SK Halle 1946 eV

Lily on fire – Von OWL über NRW bis zur Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft? – Teil 2

Mit dem Vizemeistertitel bei der OWL-Meisterschaft hatte sich Lily direkt für die NRW Meisterschaft qualifiziert. 9 Runden Schach verteilt auf 6 Tage standen an und das weit weg von Zuhause in der Jugendtagungsstätte Wolfsberg an der niederländischen Grenze. Die erste Runde sollte am Ostermontag Nachmittags stattfinden, also reisten wir pünktlich an und wurden dort von einer Horde schachbegeisterter Kinder, Eltern und Organisatoren der Schachjugend NRW begrüßt. Auch mit Liza und Dascha konnte ein Wiedersehen gefeiert werden. Beide waren zusammen mit ihrem Vater angereist und auch Liza durfte das Turnier mitspielen. Die ganze Veranstaltung wurde von der deutschen Schachjugend intensiv medial begleitet. Instagram, Facebook und nicht zuletzt die Seite der deutschen Schachjugend selbst wurden bedient. Dort sind sehr viele Bilder und Infos über die gesamte Veranstaltung zu finden. In diesem Artikel beschränke ich mich darauf, den Verlauf des Turniers aus der Sicht unseres Vereinsmitglieds Lily zu beschreiben. Sie bekam es in der ersten Runde mit Elsa Heilmann von den Schachfüchsen Kempen zu tun.

Das U10w Turnier vor der ersten Runde. Die Anspannung war fast mit Händen zu greifen.

Jede Runde wurde mit dem Song „One Night in Bangkok“ aus dem Chess Musical eingeläutet, sozusagen als Einmarschmusik. Die Eltern wurden nach der Freigabe der Bretter sinnvollerweise aus dem Spielsaal verbannt und ihrem nervösen Schicksal überlassen, stundenlang nicht genau zu wissen, was ihr Nachwuchs am Brett so veranstaltet. Lily spielte die erste Runde letztlich erfolgreich, nachdem ihre Gegneri allerdings eine dicke Chance ausgelassen hatte, Vorteil zu erlangen:

Lily stellt hier mit Lh6 eine Mattdrohung auf. Nun würde Sh5 allerdings sowohl das Matt verhindern, die weiße Dame angreifen und gleichzeitig auch noch die schwarze Dame demaskieren, die dann im nächsten Zug den Läufer auf h6 schlagen kann. Elsa sah das glücklicherweise nicht und spielte stattdessen Sg4.

Später gelang es Lily dann, im Turmendspiel die gegnerischen Bauern abzuräumen und schließlich einen eigenen Bauern durchzubringen, mit der neuen Dame war es dann kein Problem, ihre Gegnerin Matt zu setzen. Ein guter Auftakt! In der zweiten Runde wartete dann Soraya Saeidi, die in der ersten Runde spielfrei hatte. Lily gewann sicher, die Partienotation ließ allerdings zu wünschen übrig, sodass es hierzu leider kein Diagramm verfügbar ist, um den Partieverlauf zu illustrieren. Der Dienstag war der erste Tag, an dem eine Doppelrunde angesetzt war, daher ging es schon am Nachmittag weiter. Lilys Gegnerin war Nicole Kühn vom SK Turm Schiefbahn. Die Partie endete Remis, auch diese ist leider für die Nachwelt nicht rekonstruierbar. Der erste Punktverlust, aber wir waren mit 2,5 aus 3 trotzdem sehr zufrieden mit den ersten beiden Tagen. Am nächsten Tag würde es richtig ernst werden.

Angekommen an Brett 1

Das Duell mit Samiksha Malagatte stand an. Diese hatte eine Runde zuvor etwas überraschend die Siegerin der OWL-Meisterschaft und nominelle Turnierfavoritin Dascha besiegt, Lily war also gewarnt. Die Partie verlief kurios. Lily gelang es zuerst, mit einem schönen Mannöver die Bauernstruktur vor dem gegnerischen König zu zerstören und positionellen Vorteil zu erlangen:

Samiksha zog hier Te8. Nun ist aber Lxf3 möglich und Schwarz muss mit dem Bauern zurücknehmen.

