheiden.

Damit enden die bisher terminierten Rapid-ELO Turniere vorerst. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs werden wir sie aber sicherlich fortsetzen, möglicherweise im August schon, mit Sicherheit dann aber im September. Die Termine werden voraussichtlich Ende kommender Woche veröffentlicht.

Ergebnisse auf Chess-Results Juni

Ergebnisse auf Chess-Results Juli

Teutopokal Juni – Nur einer blieb eiskalt

Das war überzeugend. Mit 13 aus 13 Punkten hieß auch bei der zweiten Ausgabe der diesjährigen Teutopokalserie in Lage der Sieger Fabian Schlottmann. Alle Partien zu gewinnen hat vor ihm noch niemand geschafft, herzlichen Glückwunsch dazu! Chess-Results zeigt eine ELO-Performance von 2784, und auch wenn die bei voller Punktzahl wenig bis nichts aussagt, steht sie erstmal da ;-). Zweiter wurde FM Rafael Torres Kuckel vor der in der Hitze des Lager Gemeindehauses stark aufspielenden Lily, die den dritten Platz belegte und damit auch in der Gesamtwertung wieder in die Preisränge rutscht. Da unser treuer Schiri Christian Jackl die Turnierleitung übernahm, konnte ich mal wieder mitspielen, belegte am Ende aber nur einen Platz im Mittelfeld. Weitere Haller waren leider nicht am Start. Besonders freuten wir uns aber über Christian Specht, der sein erstes Turnier am Brett bei uns spielte und gleich mal 4 Punkte einsackte. Ingo Althöfer stiftete als Motivationshilfe für weitere Teilnahmen einen Buchpreis, den Christian dankend entgegennahm. Letztes Mal war Ingo auch bester Lager, dieses Mal hatte Lorenz Kowalzik aber einen halben Punkt mehr (Platz 19). Herzlichen Glückwunsch, Lorenz!

Der Gesamtstand. Der Sieger der Serie steht schon fast fest, dahinter könnte es aber noch eng werden. Geldpreise gibt es (mindestens) bis zum 5. Platz.

Daniel Johnen gegen Ulrich Woestmann an Brett 3.

Lily spielt hier gegen Lucas Gratz vom SV Barntrup gerade eine der wenigen Partien, die sie gestern verlor. Sie stand wohl auf Gewinn, stellte die Partie am Ende aber ein. Bei meiner Partie gegen Lucas lief es genau andersherum, da stellte ich einen Bauern nach dem anderen ein, stand völlig pleite, hatte am Ende aber einen vollen Punkt. Neben ihnen spielen Janulis Vykintas vom SV Osnabrück gegen Lucas Vereinskollegen Trung Cang Lu ihre Partie, die am Ende Trung Cang gewinnen sollte. Vykintas überspielte mich in einer späteren Runde auch in der Eröffnung und hätte die Partie mit etwas mehr Routine auch gewinnen sollen. Auch so erspielte er sich 6 Punkte und landete am Ende auf dem 22. Rang.

Leon Hageresch gegen Lotta-Sophie Kowalzik, beobachtet von Peter Berger (links) und Noah Köhn (rechts stehend). Leon war das zweite Mal beim Teutopokal dabei, mit seinem Ergebnis war er mutmaßlich nicht ganz zufrieden, gegen Lotta gewann er allerdings im Endspiel.

Link zu Chess-Results

Das nächste Turnier ist schon in 3 Wochen am 10. Juli in Verl. Bis dann!

 

Info

Immer Freitags ab 18:00 Vereinsabend in unserem Spiellokal

Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!

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