In der Folge versuchte Weiß diese schwarze Schwäche auszunutzen, ihre Figuren zu aktivieren und einen Königsangriff zu starten. Leider machte sie dabei entscheidende Fehler. Grundsätzlich ist es richtig, seine Türme zu aktivieren, in der folgenden Stellung muss Weiß aber konkret anders spielen:

Lily spielte im letzten Zug Td1. Dies erlaubt aber Schwarz mit Dg4 einen Damentausch zu forcieren. Nach diesem Mannöver steht Schwarz aufgrund des Läuferpaars und des Mehrbauern besser. Lxf5 wäre stattdessen die beste Wahl gewesen.

Im weiteren Partieverlauf ließ sich Lily sogar ihren Turm einsperren, verlor die Qualität, und stand damit glatt auf Verlust. Samiksha bot trotzdem aus heiterem Himmel Remis an, welches Lily gerne annahm. Das war Glück! Am dritten Tag sprangen also zwei Remis heraus, angesichts der Partien waren wir trotzdem sehr zufrieden und realisierten so langsam, dass Lily stark genug war um vorne mitspielen zu können und damit eine ernsthafte Kandidatin für die Teilnahme an der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft sein würde.

Am nächsten Tag würde das Duell mit Dascha anstehen, gegen die Lily bei der OWL-Meisterschaft eine Woche zuvor durchaus nicht chancenlos war. Beide Mädchen waren sehr aufgeregt und die Partie war eng. Zuerst stellte Lily in der Eröffnung einen Bauern ein, kämpfte sich aber zurück und hatte einen vielversprechenden Angriff, bei dem sie leider aber nicht die richtige Fortsetzung fand:

Tb2 wäre hier laut Computer sehr stark gewesen. Weiß ist nicht in der Lage, sein Figurenknäuel zu entwirren und verliert mittelfristig Material. Hätte ich den Zug gefunden? Zweifelhaft!

Lily wickelte stattdessen mit Txc1 in ein ausgegliches Endspiel ab. Dies hätte sie eigentlich nicht verlieren dürfen, ihre Nerven spielten ihr leider das erste Mal einen bitteren Streich.

Kg6 lässt das einfache Te6 mit Figurenverlust zu.

Die Niederlage war der erste richtige Rückschlag im Turnier. Lily war sehr geknickt und ärgerte sich, zum Reflektieren war aber keine Zeit. Die Partie hatte so lange gedauert, dass wir nur noch kurz Mittagessen gehen konnten, danach würde unmittelbar die nächste Runde anstehen. Marie Mrugalski hieß die Gegnerin und sie tat Lily den Gefallen, in der Eröffnung einen Fehler zu begehen, der Lily einen schnellen Sieg bescherte:

Dc2 lässt die Bauerngabel e4 zu, die einfach eine Figur kostet. Lily nahm das Geschenk an, tauschte in der Folge alles ab und gewann die Partie sicher.

Diese Partie war genau das, was Lily zum Abschluss des Tages brauchte. Der Turniersieg war unwahrscheinlich geworden, aber ein Platz auf dem Treppchen war allemal noch drin. Am Abend wussten wir schon, dass am nächsten Tag die Partie gegen Liza anstehen würde. Die beiden hatten sich ja schon bei der OWL-Meisterschaft gegenüber gesessen (1. Runde). Lily hatte gute Erinnerungen an die Partie und auch dieses Mal klappte es mit einem Sieg. Liza spielte wieder Karo-Kann und wieder zog Liza mit c4 durch. Lily spielte ihre beste Partie des Turniers. In folgender Stellung nutze sie eine taktische Möglichkeit, um großen Vorteil zu bekommen:

Tb8 ist ein dicker Fehler. Weiß kann nun Lb5 spielen und eine Figur gewinnen.

Auch im folgenden fand Lily günstige taktische Abwicklungen und gewann die Partie sicher. Ein großer Erfolg, der Qualifikationsplatz war nun in Reichweite. Die Spitzenpaarungen waren mit dieser Runde allerdings allesamt gespielt, nun ging es in den verbleibenden 2 Runden für die Konkurrentinnen, um die Qualifikationsplätze nur noch gegen vermeintlich schwächtere Gegnerinnen. Lily durfte sich also keine Schwäche erlauben und musste voll auf Sieg spielen, wobei auf dem Niveau immer viel geschehen kann. Die vorletzte Runde ging gegen Karoline Franzen vom SV Heiden. Ihr stellte Lily eine Falle, in die sie auch gleich hineintappte.

Karoline nahm gierig den Bauern auf a2, Lily hatte aber weiter gerechnet und gesehen, dass mit Dc2 der Läufer auf b2 verloren gehen würde.

Mit einer Figur mehr spielte es sich dann auch gleich leichter und der Sieg war nicht mehr in Gefahr. Lily machte in den letzten Runden viel weniger leichte Fehler als in den ersten Runden. Damit war der Freitag beendet.

4 Mädchen hatten vor der letzten Runde Aussichten auf einen der drei Qualifikationsplätze. Dass Dascha das Turnier gewinnen würde, war recht wahrscheinlich, da sie einen halben Punkt Vorsprung und eine leichte Gegnerin in der letzten Runde haben würde. Samiksha, Liza und Lily stritten sich um die weiteren Plätze. Samiksha hatte einen halben Punkt Vorsprung vor den beiden. Lily und Liza waren direkt dahinter, Liza mit einem halben Buchholzpunkt mehr knapp vorne. Die Auslosung bescherte Lily aber eine weiter vorne platzierte Gegnerin, daher würde sie bei einem Sieg Liza auf jeden Fall überholen und sich Platz 3 sichern.

Die letzte Runde war ein Krimi, Dascha gewann schnell ihre Partie und stand damit als Turniersiegerin fest. Samiksha verlor überraschend, somit hätte Lily sogar ein Remis für den Qualifikationsplatz gereicht (was sie am Brett allerdings nicht wusste). Die Partie gegen Eva Ramien von der SG Porz war sehr eng. Lily hatte zu Beginn des Mittelspiels die Möglichkeit, durch einen taktischen Schlag großen Vorteil zu bekommen, was sie leider in folgender Stellung nicht sah:

Der weiße Zug Sh4 sieht für den erfahrenen Schachspieler schon ohne Rechnen komisch aus, und das ist er auch. Schwarz kann nun Lxd3 spielen und diesen wichtigen Bauern erobern. Die weiße Dame darf aufgrund des Abzuges Lxf2 nicht nehmen.

Die Partie mündete letztlich in einem ausgeglichenen Endspiel, in welchem Lily den entscheidenden Fehler beging:

Lily zog Kf2, es folgte das Opfer Tf2. Der weiße Bauer läuft durch. Die Stellung danach ist immer noch Remis, aber die praktischen Chancen liegen nun bei Weiß.

Irgendwann eroberte Eva noch Lilys g-Bauern und im Endspiel Dame gegen Turm ließ Lily sich schließlich nach mehr als 4 Stunden Spielzeit matt setzen. Ein bitterer Ausgang, Lily war am Boden zerstört und konnte sich über den 4. Platz bei 17 Teilnehmerinnen zuerst überhaupt nicht freuen. Erst nach und nach setzte sich bei ihr die Erkenntnis durch, insgesamt ein überragendes Turnier gespielt zu haben. Bei der Siegerehrung waren die Tränen schon etwas getrocknet, einen Pokal in der Hand gehalten und auf dem Podest der Siegerinnen gestanden hätte Lily allerdings schon gerne.

Das Turnier war für uns alle eine intensive Erfahrung, 9 Runden mitzuzittern ist auf jeden Fall ähnlich nervenaufreibend wie selbst am Brett zu sitzen. Lily hat in jeder Runde mit großem Einsatz gekämpft und war wie bei der OWL-Meisterschaft häufig eine der letzten am Brett. Sie war darum auch nach dem Turnier sehr müde, aber auch stolz darauf, unseren Verein dort vertreten zu haben. Im nächsten Jahr gibt es noch eine weitere Chance das Turnier zu gewinnen oder sich zumindest zur deutschen Meisterschaft zu qualifizieren. Lily möchte diese Chance nutzen und nächstes Jahr wieder angreifen :-).

Lily on fire – Von OWL über NRW bis zur Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft? – Teil 1

Lily Schirmbeck hat bewegte Schachwochen hinter sich. Los ging es vor zwei Wochen mit der OWL-Meisterschaft. Dort spielten von unserem Verein Lily in der U10w und Florian in der U12. Lilys Turnier wurde in Gütersloh in der schönen Aula der Anne-Frank-Gesamtschule ausgerichtet, Florians Turnier fand in Paderborn statt. Die U10w und U12w spielten ein gemeinsames Turnier. 5 Runden Langschach verteilten sich über 2 Tage (Samstag und Sonntag). Ganz schön anstrengend für die Kinder, vor allem weil sie ja auch noch die letzte Schulwoche vor den Osterferien in den Köpfen hatten.

Der Spielsaal in Gütersloh. An den 4 Reihen verteilten sich die Teilnehmer des Mädchenturniers, die U10 (2 Reihen) sowie die Teilnehmer des Einsteigerturniers. Nur die besten der U10 und U10w konnten sich für die NRW-Meisterschaft qualifizieren. Lily ist auf dem Bild ganz vorne rechts (ihr „Stammplatz“).

Vor der ersten Runde: Etwas schüchtern blickt die Heldin unserer Geschichte an den ausgestellten Trophäen vorbei. Sollte am Schluss etwa eine davon die ihre sein?

Es stellte sich heraus, dass die U10w sogar stärker besetzt war als die U12w. Es wurde im Turnierverlauf immer deutlicher, dass es ein hartes Ringen um die 2 Qualifikationsplätze werden würde. In der ersten Runde spielte Lily gegen Yelyzaveta (Liza) Hladeniuk – ein ukrainisches Mädchen, welches wie ihre Schwester Dascha erst seit ein paar Wochen in Deutschland ist. Die beiden haben in der Ukraine aber schon einige Turniere gespielt, was wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wussten. Den beiden Schwestern werden wir im Verlauf der Erzählung noch häufiger begegnen.

Lily hat gerade den König in Sicherheit gebracht. Schwarz bester Zug ist jetzt cxd4, um die Bauernmehrheit im Zentrum zu aktivieren. Liza zog aber c4 und machte das Zentrum zu, was schon deutlichen Vorteil für Weiß bedeutet. Lily gab sich in der Folge keine Blöße und gewann die Partie sicher. Ein guter Einstieg ins Turnier!

In der zweiten Runde traf sie auf Weiqi Cao von der Schachakademie Paderborn, die für ihre gute Jugendarbeit bekannt ist. Die Partie ging hin und her, auf Verlust stand Lily zwar nie, diverse Möglichkeiten Vorteil zu bekommen ließ sie aber leider aus. Im Endspiel behielt sie schließlich die Oberhand und gewann die Partie.

Weiqi zog hier den Verlustzug Ta6+. Dies erlaubte Lily aber mit dem König an den Freibauern heranzulaufen, was sie auch sah und tat.

Sehr schön zu sehen das Endspiel, welches mittlerweile gewonnen ist. Der weiße Turm muss sich gegen den Freibauern opfern und die weißen Bauern sind zu weit hinten, um eine ernsthafte Gefahr zu sein.

Die Partie erregte aufgrund der langen Spieldauer großes Interesse. Der Stuhlkreis um Lily herum hielt die Kiebitze auf Abstand. So eine Situation war für sie neu, sie behielt glücklicherweise die Nerven.

Die dritte Partie am Samstag entschied letztlich das Turnier. Lily spielte gegen Daria Shynkar, die Schwester von Liza, ihrer Gegnerin aus der Runde 1. Diese Partie hatte es echt in sich und war sehr taktisch. Lily hatte in der folgenden Stellung die große Chance, Dascha zu besiegen:

Dascha hat gerade den Bauern b2 geschlagen. Erfahrene Spieler würden das Motiv ziemlich sicher sehen: Die schwarze Grundreihe ist schwach, mit Tb1 kann Weiß das ausnutzen. Schwarz müsste die Dame geben, um nicht mattgesetzt zu werden.

Leider sah Lily das Motiv nicht, spielte Txd5 und verlor schließlich die Partie im Endspiel – nach zwei Siegen der erste Rückschlag. Ziemlich erledigt von drei Partien (sowohl unsere Heldin als auch ihr nervöser Vater, Trainer und Sekundant) fuhren wir doch etwas enttäuscht nach Hause. Am nächsten Morgen standen die zwei letzten Runden an. Noch war nichts verloren. Dascha hatte zwar voll gepunktet und führte das Turnier an, aber mindestens der zweite Platz war aus eigener Kraft noch erreichbar, bei einem Fehltritt Daschas vielleicht sogar noch der erste.

Ein gewohntes Bild (hier Ende der dritten Runde): Alle Mann sind fertig, nur Lily spielt noch ihre Partie.

In der nächsten Runde spielte Lily gegen Maryam bar Abdo vom Rhedaer SV. Diese hatte erst einen Punkt gesammelt, daher war Lily Favoritin. Trotzdem wurde es eine Zitterpartie. Lily hatte unachtsamerweise im Mittelspiel eine Figur eingestellt und kämpfte somit eigentlich auf verlorenem Posten. Aber wie das manchmal so ist, diesmal kam der Schachgott zu Hilfe und der Gegnerin unterlief ein entscheidender Fehler.

Sc3 stellt eine letzte Falle auf und die Gegnerin tappt direkt hinein: Ld7, Txe1, Txe1, Txe1#. Puh, nochmal Glück gehabt!

Nun war die Ausgangsposition eine Gute. Dascha spielte parallel gegen Malin Kühne vom Blauen Springer aus Paderborn Remis, das brachte Lily wieder auf einen halben Punkt heran. Dahinter folgte Lilys Gegnerin Liza aus Runde 1 mit einem halben Punkt zurück. In der letzten Runde wartete aber die vermeintlich schwerste Gegnerin Malin auf Lily. Sie spielte zwar, was die Platzierung anging, außer Konkurrenz, weil sie in der U12w antrat, aber das Ergebnis der Partie zählte natürlich trotzdem. Lily und Malin kennen sich schon länger vom Kadertraining und hatten dementsprechend viel Respekt voreinander. Die Partie war die kürzeste. Dascha gewann aber noch schneller ihre Partie, der Turniersieg war also selbst bei einem Sieg nicht mehr drin. Lily wusste, dass sie mit einem Remis zur NRW-Meisterschaft fahren würde, also bot sie es in einer bis dahin ereignisarmen Partie in folgender Stellung an:

Soweit so gut, der Computer bestätigt, dass nicht viel los ist. Da kann man auch mal Remis machen, wenn es dem Turnierziel dient.

Der zweite Platz wurde es also am Ende. Erste wurde verdienterweise Daria, dritte ihre Schwester Liza. Lily befand sich also ergebnistechnisch im ukrainischen Sandwich, was ganz gut passt, da sie schließlich auch ukrainische Vorfahren mütterlicherseits hat.

Die stolzen Pokalgewinnerinnen: In der Mitte Dascha, links Liza und rechts sichtlich stolz unsere Lily. Dascha gewann sogar das kombinierte U10w und U12w Turnier vor Malin.

Offiziell gab es zwei Plätze für die NRW-Meisterschaft zu verteilen, an dem Abend wussten also nur Dascha und Lily, dass sie sich auf dem Wolfsberg in Kranenburg zwei Wochen später wieder sehen und miteinander konkurrieren würden. So viel sei verraten: Auch Liza durfte schlussendlich fahren und alle drei haben dort noch weitere Erfolge gefeiert. Florian spielte parallel im U12 Turnier in Paderborn und erreichte gegen starke Konkurrenz nach 2 Niederlagen zum Auftakt am Ende mit 50% der Punkte noch den 10. Platz, was im Rahmen der Erwartungen lag. Auch ihm hat das Turnier viel Spaß gemacht.

Fortsetzung folgt!

Osterblitzen beim SK Halle

„Es geht um die Ehre und nicht um die Eier!“, so sprach der Turniersieger Maxim vor der letzten Runde. Irgendwie ging es dann aber letztlich doch um die Eier, die es bei unserem Osterturnier zu gewinnen gab. Maxim bekam ganze 9 davon. Hier die Endtabelle (ganz oldschool analog):

Die Rangliste:

1. Maxim, 9 Punkte

2. Laurenz, 9 Punkte (direkter Vergleich gegen Maxim verloren, daher 2.)

3. Florian, 5 Punkte

4. Jonas, 4,5 Punkte

5. Lily, 4 Punkte

6. Connor, 3,5 Punkte

7. Marietta, 3 Punkte

8. Luca, 2 Punkte

9. Jakob, 2 Punkte

Jonas (rechts) spielte ein erstaunlich starkes Turnier, Laurenz (links) ist sowieso immer vorne dabei, wenn es starke Nerven braucht.

Unsere frisch gebackene OWL Vizemeisterin Lily ist gerade eher im Langzeitschachmodus und verlor daher ein paar gewonnene Stellungen auf Zeit.

Marietta (rechts) und Connor (links) fanden sich am Ende auf der weniger Eier-haben-Seite. Trotzdem war es für Marietta ein toller Erfolg 3 Punkte geholt zu haben. Connor hat sich vermutlich etwas mehr erwartet, ging aber auch mit ein paar Eiern nach Hause. Jakob (der hier zuschaut) hat auch eine Partie gewonnen und zwei Remis geholt. Das war schon besser als letztes Jahr.

Luca (im grünen Pulli) ist erst seit ein paar Wochen dabei, hat aber auch schon zwei Punkte (und auch Eier) gesammelt.

Und zum Schluss natürlich noch ein Schnappschuss der Stars des Abends :-).

Update Coronaregeln für den Vereinsabend

Die Coronaschutzverordnung wurde wieder gelockert. Daher gilt für unseren Vereinsabend ab dem kommenden Freitag (15.04.2022) nur noch die folgende Regel:

Es muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.

G-Nachweise müssen und werden wir nicht mehr verlangen. Auch eine Anwesenheitsliste werden wir nicht mehr führen.

Bleibt gesund!

Neues Buch im Bücherschrank: 13 Jahre 3-Hirn von Ingo Althöfer

Als Dank für die Überlassung ein paar alter Schachfiguren, hat uns Ingo Althöfer sein Buch „13 Jahre 3-Hirn“ geschickt und sogar mit einer Widmung versehen. Ich habe mit Interesse die Prosa gelesen, die Partien habe ich allerdings nicht nachgespielt. Mir war gar nicht bewusst, dass es in Zeiten, in denen Computerprogramme schachlich noch nicht das Maß aller Dinge waren, auch solche experimentellen Ansätze wie ihr 3-Hirn gab und auch Programme, oder Programm Mensch Kombinationen „normale“ Turniere mitspielen durften. Im letzten Kapitel formuliert Herr Althöfer ein paar Gedanken zur Zukunft des Schachs. Das Buch wurde 1998 geschrieben, aus heutiger Sicht muss man an der einen oder anderen Stelle heftig schmunzeln.

Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick hinein zu werfen. Das Buch findet sich ab sofort in unserem Vereinsbücherschrank.

Teutopokal April

Hoher Besuch beehrte die Schachspieler der Region beim monatlichen Blitzturnier in Versmold. IM Ilja Schneider aus Hannover, deutscher Vizemeister im Blitzschach, dominierte die wohl stärkste Blitzrunde, die jemals vom Schachbezirk Teutoburger Wald West veranstaltet wurde. Nicht einmal der Seriensieger und mit Abstand stärkster einheimische Spieler Jonas Freiberger konnte ihm im direkten Vergleich auch nur einen halben Punkt abluchsen und damit seinen Durchmarsch zum Turniersieg verhindern. Er wurde am Ende zweiter vor Fidemeister Tobias Vöge, der den dritten Platz belegte. Auf den Plätzen folgen Leonid Zeldin vom Dortmunder SV gefolgt vom zweiten Lokalmatador Karl-Ulrich Goecke vom SK Werther auf Platz 5.

Das Turnier wurde erstmals nach ELO, der Wertungszahl des Weltschachbunds, ausgewertet und vom zukünftigen internationalen Schiedsrichter Stefan Ewert souverän geleitet. Es gibt nur sehr wenige Turniere, die solch eine Auswertung anbieten, daher sind ambitionierte Schachspieler bereit, auch weite Wege in Kauf zu nehmen. Jan-Philip Bialas und Timo Schneider fuhren 1,5 Stunden aus Datteln im Ruhrgebiet bis nach Versmold und versprachen sogar wieder zu kommen. Die nächste Ausgabe findet wieder am 6. Mai in Werther statt. Das Turnier ist auf dem bestem Weg, ein Leuchtturmprojekt für den lokalen Schachbezirk und darüber hinaus zu werden.

Hier der Link zu den Ergebnissen.

Links im Vordergrund Jan Bialas von SV Datteln gegen Lennart Oelschläger von 2hoch6. Beide belegten am Ende einen Platz im Mittelfeld (einer eher im unteren, einer im oberen).

Links der Turniersieger IM Ilja Schneider gegen Ludger Höllmann. Verdeckt im Hintergrund spielen gerade Jonas Freiberger und FM Tobias Vöge den 2. Platz aus.

Überblick über das Gesamtturnier, es wurde an 8 Brettern gekämpft.

Hier ein Überblick von der anderen Seite aus. Martin Schulte spielt das Kellerduell gegen Markus Hendler.

Istvan Gazda gegen Charly Krautkrämer, das Seniorenduell. Im Hintergrund spielen die Freunde Leonid Zeldin und Andreas Gefnider gegeneinander.

Und noch einmal Charly Krautkrämer gegen Lennart Oelschläger. Das Turmendspiel ging Remis aus.

DWZ Cup in Münster

Das Turnierjahr geht gerade so richtig los mit vielen interessanten Veranstaltungen, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Lily braucht als talentierte junge Schachspielerin vor allem Spielpraxis, um schachlich voran zu kommen. Das Ziel verfolgten auch viele andere ambitionierte Schachspieler aus ganz NRW und darüber hinaus (teilweise sind die 2-3 Stunden gefahren und es gint um 9:00 los) und fanden sich zum DWZ Cup in der Stadthalle Münster ein, um sich an einem Tag 3 Langschachpartien zu geben. Das ist ganz ganz schön hart für einen Sonntag, daher Respekt an die 60 Teilnehmer. Die Bedenkzeit waren 75 Minuten + 30 Sekunden pro Zug. Gespielt wurde in Gruppen von je 4 Teilnehmer. Dadurch war sichergestellt, dass man nur Gegnern des eigenen Kalibers gegenüber sitzt.

Lily hatte in jeder ihrer Partien eine Gewinnstellung auf dem Brett, die sie aber leider nur einmal verwerten konnte. Manchmal ist es echt zum Haare raufen, zum Beispiel hatte sie in der zweiten Runde folgende Stellung auf dem Brett:

In der Analyse fragte ich sie: Welches ist der erste Zug, der dir einfällt. Sie antwortet sofort: Tf7! Was spielt die junge Dame aber, ohne groß drüber nachzudenken: Tg3??, und verliert am Ende sogar die Partie. Der Grund der anderen Niederlage war ähnlich gelagert. In der dritten Runde dann doch noch der erste Sieg. Lily spielt mit Schwarz und ist in der folgenden Stellung am Zug:

Lily hat als Schwarze einen entfernten Freibauern und spielt ziemlich schnell Ta8!. Ein starker Zug, denn wenn Weiß nach Lxe6 xe6 Txc4 die Figur zurückgewinnt ist der Bauer nicht mehr aufzuhalten. Ich fragte meinen Schützling in der Analyse dann natürlich, ob sie das alles gesehen und berechnet hat, aber natürlich nicht! Lily dachte einfach der Turm gehört hinter den Bauern und der läuft dann wahrscheinlich auch durch. Ist ja auch richtig, aber das kann und muss man am Brett berechnen!

Trotzdem war das ein versöhnlicher Abschluss. Meine Partien waren trotz des Ergebnisses von 1 aus 3 gar nicht so schlecht. Die erste Partie habe ich dummerweise in Zeitnot eingestellt, da kam ich mit der Bedenkzeit noch nicht so klar. In der zweiten Partie habe ich endlich mal in einer langen Partie das Greco Gambit spielen dürfen. Leider kannte mein Gegner das sogar besser als ich *g* und wir spielten ein Mittelspiel mit ein paar taktischen Verwicklungen, die für mich optisch besser aussahen, es aber objektiv nicht waren. Wir landeten daher in einem ausgeglichenen Turmendspiel, was wir aufgrund der noch bevorstehenden 3. Partie aber nicht auskämpften und Remis gaben (war objektiv auch der Stellung angemessen). In der dritten Runde spielte ich dann noch gegen Tim Sauer, seines Zeichens eines der Nachwuchstalente des niedersächsischen Schachbunds (12 Jahre, 1899 DWZ, Platz 5 bei der DJEM letztes Jahr, wie ich im Nachgang herausgefunden habe. Beeindruckend!). Ich dachte mir nach e4, c5: Ach, spielste halt mal Morra Gambit! Das habe ich in einer langen Partie noch nie gemacht und geriet nach ein, zwei Ungenauigkeiten auch ziemlich unter Druck. Glücklicherweise fand ich dann im Königsangriff eine gute Verteidigung und konnte einen starken Konter fahren. Letztlich sah ich aber in der folgenden Stellung aber kein Matt.

Der Computer bestätigte später, mehr als Dauerschach ist nicht drin. Daher endete um 19:00 auch diese Partie Remis. Tim und sein kleiner Brunder hatten noch bis Hannover zu fahren und wir waren auch ziemlich platt, als wir gegen 8 zuhause ankamen. Die Partien funktionierten bezüglich Konzentrationsfähigkeit noch erstaunlich gut, am Abend im Bett kam dann aber doch der Hirnkater um die Ecke. Insgesamt hat sich der Ausflug trotz der Strapazen gelohnt! Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren des SK Münster 32!

Info

Jeden Freitag:
Vereinsabend im Spiellokal

18.00 – 20.00 Uhr  Kinder- und Jugendschach
ab 20.00 Uhr  Seniorenschach

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